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"POLITIK ENTSTEHT IM ZWISCHEN UND ETABLIERT SICH IM BEZUG"[1] DIE ROMANE SYLVIA TOWNSEND WARNERS

von

Christina Rauch, Erlangen


  

Sylvia Townsend Warner (1893-1978), eine im deutschsprachigen Raum fast gänzlich unbekannte Autorin der englischen Moderne, verfaßte sieben Romane, die Gelegenheit geben, sich in vielerlei Hinsicht über liebgewordene Ansichten innerhalb der literaturwissenschaftlichen Modernismusforschung noch einmal Gedanken zu machen. Die hier herausgegriffene Frage nach demVerhältnis zwischen Politik und Literatur ist nur eine davon.
Warner wird, da ist sich die Forschung erstaunlich einig, auf die eine oder andere Weise als politische Literatin rezipiert (Brothers 1989a; 1989b; 1989c; 1991; Caserio 1990; Castle 1992; 1993; Foster 1995; Hopkins 1995; Knoll 1993; 1984a; Marcus 1984b; 1990; Montefiore 1987; 1991). Dies ist einerseits leicht nachzuvollziehen, weil die wenigen Äußerungen der Autorin zu ihrem eigenen Schreiben die Rückbindung ihres Selbstverständnisses als Künstlerin an die politischen Geschehnisse der Zeit betonen. Andererseits birgt vielleicht gerade die Einhelligkeit der Ansichten durchaus Probleme. Denn wenn sich die Literatin eines relativ simpel strukturierten ereignis- oder handlungsorientierten Politikbegriffes bedient (vgl. vor allem Warner and Schmidt 1981: 35-37), so kann das als Andeutung eines Aktualitätsstrebens interpretiert werden, dessen Beschaffenheit Sylvia Townsend Warner eben nie weiter theoretisch ausgearbeitet hat. Wenn sich aber die (akademische) Forschung, deren Aufgabe die Reflexion der eigenen theoretischen Voraussetzungen miteinschließt, sich in ihren Aussagen auf die bloße Zuordnung zu dem einen oder anderen politischen Lager beschränkt, dann tut sich an dieser Stelle insofern eine Forschungslücke auf, als die Würdigung des Werkes politisch engagierter AutorInnen sich gerade nicht darin erschöpfen darf, die jeweils vorgetragene (oder auch nur vermutete) politische Position anzugreifen oder zu verteidigen (vgl. etwa Caserio 1990; Hopkins 1995; Montefiore 1991).
Gerade bei den genannten AutorInnen tritt die Literarizität der Warnerschen Texte zurück zugunsten einer Interpretation der Romane als zwar kompliziertem, aber im Grunde normalsprachlichem Sprechakt, der ausgestattet mit einer definierbaren Intention und einer paraphrasierbaren Aussage, restlos[2] entschlüsselbar ist.
Dem ist zunächst die Überlegung entgegenzuhalten, daß dieser Standpunkt insofern unplausibel ist, als der Bedeutungsüberschuß eines literarischen Textes eher störend wirken muß, wenn die Autorin tatsächlich nur eine konkrete politische Aussage transportieren möchte. Anders gesagt, bietet die Ausdrucksform des Literarischen Möglichkeiten, die andere sind als die der normalsprachlichen, mitteilenden Rede, und eine Rezeption des literarischen Textes als bloße Bekundung eines politischen Standpunkts scheint, so betrachtet, zumindest unangemessen. Weiterhin wäre anzuführen, daß immer wieder eine besondere Autonomie der literarischen Rede behauptet wurde, eine Ansicht, die insbesondere den Rekurs auf die Intention des Autors verbietet (vgl. hierzu besonders prägnant Adorno 1994; Wimsatt 1954, oder auch allgemeiner Eco (1990: 79-80). Das bedeutet, daß, selbst wenn zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, daß die Autorin eines literarischen Textes eine bestimmte politische Intention im Sinn gehabt hat, dies zwar als erkenntnisleitendes Indiz fungieren kann[3], keinesfalls aber können solche biographischen Informationen den Text als Text[4] erhellen.
Nun gibt es aber - und Sylvia Townsend Warner gehört zu ihnen - zahlreiche LiteratInnen, die Literatur schrieben und schreiben, die mehr oder weniger offensichtlich politische Implikationen artikuliert, deren Texte politisch eingestellt sind. Solche Texte stellen ganz besondere Anforderungen an die Rezeption, der vor allem eine erfolgreiche Navigation zwischen politischem und literarischem Diskurs gelingen muß. Die Erforschung eines solchen oeuvres wie das Warners hätte sich also vor jeder teleologischen Interpretationstechnik - die sich mit Eco auch als "Gebrauch" bezeichnen ließe (Eco 1995) - zu hüten, die viel zu schnell den Unterschied zwischen politischem Diskurs und politisch eingestellter Literatur aufhebt, und so der Literatur eine Einsinnigkeit zuschreibt, die jeder differenzierten Lektüre den Weg verschließt.
Käte Hamburger eröffnet in ihrer bedeutenden und anregenden Studie Die Logik der Dichtung (1957; 41994) die Möglichkeit, sich einer solchen Aufgabenstellung aus explizit literaturwissenschaftlicher Sicht zu nähern. Dabei erlaubt aus naheliegenden Gründen sowohl der hohe Allgemeinheitsgrad ihrer Ausführungen - sie wählt den Weg aussagenlogischer Überlegungen - als auch ihr spezifischer Ansatzpunkt - sie fragt als erstes nach dem Subjekt einer Aussage[5] - die Applikation ihres Vorschlags gerade auch auf die Frage nach der Verbindung zwischen Literatur und Politik. 'Politik' findet sich in solcher Anwendung auf der Position der 'Wirklichkeit', was nur besagt, daß die politische Rede (die auch utopisch sein kann) eine Aussagestruktur aufweist, denn "alle Aussage [ist] Wirklichkeitsaussage" (Hamburger 1994: 36-37), wie Käte Hamburger in den ersten Abschnitten ihrer Logik so provozierend feststellt. Interessant ist Hamburgers Arbeit für uns aber vor allem deshalb, weil ihr die Gegenüberstellung von 'Wirklichkeit' und 'Dichtung' nicht zur Konstruktion eines Abhängigkeitsverhältnisses gerät, in der das Sprechen über die Literatur zwangsläufig zum Derivat des Sprechens über die Politik werden muß; vielmehr schreibt sie:

Zwischen dem Erzählten und dem Erzählen besteht kein Relations- und das heißt Aussageverhältnis, sondern ein Funktionszusammenhang. Dies ist die logische Struktur der epischen Fiktion, die sie kategorial von der logischen Struktur der Wirklichkeitsaussage unterscheidet. Zwischen dem eipein [eipein] der erzählenden Dichtung und dem der Aussage läuft die Grenze zwischen "Dichtung und Wirklichkeit", an der es keine Übergangspunkte von der einen zur anderen Kategorie gibt und die, wie wir sehen werden, ein entscheidendes Kriterium für den Ort der Dichtung im Sprachsystem bedeutet. (Hamburger 1994: 113; kursiv im Text; Hvm.)
Für uns wird sich zeigen, daß die hier beschriebene Unmöglichkeit eines Überganges ein entscheidendes Kriterium für den Ort der Politik in der Literatur bedeutet. Denn wennn Hamburger hier zwei Felder der Sprache gegeneinander herausarbeitet, dann liegen sie sozusagen auf 'gleicher Höhe' zueinander. Es bietet sich also die Gelegenheit, im Wissen um die kategoriale Verschiedenheit von 'Dichtung' und 'Wirklichkeit' über ein Durchsuchen von Warners Texten nach Aussagen hinauszugelangen und die unbestreitbare und unbestrittene Politikhaltigkeit ihrer Texte noch einmal von vorn in den Blick zu nehmen.
Der Fragehorizont verschiebt sich also vom "Was?" hin zu einem "Wie". Das will sagen, uns kümmert nicht so sehr die Feststellung dessen, welche Inhalte sich möglicherweise aus den Romanen extrapolieren lassen, auch nicht der Nachweis, daß ihre Texte politisch eingestellt sind, sondern uns interessiert das Verfahren, die spezifische Erscheinungsweise des Politischen in Warners Texten.
Ein besonders augenfälliger Zug an Sylvia Townsend Warners Romanen liegt in der Verknüpfung realistischen Erzählens mit phantastischen Erzählelementen (vgl. Jackson 1981; Todorov 1973). Das heißt, die plots ihrer Romane werden durchzogen von alternativen, phantastischen Erzählsträngen. Summarisch gesprochen resultiert dies in einer Potenzierung der Interpretationsmöglichkeiten des jeweiligen Romans, verstärkt aber auch die 'Veruneigentlichung' des Erzählten. Besonders prägnant tritt dieser Zug vor allem in dem frühen Lolly Willowes Or The Loving Huntsman (1926; 1986c)[6] hervor, einem Bildungsroman, der den Lebensgang einer spinster in der spätviktorianischen Gesellschaft bis zum Ende des Ersten Weltkriegs darstellt. Im Lauf ihrer Entwicklung bricht die Protagonistin aus ihrer eng umgrenzten Lebenssituation aus, indem sie mit Satans Hilfe ein eigenständiges Leben auf dem Lande beginnt. Die Provokation dieser Geschichte liegt dabei weniger in der Selbstbefreiung der Protagonistin an sich, als vielmehr darin, daß es zu ihrer Emanzipation aus eher undurchsichtigen Gründen kommt, die ausschließlich in Laura Willowes' Persönlichkeitsstruktur zu liegen scheinen, und die ihren Ausdruck in eben jener phantastischen Unterströmung des Romans finden. Als handlungstreibendes Element - und hierin liegt ein wesentlicher Unterschied zu den meisten Entwicklungsromanen - fungiert nicht ein wachsender Grad an Einsicht der Bildungsheldin in ihre Situation, sondern eine vollständig entpersonalisierte, nahezu automatisch ablaufende und konflikthafte Dynamik[7] zwischen den gesellschaftlichen Bedingungen und der Persönlichkeit der Protagonistin.
Bereits in diesem frühen Roman deutet sich eine literarische Praxis an, die Warner im Lauf ihres Lebens noch perfektionieren wird: der Roman etabliert eine separate, von keiner spürbaren Instanz beeinflußte fiktionale Welt, die einem experimentellen setting gleichkommt, das, einmal angestoßen, ausschließlich einer nicht mehr von außen steuerbaren Dynamik zwischen den Figuren und ihren Formationen unterliegt. Doch beschränken sich die politischen Implikationen von Warners Romanen nicht ausschließlich auf die Darstellungsebene - die Dramatisierung, Typisierung und Abbildung gesellschaftlicher Prozesse; ihre Texte sind immer auch als Beispiele dessen lesbar, was mit Michail Bachtin als "[...] aktive Vielsprachigkeit, die Fähigkeit, die eigene Sprache mit den Augen anderer Sprachen zu betrachten [...]" (Bachtin 1996: 13-14) bezeichnet werden könnte. Darunter fallen die vielfältigen Prozesse der aneignenden und kritischen Bezugnahme auf andere fremde und eigene Texte[8], die sich als charakteristisches Merkmal des Warnerschen Romanschaffens benennen lassen.
Warners Relevanz als politische Literatin liegt also einerseits darin, daß sie in ihren fiktionalen Welten Elemente der verschiedensten alltagsweltlichen, literarischen, politischen und persönlichen Diskurse ihrer Zeit und Vergangenheit stets neu kombiniert, umstellt und verwandelt. Sie demonstriert damit vor allem eines, daß nämlich eine nahezu unbegrenzte Zahl Rekombinationsmöglichkeiten vorstellbar ist, daß aber gleichzeitig nicht determiniert werden kann, welche dieser Möglichkeiten sich außerhalb des Literarischen wird durchsetzen können. Es liegt aber auch im beständigen Rekurs auf eigenes und fremdes textuelles Material der sich als permanente Revision des status quo auswirkt. Das Politische bei Warner konstituiert sich damit weniger als politische Aussage, die eine Entscheidung für oder wider eine bestimmte - ebenfalls fixierbare - Position beinhaltet, denn als Prozeß der literarischen Weltverwandlung, der die Symptomatik der politischen Verhältnisse in die literarische Struktur hineinnimmt und so den literarischen Text selbst zum Schauplatz von Politik werden läßt.
Die Politikhaltigkeit ihrer Romane ist mithin eine Funktion deren Literarizität und fast scheint es, als habe Hamburger Sylvia Townsend Warners Romane im Sinn gehabt wenn sie schreibt, daß
[d]ie epische Fiktion [...] der einzige sowohl sprach- wie erkenntnistheoretische Ort [ist], wo von dritten Personen nicht oder nicht nur als Objekten, sondern auch als Subjekten gesprochen, d.h. die Subjektivität einer dritten als einer dritten dargestellt werden kann. (Hamburger 1994: 115; kursiv im Text; Hvm.).
Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich meiner Meinung nach nunmehr folgende Schlußfolgerung, die insbesondere für die Analyse politischer Aspekte in erzählenden Texten in Betracht zu ziehen ist.
Allgemein gesprochen kann ein fiktionaler, erzählender Text in Hinblick auf nicht-fiktionale (in der Hamburgerschen Sprachregelung: wirkliche) Diskurse nicht unmittelbar interpretiert werden. Das will sagen, ein erzählender Text ist zunächst nur das: ein erzählender Text. Er ist keine Aussage der Autorin. Die interpretierende Verknüpfung eines fiktionalen Textes mit - zum Beispiel - politischen Diskursen erfordert einen aufwendigen, wenn nicht gewaltsamen, Akt der Transponierung des Politischen in den literarischen Text hinein, um zu einer 'politischen Aussage' zu gelangen. Diese Aussage wiederum ist einzig die Aussage der Interpretin,
[j]edenfalls kann man die Bedeutung der Umfelder der Aussage nicht einfach dadurch beseitigen, daß man dazu übergeht, Hypothesen über die Intentionen des empirischen Subjekts der Aussage[9] zu formulieren, indem man einen Modell-Autor identifiziert und damit festschreibt. (Eco 1990: 80; kursiv im Text).
Zwar muß sich diese Aussage, soll sie nicht der Eco'schen Benutzung von Texten entspringen, Ergebnis einer 'guten' Interpretation sein, sich also, wenn sie "an einem bestimmten Punkt eines Textes plausibel" (Eco 1995: 48) erscheint, sich von einer anderen Stelle des Textes bestätigen oder zumindest nicht in Frage stellen lassen (vgl. ebd.), aber auch eine solche 'gute' Interpretation führt nicht zur Aussage deren Subjekt die Autorin dieses Textes wäre. Denn gerade 'gute' Interpretationen tragen der Komplexität des literarischen Textes Rechnung, indem sie eben nicht das einzig mögliche Resultat liefern, sondern einen am Text entwickelten plausiblen Bedeutungshorizont generieren, der durch Offenheit und Revidierbarkeit gekennzeichnet ist. Damit aber kann, auch wenn "der Text zum Parameter seiner Interpretationen gewählt wurde" (Eco 1995: 77), keine Interpretation zu dem Ergebnis gelangen, dieser literarische Text sei eine politische Aussage dieser oder jener Provinienz seiner Autorin/ seines Autors.
Sylvia Townsend Warners Romanwerk gibt, das zeigt seine Rezeptionsgeschichte, ein gutes Beispiel für diese Schlußfolgerung. Gerade weil sich die Autorin stets in einen bestimmten politischen Horizont einordnete, wird an ihren literarischen Texten erkennbar, daß die Transponierung politischer Aussagen und Standpunkte ins Literarische eine unwiderrufliche Veränderung der Aussagestruktur zur Folge hat. Nicht mehr die Autorin, Sylvia Townsend Warner, ist das Subjekt der jeweiligen Aussagen, sondern ihre Figuren - die Aussagen verlieren ihren Status als Wirklichkeitsaussagen, denn "Wirklichkeit [bezeichnet] hier nicht das Aussageobjekt, sondern das Aussagesubjekt" (Hamburger 1994: 51-52; Hvm.).
Wenn Käte Hamburger also mit der folgenden Feststellung recht hat:
Die epische Fiktion ist dichtungstheoretisch allein dadurch definiert, daß sie erstens keine reale Ich-Origo enthält und zweitens fiktive Ich-Origines enthalten muß, d.h. Bezugssysteme, die mit einem die Fiktion in irgendeiner Weise erlebenden realen Ich, dem Verfasser oder dem Leser, erkenntnistheoretisch und damit temporal nichts zu tun haben. (Hamburger 1994: 66-67; Hvm.),
dann ergibt sich zwingend, daß die seltsame Unentscheidbarkeit der Frage, ob Literatur in politischer Hinsicht wirkungslos bleibt und bleiben muß, oder im Gegenteil höchst brisant und gefährlich ist, genau in dieser kategorialen Verschiedenheit von Dichtung und Wirklichkeit wurzelt. Mehr noch: sie ist geradezu die conditio sine qua non jeder interpretierende Lektüre literarischer Texte, was nichts anderes heißt, als daß Literatur hilft, einen Möglichkeitsraum zu eröffnen, dessen politische Dimension in der "völlig ungehinderte[n] Erforschung" (Bachtin 1989: 232) der Welt liegt.

Literatur:

1. Primärwerke

Warner, Sylvia Townsend. (1986a) The Corner That Held Them. In Four In Hand. A Quartet of Novels:565-905. New York: Norton.
Warner, Sylvia Townsend. (1986b) Four in Hand. A Quartet of Novels. New York: Norton.
Warner, Sylvia Townsend. (1986c) Lolly Willowes Or The Loving Huntsman. In Four in Hand. A Quartet of Novels:1-135. New York: Norton.
Warner, Sylvia Townsend. (1986d) Mr Fortune's Maggot. In Four in Hand. A Quartet of Novels:135-265. New York: Norton.
Warner, Sylvia Townsend. (1986e) Summer Will Show. In Four in Hand. A Quartet of Novels:265-565. New York: Norton.
Warner, Sylvia Townsend. (1989) After the Death of Don Juan. London: Virago Press Ltd.
Warner, Sylvia Townsend. (1990) Selected Stories. London: Virago Press Ltd.
Warner, Sylvia Townsend and Trevor Stubley. (1988) The Book of Merlyn: The Unpublished Conclusion to The Once and Future King. Austin: University of Texas Press.

2. Deutsche Ausgaben (lieferbar)

Warner, Sylvia Townsend. (1992) Lolly Willowes oder der liebevolle Jägersmann. Translated by Ann Anders. Stuttgart: Klett-Cotta.
Warner, Sylvia Townsend. (1996) Mr Fortunes letztes Paradies. Translated by Jacques Roubaud. Zürich: Union Verlag.

3. Sekundärliteratur:

Adorno, Theodor W. 1994. Rede über Lyrik und Gesellschaft. In Noten zur Literatur, edited by R. Tiedemann: 48-69. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Bachtin, Michail M. 1989. Formen der Zeit im Roman. Untersuchungen zur historischen Poetik. Frankfurt/M.: Fischer Taschenbuchverlag.
Bachtin, Michail M. 1996. Literatur und Karneval. Zur Romantheorie und Lachkultur. Translated by Alexander Kaempfe. Frankfurt/M.: Fischer.
Brothers, Barbara. 1989a. Summer Will Show: The Historical Novel as Social Criticism. In Women in History, Literature and the Arts: A Festschrift for Hildegard Schnuttgen in Honor of Her Thirty Years of Outstanding Service at Youngstown State University, edited by L. Y. Baird Lange and T.-A. Copeland: 262-74. Youngstown, OH: Youngstown State University.
Brothers, Barbara. 1989b. Through the 'Pantry Window': Sylvia Townsend Warner and the Spanish Civil War. In Rewriting the Good Fight: Critical Essays on the Literature of the Spanish Civil War, edited by F. S. Brown, M. A. Compitello, V. M. Howard and R. A. Martin: 161-173. East Lansing: Michigan State University Press.
Brothers, Barbara. 1989c. Writing against the Grain: Sylvia Townsend Warner and the Spanish Civil War. In Womens's Writing in Exile, edited by M. L. Broe and A. Ingram: 349-368. Chapel Hill: University of North Carolina Press.
Brothers, Barbara. 1991. Flying the Nets at Forty: Lolly Willowes as Female Bildungsroman. In Old Maids to Radical Spinsters: Unmarried Women in the Twentieth-Century Novel, edited by L. L. Doan and N. Auerbach: 195-212. Urbana: University of Illinois Press.
Caserio, Robert L. 1990. Celibate Sisters-in-Revolution: Towards Reading Sylvia Townsend Warner. In Engendering Men: The Question of Male Feminist Criticism, edited by J.-A. Boone and M. Cadden: 254-274. New York: Routledge.
Castle, Terry. 1992. Sylvia Townsend Warner and the Counterplot of Lesbian Fiction. In Sexual Sameness: Textual Differences in Lesbian and Gay Writing, edited by J. Bristow: x, 258 (128-47). London: Routledge.
Castle, Terry. 1993. The apparitional lesbian: female homosexuality and modern culture. New York: Columbia Univ. Press.
Eco, Umberto. 1990. Lector in fabula. Die Mitarbeit der Interpretation in erzählenden Texten. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Eco, Umberto. 1995. Die Grenzen der Interpretation. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Foster, Thomas. 1995. 'Dream Made Flesh': Sexual Difference and Narratives of Revolution in Sylvia Townsend Warner's Summer Will Show. Modern Fiction Studies (MFS) (Fall-Winter, 41:3-4):531-62.
Hamburger, Käte. 1994. Die Logik der Dichtung. 4 ed. Stuttgart: Klett-Cotta.
Hopkins, Chris. 1995. Sylvia Townsend Warner and the Marxist Historical Novel. Literature and History (Spring, 4:1):50-64.
Jackson, Rosemary. 1981. Fantasy: The Literature of Subversion. London & N.Y.
Knoll, Bruce. 1993. 'An Existence Doled Out': Passive Resistance as a Dead End in Sylvia Townsend Warner's Lolly Willowes. Twentieth Century Literature: A Scholarly and Critical Journal (Fall, 39:3):344-63.
Marcus, Jane. 1984a. Still Practice, A/Wrested Alphabet. Tulsa Studies in Women's Literature 3 (Spring-Fall 1984):79-97.
Marcus, Jane. 1984b. A Wilderness of One's Own: Feminist Fantasy Novels of the Twenties: Rebecca West and Sylvia Townsend Warner. In Women Writers and the City: Essays in Feminist Literary Criticism, edited by S. M. Squier: 134-160. Knoxville: University of Tennessee Press.
Marcus, Jane. 1990. Sylvia Townsend Warner. In The Gender of Modernism, edited by B. K. Scott: 531-538. Bloomington: Indiana University Press.
Montefiore, Janet. 1987. Feminism and Poetry. Language, Experience, Identity in Women's Writing. London: Pandora.
Montefiore, Janet. 1991. Listening to Minna: Realism, Feminism and the Politics of Reading. Paragraph: A Journal of Modern Critical Theory (Nov, 14:3):197-216.
Todorov, Tzvetan. 1973. The Fantastic: A Structural Approach to a Literary Genre. Ithaca, New York: Cornell University Press.
Warner, Val, and Michael Schmidt. 1981. Sylvia Townsend Warner in Conversation. Poetry Nation Review (8:3 (23)):35-37.
Wimsatt, William K., Jr. 1954. The Intentional Fallacy. In The Verbal Icon. Studies in the Meaning of Poetry: 3-18. Lexington: University of Kentucky Press.

ANMERKUNGEN

[1]Arendt, Hannah. (1993) Was ist Politik? Fragmente aus dem Nachlaß. Herausgegeben von Ursula Ludz. München: Piper.

[2]"Restlos" ist natürlich relativ aufzufassen, denn auch in normalsprachlicher Rede läßt sich kein restloses Verständnis erzielen, sondern immer nur ein für den Fortgang der Kommunikation ausreichendes.

[3]Erscheint es doch auf Anhieb eher unwahrscheinlich, daß jemand als Autorin einen Text verfasst, der allen Ernstes das Gegenteil dessen vertritt, was sie als beispielsweise politische Aktivistin vertritt. - Auch wenn diese Option nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

[4]Dies gilt auch für Texte, die zu aufkärenden oder agitatorischen Zwecken politische Inhalte in literarischer Form fassen. Denn um dies zu tun mu§ eine Transposition in das Medium der Literatur erfolgen, was nichts anderes heißt, als daß auch ein solcher Text den Gesetzen des literarischen Sprachverhaltens unterworfen ist. Daß gerade in diesem Bereich häufig Texte entstehen, die eher mühsam als Literatur erkennbar werden, hängt vermutlich vom Grad des Gelingens dieser Transposition ab.

[5]Die Begriffsbestimmung der Aussage als Aussage eines Aussagesubjekts über ein Aussageobjekt kann erst durch eine genaue Analyse des Aussagesubjekts durchgeführt werden; es wird sich dabei zeigen, warum es nur auf dieses und nicht auf das Aussageobjekt ankommt. (Hamburger 1994: 35)

[6]Die nähere Erläuterung speziell dieses Romans ist exemplarisch zu verstehen. Er wurde gewählt, weil hier die Bezeichnung 'phantastisch' unmittelbar einleuchtend ist. Auch in ihren anderen sechs Romanen finden sich die unterschiedlichsten Elemente phantastischen Erzählens, zunehmend weniger offensichtlich, aber immer sehr effizient ihre Wirkung tun.

[7]Die zu keinem Zeitpunkt von keiner der Romanfiguren wahrgenommen wird.

[8]Hier sind die intertextuellen Techniken Warners gemeint, deren Erörterung den Rahmen dieser Arbeit überschritte, sodaß der Hinweis auf sie genügen soll.

[9]Es ist offensichtlich, daß Eco hier den 'erzählenden Dichter', also den empirischen Autor eines Textes meint. Er äußert sich an früherer Stelle bereits einmal folgendermaßen zum Autorproblem: "Jedoch ist der Modell-Autor nicht immer so deutlich erkennbar, und nicht selten neigt der empirische Leser dazu, ihn als Subjekt der Äußerung an die Information, die er bereits über den empirischen Autor besitzt, anzugleichen." (Eco 1990: 76f; Hvm.) und umkreist hier aus einer anderen methodischen Perspektive dasselbe Problem wie Hamburger.

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Ich habe in Erlangen Englische Literatur, Linguistik, Lateinische Philologie und Philosophie, in Dublin women studiesund ebenfalls Englische Literatur durchaus studiert mit vielen Müh'n. Seit 1996 arbeite ich an meiner Promotion über SYLVIA TOWNSEND WARNER, über die ich schon Magisterarbeit geschrieben habe.

THE ONLY WAY IS UP!

CHRISTINA RAUCH, M.A.
christina.rauch@fen.baynet.de