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Der Arbeitsbegriff in der ökonomischen Theorie und das Ehrenamt - ein Arbeitsprogramm

Bettina Hollstein


„Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?” (Hannah Arendt, Vita activa)

Gliederung

1 Problemstellung

In der öffentlichen Meinung stellt die Arbeitslosigkeit das wichtigste Problem der 90er Jahre dar. Mit Hinweis auf das sinkende Erwerbsarbeitsvolumen seit den 60er Jahren befürchten viele, daß der Arbeitsgesellschaft die Arbeit ausgehe, wie es Hannah Arendt bereits vor 40 Jahren vorausgesagt hat. [1] Andere hingegen sind der Meinung, daß ausreichend Arbeit vorhanden sei und durch Senkung der relativen Preise für Arbeit, die Nachfrage danach erhöht werden könne. [2] Diese letztgenannte Kontroverse betrifft aber nur die Erwerbsarbeit, die über den Arbeitsmarkt angeboten und nachgefragt wird, nicht aber die Nichterwerbsarbeit [3], die immer wieder als Alternative zur Erwerbsarbeit vorgeschlagen wird. [4]
Die Ökonomie untersucht gesellschaftliche Probleme, bei denen es darum geht, bestimmte Ziele mit knappen Mitteln, die für alternative Ziele eingesetzt werden können, zu erreichen (Robbins, 1933, S. 16). Konkret geht es im Fall der Arbeit darum, wie Arbeitsleistung [5] eingesetzt wird, um bestimmte gesellschaftlich erwünschte Leistungen zu erstellen. Zu den gesellschaftlich erwünschten Leistungen gehören neben den Reproduktionsleistungen, die über Märkte angeboten werden (Güter und Dienstleistungen), auch solche Reproduktionsleistungen, die nicht über Märkte, sondern über den familiären Kontext, Gruppen und Verbände unentgeltlich bereitgestellt werden. Mit der Bereitstellung von Leistungen über Märkte beschäftigt sich die Ökonomie schon seit langem und in großer Ausführlichkeit. Es stellt sich nun die Frage, ob sie Arbeit nur als Erwerbsarbeit begreifen kann, oder ob auch die Nichterwerbsarbeit, die einen bedeutenden Anteil an der Reproduktion der Gesellschaft hat, im Rahmen der ökonomischen Theorie untersucht werden kann. Dies hängt davon ab, was sich hinter dem Arbeitsbegriff in der Ökonomie verbirgt.
Hierzu ist eine Rekonstruktion des Arbeitsbegriffs in der ökonomischen Theorie notwendig sowie die Gegenüberstellung dieses Arbeitsbegriff mit Begriffsbildungen aus benachbarten Disziplinen, um eventuelle Verengungen des Arbeitsbegriffs in der Ökonomie aufzuspüren. Die stete Um- und Neubildung von wissenschaftlichen Begriffen, mit denen die komplexe Wirklichkeit erfaßt werden soll, ist laut Max Weber der Ausgangspunkt der Kulturwissenschaften (Weber, 1968, S.184). Daher scheint die vergleichende Betrachtung des Arbeitsbegriffs in den verschiedenen sozialwissenschaftlichen Disziplinen ein geeigneter Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre Betrachtung zu sein, wie sie hier angestrebt wird. Ob ein weiter oder ein enger Arbeitsbegriff für die Analyse sinnvoller ist, hängt von dem zu betrachtenden Problem ab. In dieser Arbeit soll das Ehrenamt, als eine besondere Form der Nichterwerbsarbeit, untersucht werden. Es stellt sich dabei die Frage, ob durch eine Erweiterung des ökonomischen Arbeitsbegriffs diese Problematik besser analysiert werden kann, als im Rahmen der traditionellen ökonomischen Herangehensweise. Ziel der Betrachtung kann es dabei nicht sein, einen Arbeitsbegriff zu entwickeln, der alle Facetten der realen Arbeit berücksichtigt, da nur durch Abstraktion eine Eindeutigkeit [6] erreicht werden kann, die für das wissenschaftliche Arbeiten notwendig ist (Weber, 1984, S. 38). Vielmehr geht es darum, den Grad der Abstraktion so zu wählen, daß das zu untersuchende Problem - hier das Ehrenamt - adäquat behandelt werden kann.
Die ehrenamtliche Tätigkeit wird - wie der gesamte Nonprofit-Sektor - im gesellschaftlichen Diskurs kaum wahrgenommen. Erst in jüngster Zeit wird der Nonprofit-Sektor überhaupt als Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung ausgemacht [7]. Mit dieser „Unsichtbarkeit” der ehrenamtlichen Arbeit im wissenschaftlichen Diskurs geht auch eine Minderbewertung der ehrenamtlichen Arbeit gegenüber der Erwerbsarbeit im gesellschaftlichen Diskurs einher. Hierbei spielt der geschlechtsspezifische Aspekt eine herausragende Rolle. Eine Erweiterung des Arbeitsbegriffs in der Ökonomie, der eine adäquate Erfassung der ehrenamtlichen Arbeit ermöglicht, müßte auch diese geschlechtsspezifische Problematik darstellen können.
Theoretische Begriffe konkretisieren sich in Institutionen. So konkretisiert sich die Erwerbsarbeit über die Institution Arbeitsmarkt in der Gesellschaft. Die Nichterwerbsarbeit hingegen ist in Form von Normen und Handlungsweisen in gesellschaftlichen Gruppen und Verbänden institutionalisiert. Es stellt sich die Frage, ob durch die Wahl eines erweiterten Arbeitsbegriffs in der ökonomischen Theorie auch andere Institutionalisierungsmöglichkeiten außerhalb des Marktes [8] in den Blick kommen, analysiert und bewertet werden könnten, die mit dem bisherigen theoretischen Instrumentarium keine Berücksichtigung fanden.


2 Forschungsstand

Zur Arbeitsproblematik gibt es eine Fülle von kaum überschaubarer Literatur in den einzelnen Disziplinen, die bisher wenig aufeinander Bezug nehmen. Im Bereich der Ökonomie gibt es mehrere Schulen, die zu unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Empfehlungen bezüglich der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit gelangen. Darüber hinaus wurde eine ökonomische Theorie des Ehrenamts im Rahmen des Rational Choice-Ansatzes entwickelt [9], die auch innerhalb der ökonomischen Theorie nicht unumstritten ist. Im Rahmen der feministischen Ökonomie wurde die Reproduktionsarbeit im privaten Haushalt als Form der Nichterwerbsarbeit analysiert. Trotz der sehr unterschiedlichen Ansätze, die einerseits zu konträren wirtschaftspolitischen Empfehlungen (angebots- vs. nachfrageorientierter Strategie) bezüglich der Erwerbsarbeit kommen und andererseits ganz unterschiedliche Herangehensweisen bezüglich der Nichterwerbsarbeit praktizieren (Rational Choice, feministische Ökonomie), basieren alle auf einem gemeinsamen Paradigma, das grundlegend für den ökonomischen Arbeitsbegriff ist.
In anderen Disziplinen der Sozialwissenschaften wie Soziologie, Philosophie, Psychologie usw. wird neben dem Rohstoff Humankapital der personale Charakter der Arbeit herausgestellt. Dadurch, daß Arbeit untrennbar mit der Person, die sie leistet, verbunden ist, ist sie ein „wesentlicher Bestandteil des Lebens der Individuen und entscheidet über die Teilnahmemöglichkeit, den Status, das soziale Ansehen und die Identität des Einzelnen ... in der Gesellschaft.” (Wittmann, 1996, S. 2) Um methodisch eine gemeinsame Basis zur Ökonomie zu finden, sollen in erster Linie die sozialwissenschaftlichen Ansätze herangezogen werden, die sich wie die ökonomische Theorie auf den methodologischen Individualismus beziehen [10].
Im Bereich der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere der Personalwirtschaft, wurde versucht, den ökonomischen Arbeitsbegriff um die subjektbezogene Komponente zu erweitern, da man feststellte, daß personenbezogene Aspekte (Motivation, Zufriedenheit, Interesse am Arbeitsobjekt usw.) von entscheidender Bedeutung für die Arbeitsleistung sind (Staehle, 1979, Sp. 76ff). Hierzu zählen die Entwicklungen, die sich unter dem Stichwort „Humanisierung der Arbeit” zusammenfassen lassen (Staehle, 1979, Sp. 79f). In diesem Zusammenhang gibt es Versuche, zu einem die Ethik integrierenden Arbeitsbegriff zu gelangen (Wittmann, 1996, S. 20ff) bzw. zu einer Integration der Beriebswirtschaftslehre in die Sozialwissenschaften (Schanz, 1990). Allerdings wird auch hier in der Regel der Arbeitsbegriff auf die Erwerbsarbeit beschränkt. [11]
Zusammenfassend kann man sagen, daß es in der ökonomischen Theorie ein gemeinsames Paradigma gibt, aus dem ein bestimmter, zweckrationaler Arbeitsbegriff erwächst, der grundsätzlich sowohl Erwerbsarbeit als auch Nichterwerbsarbeit beschreiben kann, aber personenbezogene Aspekte ausblendet. Diese stehen in anderen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften im Vordergrund, ohne daß von einem einheitlichen Paradigma in diesen Bereichen gesprochen werden könnte. Ansätze, die beide Aspekte (Zweckrationalität und Personalität) verknüpfen, finden sich im Bereich der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere der Personalwirtschaft, wobei sich diese allerdings auf die Erwerbsarbeit beschränken.


3 Arbeitsprogramm

3.1 Rekonstruktion des Arbeitsbegriffs in der ökonomischen Theorie

Um eine Rekonstruktion des Arbeitsbegriffs in der ökonomischen Theorie zu erreichen, werden als Ausgangspunkt makroökonomische Arbeitsmarktmodelle in Lehrbüchern der Ökonomie, getrennt nach Modellgruppen, untersucht. Hierbei wird nicht eine ausführliche Diskussion der einzelnen Modelle erfolgen, sondern in erster Linie auf die zugrundliegenden methodologischen Annahmen (homo oeconomicus [12], methodologischer Individualismus usw.) eingegangen, die allen ökonomischen Theorien - auch unterschiedlicher Ausrichtung - zugrunde liegen. Insbesondere werden die Elemente, die den beiden Hauptmodellgruppen (Neoklassik und Keynessche Ökonomie) gemein sind, herausgearbeitet. Diesem Arbeitsbegriff der „mainstream-Ökonomie” [13] soll der klassische Arbeitsbegriff [14] gegenübergestellt werden, um auch hier die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Darüber hinaus sollen aber auch Weiterentwicklungen, wie die Institutionenökonomie, untersucht werden, die aus den Grundmodellen entwickelt wurden. Da die Betrachtung des Ehrenamts im Zentrum der Untersuchung stehen soll, werden außerdem ökonomische Theorien des Ehrenamts Berücksichtigung finden sowie Theorien zur Reproduktionsökonomie in privaten Haushalten aus der Sicht der feministischen Ökonomie. [15] Anhand der zugrundeliegenden gemeinsamen Annahmen aller genannten ökonomischen Theorien soll der Arbeitsbegriff, wie er in der Ökonomie Verwendung findet, näher definiert und erläutert werden. Weiterhin soll ermittelt werden, welche Arten von Fragestellungen mit diesem Instrumentarium untersucht werden und untersucht werden können. Diese sollen systematisch zusammengestellt werden, so daß im Umkehrschluß deutlich wird, welche Fragestellungen mit Hilfe der ökonomischen Modelle bislang nicht oder nur unzureichend analysiert werden konnten.


3.2 Erweiterung des Arbeitsbegriffs anhand der Erkenntnisse anderer Disziplinen

Während die Ökonomie durch den Rückgriff auf das Modell des homo oeconomicus eine Reduktion von Komplexität erreicht, die erklärungsstarke Modelle ermöglicht, versuchen andere Disziplinen die Komplexität des menschlichen Subjekts durch idealtypische Kategorien wie Werte, Weltbilder, Mentalitäten usw. zu erfassen. Der arbeitende Mensch wird hier in seinem Gesamtkontext betrachtet. Der Mensch muß sich die „Weltfülle” aneignen und „bewältigt tätig die Wirklichkeit um ihn herum, indem er sie ins Lebensdienliche verändert” also „tätig umarbeitet” (Gehlen, 1986, S. 37). In der hegelschen Philosophie verwandelt der Mensch arbeitend die gegebene Natur, so daß es Fortschritt und geschichliche Entwicklung gibt, verändert darüber hinaus sich selbst (Kojève, 1996, S. 69) und bildet so sein Bewußtsein. [16] Aufgrund der Tatsache, daß demnach Arbeit untrennbar mit dem Menschsein verbunden ist, ist sie eine zentrale Kategorie in den kulturwissenschaftlichen Disziplinen, die mehr in ihr sehen als den Rohstoff Arbeitsvermögen oder Humankapital und eine ganzheitlichere Erfassung der Arbeit anstreben. Hier spielen Dimensionen wie Sinngebung, Identität, sozialer Status usw. eine entscheidende Rolle. Diese Aspekte spiegeln sich unter anderem wider in Sprichworten, die die Rolle der Arbeit im gesellschaftlichen Leben beleuchten: „Arbeitsschweiß an Händen hat mehr Ehre als ein goldener Ring am Finger.”, „Nach getaner Arbeit ist gut ruhn.” oder „Wo Arbeit das Haus bewacht, kann Armut nicht hinein.” (Siebert, 1994, S. 12).
Während in der ökonomischen Theorie nur das zweckrationale menschliche Verhalten betrachtet wird [17], will die Soziologie nach Max Weber das soziale Handeln auch aufgrund wertrationaler, affektueller und traditionaler Kategorien erklären (Weber, 1984, S. 44). Die Bedeutung dieser Aspekte soll insbesondere in Bezug auf das Ehrenamt, das gesellschaftlich sinnvolle Arbeit erbringt, untersucht werden, wobei sich Fragen ergeben nach der spezifischen Leistung des Ehrenamts für eine Gesellschaft, seinen typischen Charakteristika und der Umstände, unter denen es zu ehrenamtlicher Tätigkeit kommt. Da es zur ehrenamtlichen Arbeit eine große Anzahl auch empirischer Untersuchungen im soziologischen Bereich gibt, wird an dieser Stelle auf die entsprechende Literatur zurückgegriffen, die nicht weiter empirisch überprüft werden soll [18]. Besondere Berücksichtigung soll auch hier die geschlechtsspezifische Betrachtung haben, die auch empirisch von hoher Relevanz ist. [19]
Die so erarbeiteten Ergebnisse sollen systematisch zusammengefaßt werden zu einem Entwurf eines erweiterten Arbeitsbegriffs, der sich am Begriff der Tätigkeit orientieren könnte und weitere Rationalitäten neben der ökonomischen Rationalität berücksichtigt. Er sollte darüber hinaus das Ehrenamt als gesellschaftliche Arbeit genauer definieren können als der ökonomische Arbeitsbegriff. Ein solcher Entwurf wird sich wahrscheinlich nicht im Rahmen traditioneller ökonomischer Modelle darstellen lassen, da die Komplexität der diversen, oben genannten Rationalitäten bewußt beibehalten werden soll. Es soll aber versucht werden, ein Schema zu entwickeln, das einen systematischen Zugang zu diesem Arbeitsbegriff ermöglicht und den interdisziplinären Dialog anregen kann.


3.3 Institutionalisierungsformen alternativer Arbeitsbegriffe

Schließlich soll die Institutionalisierung der Arbeit in der Lebenswelt untersucht werden. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, daß Strukturen, Ziele und Ergebnisse der Arbeit gesellschaftlich geregelt (Neuberger, 1985, S. 118) und somit gesellschaftlich gestaltbar sind. Die vorhandene Institutionalisierung des traditionellen ökonomischen Arbeitsbegriffs als Erwerbsarbeit in der Bundesrepublik soll beschrieben werden und deren Folgen für die Gestaltung der sozialen Sicherungssysteme. Dann sollen aus den Reduzierungen des Arbeitsbegriffs resultierende Ausgrenzungsmechanismen, die bestimmte Tätigkeiten als „Nichterwerbsarbeit” definieren und somit disqualifizieren, untersucht werden. Die Analogien zwischen den Strukturmerkmalen des Arbeitsbegriffs in der ökonomischen Theorie (s. erster Abschnitt) und der Institutionalisierung der Arbeit als Erwerbsarbeit am Arbeitsmarkt sollen dargelegt werden. In der Institution Markt soll die Idee der effiziente Allokation von Ressourcen, inkl. des Humankapitals verwirklicht werden. Alternative und/oder komplementäre Vorstellungen des Arbeitsbegriffs müssen auch andere Formen der Institutionalisierung finden, um gesellschaftlich relevant zu werden, wobei die Institutionalisierung sowohl aufgrund der Internalisierung des erweiterten Arbeitsbegriffs durch die Akteure als auch durch staatliche Rahmenbedingungen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen erfolgen kann.
Die bestehende Institutionalisierung des Ehrenamts in der Bundesrepublik soll dem Arbeitsmarkt gegenübergestellt werden. Darüber hinaus sollen neue Vorschläge alternativer Institutionalisierungen von Arbeit, wie sie von Beck und anderen empfohlen werden, unter Berücksichtigung des erweiterten Arbeitsbegriffs betrachtet und bewertet werden.

Literatur:
Anheier, Helmut, u. a. (Hg.) (1997), Der dritte Sektor in Deutschland: Organisationen zwischen Staat und Markt im gesellschaftlichen Wandel, Berlin: Ed. Sigma.
Arendt, Hannah (1996), Vita activa oder Vom tätigen Leben, 8. Aufl. (Originalausgabe 1958), München, Zürich: Piper.
Backes, Gertrud (1987), Frauen und soziales Ehrenamt: Zur Vergesellschaftung weiblicher Selbsthilfe, Beiträge zur Sozialpolitik-Forschung Bd. 1, Augsburg: Maro-Verlag.
Beck, Ulrich (1998), Die Seele der Demokratie: Wie wir Bürgerarbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren können, in: Gewerkschaftliche Monatshefte, 49. Jg., 6-7 '98, Wo bleibt die Arbeit?, S. 330-335.
Becker, Gary S. (1993), Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens, übersetzt von Monika und Viktor Vanberg, Die Einheit der Gesellschaftswissenschaften Bd. 32, 2. Aufl. (Originalausgabe 1976), Tübingen: Mohr.
Erhardt, Manfred (1997), Vorwort, in: Anheier, Helmut, Priller, Eckhard, Seibel, Wolfgang, Zimmer, Annette, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Abteilung: Sozialstruktur und Sozialberichterstattung (Hg.), Der dritte Sektor in Deutschland: Organisationen zwischen Staat und Markt im gesellschaftlichen Wandel, Berlin: Ed. Sigma, S. 9-11.
Fetscher, Iring (1998), Arbeit - wozu?, in: Gewerkschaftliche Monatshefte, 49. Jg., 6-7 '98, Wo bleibt die Arbeit?, S. 346-348.
Gehlen, Arnold (1986), Der Mensch, Seine Natur und seine Stellung in der Welt, 13. Aufl., Wiesbaden: Aula-Verlag.
Gorz, André (1998), Enteignung und Wiederaneignung der Arbeit, in: Gewerkschaftliche Monatshefte, 49. Jg., Heft 6-7, S. 349-352.
Heuser, Uwe Jean (1998), Auf die harte Tour: Um mehr Jobs zu schaffen, muß Arbeit billiger werden, Rezension, in: Die Zeit, Nr. 26, 18.06.98, S. 20.
Kojève, Alexandre (1973), Kommentar zu Abschnitt A des IV. Kapitels der >Phänomenologie des Geistes< (1968), in: Fetscher, Iring (Hg.), Hegel in der Sicht der neueren Forschung, (Erste Veröffentlichung in "Mésures" 14.1.1939), Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, S. 96-125.
Kojève, Alexandre (1996), Hegel, eine Vergegenwärtigung seines Denkens: Kommentar zur Phänomenologie des Geistes, Anhang: Hegel, Marx und das Christentum, 4. Aufl. (1. Aufl. 1975, Originalausgabe 1947), Frankfurt/Main: Suhrkamp.
Matzner, Egon (1998), Das Ende des Systemwettbewerbs: Oder geht der Gesellschaft die Arbeit aus?, Vortrag am 20.05.98 im Rahmen des Wiener Zukunftsdialoges der Wiener Vorlesungen, Wien.
Metz, Thomas (1993), Theorien der Arbeitsbeziehungen: Arbeitspolitik, in: Breisig, Thomas (Hg.), Handwörterbuch Arbeitsbeziehungen in der EG, Wiesbaden: Gabler, S. 550-553.
Neuberger, Oswald (1985), Arbeit: Begriff - Gestaltung - Motivation - Zufriedenheit, Stuttgart: Enke.
Notz, Gisela (1989), Frauen im sozialen Ehrenamt: Ausgewählte Handlungsfelder: Rahmenbedingungen und Optionen, Freiburg i. Br.: Lambertus.
Offe, Claus, Heinze, Rolf G. (1990), Organisierte Eigenarbeit: Das Modell Kooperationsring, Ökonomische und ökologische Perspektiven der Industriegesellschaft Bd. 1, Frankfurt/M., New York: Campus.
Robbins (1933), (zitiert nach Zameck, 1997, S. 12.) Zitat wird noch überprüft .
Schanz, Günther (1990), Die Betriebswirtschaftslehre als Gegenstand kritisch-konstruktiver Betrachtungen: Kommentare und Anregungen, Stuttgart: Poeschel.
Siebert, Horst (1994), Geht den Deutschen die Arbeit aus? Wege zu mehr Vollbeschäftigung, München: Bertelsmann.
Staehle, Wolfgang H. (1979), Arbeit, in: Kern, Werner (Hg.) Handwörterbuch der Produktionswirtschaft, Enzyklopädie der Betriebswirtschaftlehre Bd. 7, Stuttgart: Poeschel, Sp. 70-83.
Weber, Max (1968), Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, 3. Aufl., (zitiert nach: Käsler, Dirk (1995), Max Weber: Eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung, Frankfurt/Main, New York: Campus Verlag, S. 250.) Zitat wird noch überprüft.
Weber, Max (1984), Soziologische Grundbegriffe, Sonderausgabe aus: Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1921, mit einer Einf. von Johannes Winckelmann, 6. erneut durchges. Aufl., Tübingen: Mohr.
Wittmann, Stephan (1996), Der ethische Gehalt des Arbeitsbegriffs: Rekonstruktion einer betriebswirtschaftlichen Schlüsselkategorie, Institut für Wirtschaftsethik, Beiträge und Berichte Nr. 75, St. Gallen.
Zameck, Walburga von (1997), Ökonomische Theorie der Frau: eine mikroökonomische Analyse von Markt- und Nichtmarktentscheidungen, Volkswirtschaftliche Schriften, H. 477, Berlin: Duncker und Humblot.


[1] Dieser Meinung sind beispielsweise Ulrich Beck, Iring Fetcher, André Gorz und andere, die ihre Thesen zum Thema „Arbeit und ihre Zukunft” im Heft 6-7, 1998 der Gewerkschaftlichen Monatshefte publiziert haben.
[2] Zu unterscheiden sind hier zwei gegensätzliche Positionen. Prof. Siebert, Mitglied des Sachverständigenrats, vertritt beispielsweise eine neoklassische Position und fordert Lohnflexibilisierung nach unten, Deregulierung usw. zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit (Heuser, 1998, S. 20). Prof. Matzner, als Beispiel für die Gegenposition, setzt auf geringere Zinsen, stabile Wechselkurse und weitreichende institutionelle Regelungen z. B. des Steuersystems (Matzner, 1998, S. 5f).
[3] Dieser Begriff soll zunächst in Abgrenzung zur Erwerbsarbeit benutzt werden, ohne eine positive Definition davon zu geben. Eine Kritik dieses Begriffs soll im Rahmen des dritten Teils der Arbeit erfolgen.
[4] Neben dem Vorschlag von Ulrich Beck (Beck, 1998, S. 330f) zur Einführung von Bürgerarbeit sei auf die Vorschläge zur Eigenarbeit in Kooperationsringen von Offe und Heinze verwiesen (Offe, 1990).
[5] Arbeitsleistung ergibt sich aus den knappen Mitteln Humankapital und für die Arbeit verwandte Lebenszeit.
[6] Das Bemühen um eine eindeutige Problemformulierung, die für das wissenschaftliche Arbeiten notwendig ist, bedeutet nicht, daß jedes Problem eindeutig ist bzw. eine eindeutige Lösung hat.
[7] Ein Beispiel auf internationaler Ebene ist das Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project, dessen interdisziplinärer Forschungsverbund fast 30 Länder umfaßt (Erhardt, 1997, S. 9).
[8] Neben der Bürgerarbeit gibt es in der aktuellen Diskussion Vorschläge zur Eigenarbeit, Netzwerkstrukturen, Reform des Ehrenamts usw.
[9] Die ökonomische Theorie des Altruismus stellt einen Teilaspekt der von Gary S. Becker entwickelten Haushalts- und Familienökonomie auf Basis des Rational-Choice-Ansatzes dar (Becker, 1993, S. 317ff).
[10] In dieser Frage sei auf Max Weber verwiesen, der sich explizit von dem häufig auch gegenüber Ökonomen angeführten Vorwurf distanziert, die individualistische bzw. rationalistische Methode mit einer individualistischen bzw. rationalistischen Wertung zu verwechseln. „Das ungeheure Mißverständnis jedenfalls, als ob eine „individualistische” Methode eine (in irgendeinem möglichen Sinn) individualistische Wertung bedeute, ist ebenso auszuschalten, wie die Meinung: der unvermeidlich (relativ) rationalistische Charakter der Begriffsbildung bedeute den Glauben an das Vorwalten rationaler Motive oder gar: eine positive Wertung des „Rationalismus”.” (Weber, 1984, S. 36)
[11] Ein ähnliches interdisziplinäres Forschungsprogramm zur Theorie der Arbeitsbeziehungen wird unter dem Stichwort „Arbeitspolitik” verfolgt. Allerdings bezieht es sich ebenfalls nur auf die Erwerbsarbeit und ist selbst nicht abschließend ausgearbeitet (Metz, 1993, S. 550ff).
[12] Der homo oeconomicus verfolgt als Individuum rein zweckrational die Maximierung seines Nutzens gemäß stabiler Präferenzen.
[13] Es wird davon ausgegangen, daß sich in Lehrbüchern die „mainstream-Theorien” finden lassen, die sich in der scientific community durchgesetzt haben.
[14] Der klassische Arbeitsbegriff bezieht sich hier auf die ökonomische Theorie der Klassik, zu der u. a. Smith, Ricardo und Marx zu zählen sind.
[15] Während sich die traditionelle Ökonomie auf marktwirtschaftliche Prozesse beschränkt, will die feministische Ökonomie den „Nichtmarktbereich der Haushaltsproduktion, der frauendominant ist,” untersuchen (Zameck, 1997, S. 28).
[16] "Durch die Arbeit kommt es aber zu sich selbst.” (das Bewußtsein) (Kojève, 1973, S. 119)
[17] Max Weber bezeichnet die Vorstellung, daß es konkretes soziales Handeln geben könne, das nur der Zweckrationalität entspräche, als einen „konstruktiven Grenzfall” (Weber, 1984, S. 46).
[18] Beispielhaft seien hier die Darstellungen von Anheier (1997), Notz (1989) und Backes (1987) genannt.
[19] Etwa 80 % der unmittelbaren Hilfs- und Betreuungstätigkeit der sozialen ehrenamtlichen Arbeit wird durch Frauen geleistet (Notz, 1989, S. 16).
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