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Clemens Dannenbeck, Deutsches Jugendinstitut, München

Identität und Differenz im Interview - Selbst- und Fremdethnisierung als Aspekte kultureller Identitätsarbeit

"Selbst- und Fremdethnisierung als Aspekte kultureller Identitätsarbeit" lautet der Arbeitstitel meiner Dissertation, mit der ich mich gegenwärtig auseinandersetze. Grundlage der Arbeit ist das von der DFG im Rahmen des FABER-Schwerpunktes geförderte Projekt "Jugendliche in ethnisch heterogenen Milieus", das ich zwischen 1995 und 1998 zusammen mit Hans Lösch und Felicitas Eßer durchgeführt habe (vgl. Dannenbeck, Eßer, Lösch 1999).

Empirische Basis waren damals Beobachtungen und Interviews mit Jugendlichen in einem als ethnisch heterogen ausgewiesenen Stadtteil Münchens. Der dabei verfolgte Forschungsansatz brach mit der gängigen Praxis, solche Jugendlichen vornehmlich als Exponenten ihrer nationalen, kulturellen bzw. ethnischen Herkunft zum Gegenstand wissenschaftlichen Interesses und (sozial)pädagogischen Handelns werden zu lassen. Unser Perspektivenwechsel erwies sich insofern als folgenreich, als beobachtbare Eigenheiten, Verhaltensweisen, Probleme oder Konflikte von und zwischen Jugendlichen nicht schon vorab auf nationale, kulturelle bzw. ethnische Unterschiede zurückgeführt und damit erklärt werden. Dabei ging es nicht um die generelle Zurückweisung eines "kulturellen" Blicks auf Jugendliche, wohl aber um Widerständigkeiten gegen seinen hegemonialen Erklärungsanspruch.

Die folgenden theoretischen und methodischen Einlassungen entstammen meiner "Dissertationswerkstatt" und verstehen sich als Diskussionsanregungen für die Auswertung von empirischem Interviewmaterial.

Am Anfang meiner Überlegungen standen eine Reihe von Irritationen: Zum einen fiel auf, dass die sozialwissenschaftliche Literatur über (junge) Ausländer/innen in der Bundesrepublik auch schon vor der gesellschaftspolitischen Wende von 1989 Konjunktur(en) hatte und Teil eines öffentlichen Diskurses war, der die Tatsache, dass die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auch eine Geschichte von Zuwanderung und Migration ist, stets als Problem für die "einheimische Mehrheitsgesellschaft" begriff. Seit jeher war dieser Diskurs zudem durch ein hohes Maß an Irrationalität und Angstbesetztheit gekennzeichnet. Schüler-Springorum beschreibt die Situation im Jahre 1982 (!) wie folgt:

Die hier vorgelegte Untersuchung ist Teil einer Literatur-Explosion zu ihrer Thematik. Nur wenige soziale Fragen der Gegenwart erfreuen sich, einmal als politische anerkannt, so lebhafter Zuwendung in Schreibe und Rede wie das Ausländerproblem. Eine Triebfeder dieser Konjunktur, die die 'Gastarbeiter-Problematik' zum öffentlichen Anliegen hat werden lassen, ist dabei gewiß auch die Furcht vor der 'Gefahr', die von Fremden ausgeht. Schlagworte wie das vom 'sozialen Umkippen' oder der sogenannten zweiten Generation als 'sozialer Zeitbombe' weisen auf eine verbreitete und tiefsitzende Verunsicherung hin, die den Blick auf die reale Situation verstellt (Schüler-Springorum 1982, S. 7).

Viel hat sich daran nicht geändert, sieht man davon ab, dass die Gastarbeiter-Rhetorik durch eine sehr komplexe Migrations-Rhetorik ersetzt ist und die Ängste und Warnungen vor der zweiten Generation mittlerweile auch die dritte Generation der hier aufwachsenden Jugendlichen einschließen. Weshalb haben sich angesichts des Wandels der gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen und der langjährigen Erfahrungen der Bundesrepublik als einer Einwanderergesellschaft, der öffentliche Diskurs - und als Teil dessen auch der wissenschaftliche Diskurs - hinsichtlich der vorherrschenden Denkmuster und Argumentationsketten kaum verändert? Zum anderen fiel eine große Diskrepanz auf zwischen der Beobachtung, wie junge Menschen unterschiedlicher Herkunft alltäglich Zusammenleben und dem Tenor, wie dieses Zusammenleben in weiten Teilen von Medien, Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit kommentiert und problematisiert wird. Dieser nicht zuletzt in der eigenen sozialen Umgebung spürbare Widerspruch führte uns zu der Annahme, dass es

keineswegs natürlich ist, Menschen dieser Republik vorab als Deutsche und Ausländer, als Einheimische und Fremde in eine Verhältnis zu setzen und damit die jeweiligen nationalen, ethnischen und kulturell-religiösen Zugehörigkeiten von Menschen zum Ausgangspunkt bzw. zur Grundlage ihres Umgangs miteinander zu machen (Dannenbeck/ Eßer/Lösch 1999, S. 11)

Genau dies stellten wir hingegen bei der Sichtung und Reflexion des einschlägigen Forschungsstands ebenso wie bei unserem Bemühen, das Forschungsvorhaben in der Forschungslandschaft zu lancieren immer wieder fest. Es fiel nicht immer leicht, einen Standpunkt zu rechtfertigen, der davon aufgeht,

dass es Fremdheit sowie darin begründete Probleme und Konflikte nicht schlicht als natürliche Tatsachen des sozialen Lebens gibt, sondern dass Wahrnehmungen von Fremdheit in gesellschaftlichen Prozessen unter angebbaren Bedingungen hervorgebracht und nur unter spezifischen Bedingungen zum Bestandteil sozialer Konflikte werden (Scherr 1998, S. 49).

Eine Schlußfolgerung aus der oben skizzierten Diskrepanzerfahrung ist, dass die Beschäftigung mit der Thematik wissenschafts- und methodenkritisch ausfallen muß. Mein Erkenntnisinteresse konzentriert sich dabei auf folgendes:

Die Herkunft - worauf auch immer sich diese Kategorie im Einzelfall beziehen mag - steht (...) nicht selten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sie muß als Grund für so manches herhalten. Sie zwingt gleichwohl niemanden dazu, sich im Umgang mit anderen umstandslos als Mitglied oder Angehörige(r) eines nationalen oder ethnischen Kollektivs zu präsentieren. Da dies gleichwohl immer wieder - zumindest in bestimmten Fällen und in bestimmten Kontexten - festzustellen ist (also daß Menschen sich wechselseitig auf ihre nationalen oder ethnischen Kollektive berufen, oder andere danach sortieren und beurteilen), drängt sich die Frage auf, warum jemand gerade diese - in der Regel ja nicht unbedingt frei gewählte - kollektive Zugehörigkeit zum Ausgangspunkt oder gar zur Grundlage seiner Bewertung des Verhältnisses von Einheimischen und Zugewanderten macht. Darüber hinaus gilt es zu fragen, was damit erreicht wird - welche Logik also einer solchen Entscheidung zugrundeliegt. Anders gefragt: Was bringt jemanden dazu, im Spektrum individueller Lebensgestaltung und Selbstverortung, kollektive Zugehörigkeiten (wie z.B. Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, in einer politischen Partei, einer Bürgerinitiative, einem Sportverein, aber auch Angehöriger z.B. einer spezifischen Schicht, einer Glaubensgemeinschaft oder eines Familienclans zu sein) national-ethnischen Identifikationen unterzuordnen? (Dannenbeck/Eßer/Lösch 1999, S. 13f).

Was bedeutet dies nun für den Umgang mit empirischem Datenmaterial, in diesem Fall leitfadengestützten Interviews mit narrativen Passagen?

Sich im Namen der Sozialwissenschaften "ins Feld zu begeben" heißt in jedem Fall, sich an Geschichtsschreibungsprozessen zu beteiligen. Die "Beute" dieser Feldzüge, seien es Interviews, informelle Informations- oder Expertengespräche oder seien es Beobachtungen, haben unweigerlich Anekdotencharakter und sind als solche gewissermaßen Teil eines Diskurses von Reisenden. "Wenn Anekdoten einerseits die Eigenart des Zufälligen aufzeichnen (...), so werden sie doch andererseits als repräsentative Anekdoten erzählt" (Greenblatt 1994, S.11). Der Einwand mag durchaus seine Berechtigung haben, dass - unabhängig von der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit der Interpretation - jeglicher Wiedergabe eines Interviewausschnitts, jeglicher Beschreibung einer Beobachtungssituation die Eigenart des Zufälligen nicht abgesprochen werden kann. Aber jede dieser Anekdoten wird im Zuge ihrer Verwissenschaftlichung und Historisierung so erzählt, als ob sie repräsentativ für ihre Aussage stünde. Streitig hingegen sollte bleiben, dass die Behauptung von Repräsentativität und allgemeingültiger Aussagekraft zugleich die Demarkationslinie zwischen (harter) quantitativer und (weicher) qualitativer Forschung oder - schlimmer noch - zwischen seriöser Wissenschaft und feuilletonistischem Essayismus markiert. Was macht das Repräsentative im Zufälligen aus, lautet die beliebte rhetorisch gemeinte Frage. Im Projekt "Jugendliche in ethnisch heterogenen Milieus" konnten wir immer wieder nachweisen, dass die ethnische Zugehörigkeit, die kulturelle Herkunft kein definierbares Eigenschaftsbündel darstellt, dessen Funktion und Wirkung in Interaktionen antizipiert werden kann, sondern dass die Fremd- und Selbstzuschreibungsprozesse ethnischer oder kultureller Zugehörigkeit Formen sozialer und persönlicher Präsentationen sind, die im Alltag stets verzahnt sind mit anderen Präsentationsmerkmalen wie z.B. Geschlecht, Alter, Bildungsstatus, Hautfarbe etc. Im Namen einer ethnischen, kulturellen oder nationalen Zugehörigkeit auszutreten bedarf allemal einem mehr oder weniger starken Aufwand, einer Anstrengung. Teil dieser Anstrengung ist, die Bedeutung ethnischer, kultureller und/oder nationaler Merkmale als dominant herauszustellen und sie gegenüber anderen denkbaren Differenzierungs- und Hierarchisierungsmerkmalen hervorzuheben. Dieser "Aufwand" kann als Herstellungsprozess von Ethnizität bezeichnet werden. Sozialwissenschaftliche Fragestellungen nach den Bedingungen der Möglichkeit von Multikulturalität und dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft schenken ihre Aufmerksamkeit häufig gerade nicht dem, was da geschieht, wenn jemand als Migrant, als Fremder, als Exot in Erscheinung tritt, sondern sie tendieren dazu, die interaktive Konfrontation als soziale Tatsache hinzunehmen und sich schwerpunktmäßig oder ausschließlich den Folgen der Begegnung zu widmen.

Es begegnen sich aber nicht einfach Einheimische und Fremde, Inländer und Ausländer. Diese Begegnungen sind nie gänzlich voraussetzungslos. Ihnen voraus gehen immer politische Verständigungen darüber, sich als solche zu begegnen und eben nicht als Männer und Frauen, Computerspezialisten und -laien oder Handybesitzer. In Anlehnung an Rodriguez (1999) könnte argumentiert werden, dass kulturelle, ethnische und/oder nationale Differenz "innerhalb eines konkreten geographischen und politischen Kontextes sowie als Aushandlungseffekt eines spezifischen Kräfteverhältnisses" (ebd. S.12) entsteht. Insofern befasse ich mich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Ethnizität und anderen Differenzierungs- und Hierarchisierungsmerkmalen. Wie Rodriguez die Geschlechtskategorie, betrachte ich die markierte ethnische Differenz "als Konfiguration manigfaltiger Herrschafts- und Machtverhältnisse, als Querschnitt historischer, institutioneller, sozialer und symbolischer Prozesse" (ebd. S. 12).

Es ergeben sich folgende Leitfragen, die ich an meine Interviews stelle:

(1) Auf welcher Basis beschreiben sich die befragten Jugendlichen in den Interviews? Die Interviewsituation selbst ist eine gegenüber dem Alltag herausgehobene Situation. Dennoch ist sie nicht prädestiniert, selbst unter optimierten Bedingungen methodisch kontrollierter Datenerhebung, repräsentative Antworten auf die Frage nach der "eigentlichen", sprich grundlegenden kulturellen Identität zu finden. Vielmehr geht es um die Reflexion des wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses auf der einen Seite und die in den Selbstdefinitionen der Befragten enthaltenen Präsentationsinteressen der Interviewten auf der anderen Seite.

(2) Eine zweite Leitfrage weist auf die im Zuge der Selbstdarstellungen zitierten Diskurse. Auch hierbei liegt der Fokus der Aufmerksamkeit auf der interaktiven Interviewsituation: in welches Verhältnis setzen sich die Probanden bezüglich der durch die Frageformulierungen angesprochenen Diskurse? Das Interview ist nicht als selbstredend gründlich vorbereitete Expedition ins Reich fremder, unbekannter Wirklichkeiten anzusehen, sondern als besonderer Ort der gemeinschaftlichen (Re)produktion der Bedeutung von Ethnizität und Kultur. Die Auswertungsperspektive verschiebt sich damit von der Erwartung, Einblick in "andere" Realitäten zu gewinnen, hin zu der Erwartung, etwas über die Logik der Verhandlung von ethnischer bzw. kultureller Differenz zu erfahren. Das Interview selbst ist damit - genauso wie die Beobachtungssituation - ein Ort, an dem sich ein gesellschaftliches Spannungsverhältnis manifestiert: ein Ort, an dem sich Bewußtseinskonfigurationen präsentieren lassen und gleichzeitig erzeugt werden, ein Ort, an dem Subjektivität inszeniert wird. Unveräußerliches Kennzeichen der Moderne ist nach Bauman die unaufhebbare Ambivalenz. Obgleich fortwährend dem Versuch unterworfen, Eindeutigkeit herzustellen durch Klassifikation und Unterscheidung, ist es ein vergebliches Bemühen, Ambivalenzen endgültig beseitigen zu wollen. Denn jegliches "klassifizieren besteht aus den Handlungen des Einschließens und des Ausschließens (...). Jede Benennungshandlung teilt die Welt in zwei Teile: in Einheiten, die auf den Namen hören und alle übrigen, die dies nicht tun" (Bauman 1992, S. 15). Da also jeder Klassifikationsvorgang ein Unterscheidungsvorgang ist, der seinerseits wieder Nichtklassifiziertes notwendigerweise hervorbringen muß, um erfolgreich zu sein, nimmt durch fortschreitende Differenzierung die Ambivalenz nicht ab, sondern zu. Die "Ambivalenz ist ein Nebenprodukt der Arbeit der Klassifikation" (ebd. S.15). Der Ambivalenz entspringt ein neuerliches Unbehagen, wenn wir das, was wir bezeichnen wollen, sprachlich nicht mehr eindeutig zuordnen können.

Diese knappe Beschreibung der Bauman'schen Moderne läßt sich beispielhaft in der Interviewsituation - die sozialwissenschaftlich orientiert, also methodisch kontrolliert und theoretisch reflektiert ist - rekonstruieren. So ist auch die Interviewsituation zwischen einem Sozialwissenschaftler und seinem Interviewpartner - in der es um Prozesse de Präsentation und des Verstehens geht - als interaktiver Versuch zu begreifen, Ordnung und Eindeutigkeit durch Klassifizierung herzustellen. Auf Seiten der Interviewten entspricht dies der teilweisen Notwendigkeit, die Aussagen des Interviewten schon während des Interviews zu klassifizieren, um ein vertieftes Nachfrage überhaupt erst zu ermöglichen. Auf Seiten des Interviewten trifft dies zusammen mit dem Wunsch, sich verständlich zu machen. Was aber, wenn mehrere Klassifikationssysteme oder -logiken im Raume stehen? Was, wenn der Interviewte sich gegen die möglicherweise durch die Interviewerseite induzierte Eindeutigkeit zur Wehr setzt? Was, wenn der Einspruch des Interviewten lediglich als ein dessen Ausführungen immanenter Widerspruch rezipiert wird? "Entweder gehört die Situation zu keiner der sprachlich unterschiedenen Klassen, oder sie fällt in verschiedene Klassen zugleich" (Bauman 1992, S.14). Im Interview geht ein Gespenst um: drohender Kontrollverlust und Kampf um Definitionsmacht. Darin liegt möglicherweise ein Grund für die Diagnose bedrohter Identitäten, die Jugendlichen mit Migrationserfahrungen häufig gestellt wird. Bezeichnend hierfür sind Fragen nach der "eigentlichen" Heimat, nach der Herkunftskultur, in der man sich "wirklich" zu Hause fühlt, nach den "ursprünglichen" Wurzeln und emotionalen Verbundenheiten - Fragen, an die gemeinhin die Zumutung, sich entscheiden zu müssen, geknüpft ist ("eher deutsch oder eher türkisch?"). Interessant auch die Erfahrung, dass die Interviewten nur selten darauf bestehen, sich den zugemuteten Klassifikationen zu wiedersetzen. So gehören zu den beliebig abrufbaren Aussagen zur Identität von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die zum Stereotyp geronnenen Bekenntnisse, "zwischen den Stühlen" zu sitzen, "zwei (kulturelle) Seelen in der Brust" zu tragen etc. So entsteht aber auch eine neue Klassifizierung: die bikulturellen Virtuosen, mit der "anderen" kulturellen Identität eines dritten Weges. "Die typisch moderne Praxis, die Substanz moderner Politik, des modernen Intellekts, des modernen Lebens, ist die Anstrengung, Ambivalenz auszulöschen: eine Anstrengung, genau zu definieren - und alles zu unterdrücken oder zu eliminieren, was nicht genau definiert werden konnte oder wollte" (ebd. S. 20).

Die Interviewsituation ist so gesehen ein Ort, an dem Identitätsarbeit quasi "live" geleistet wird. Sie ist nicht das Pauseninterview mit den Spielern, sie ist das Spiel selbst - nicht reden über Identität, sondern Herstellung und Produktion von Identität in einem einen. Entsprechend dem identitätskonzept, das Woodward (1997) in der Tradition der britischen Cultural Studies im Rahmen des Kurses D318 der Open University London "Culture, Media and Identities" beschrieben hat, begreife ich Identität als einen relationalen Begriff. Er zielt nicht auf ein Bündel von Eigenschaften, sondern auf soziale Beziehungen und Verhältnisse. Identität ist nicht verständlich ohne den Einbezug von Differenz. "Identity is (...) marked out by difference" (Woodward 1997, S.9).

Literatur

Bauman, Zygmunt: Moderne und Ambivalenz. Das Ende der Eindeutigkeit. Hamburg 1992.

Dannenbeck, Clemens/Eßer, Felicitas/Lösch, Hans: Herkunft (er)zählt. Befunde über Zugehörigkeiten Jugendlicher. Interkulturelle Bildungsforschung, Bd. 4, Münster New York München Berlin 1999.

Greenblatt, Stephen: Wunderbare Besitztümer. Die Erfindung des Fremden: Reisende und Entdecker. Frankfurt a.M. Wien 1994.

Rodriguez, Encarnación Gutiérrez: Intellektuelle Migrantinnen - Subjektivitäten im Zeitalter von Globalisierung. Eine postkoloniale dekonstruktive Analyse von Biographien im Spannungsverhältnis von Ethnisierung und Vergeschlechtlichung. Opladen 1999.

Scherr, Albert: Die Konstruktion von Fremdheit in sozialen Prozessen. Überlegungen zur Kritik und Weiterentwicklung interkultureller Pädagogik. In: Neue Praxis, 28. Jg., Heft 1, 1998, S. 49-58.

Schüler-Springorum, Horst: Zur Einführung. In: Bielefeld, Uli und Kreissl, Reinhard und Münster, Thomas: Junge Ausländer im Konflikt. Lebenssituationen und Überlebensformen. München 1982, S. 7-9.

Woodward, Kathryn (ed.): Identity and Difference. Culture, Media and Identities. London 1997.


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