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Von Frauen, Cyborgs und anderen Technologien des Selbst [1]

Sylvia Pritsch

Auch wenn weiterhin unklar ist, wie überhaupt noch von Figuren wie "Frauen" oder "Selbste" gesprochen werden kann, so treten sie doch allenthalben als diskursive Selbstbezüge auf. In der feministischen Diskussion ist das weibliche Subjekt bzw. das Subjekt des Feminismus weiterhin ein umkämpftes Gebiet. Angesichts der bekannten double-bind-Situation - nämlich immer schon im Rahmen einer patriarchalen Ordnung vergeschlechtlicht zu sein, in der jegliche Repräsentation des Weiblichen den Subjektstatus ausschließt - gab es von feministischer Seite vielfältige Versuche, andere Repräsentationsformen zu finden, die diese Ordnung unterlaufen und verändern sollten. Daraus entsteht die Frage nach dem Wie, nach den Mitteln, mit denen andere Repräsentationen verfügbar gemacht werden können. Eine beliebte Strategie ist der Entwurf metaphorischer Selbstbilder auf der Grundlage kultureller Symbole, die angeeignet oder umgewertet werden: Hexen, Amazonen und Göttinen waren einige zentrale Gegenbilder, die dazu beitragen sollten, traditionelle Denkstrukturen der Geschlechterhierarchie zu überschreiten. Gleichzeitig imaginärer Identifikationspunkt und Sammlungspunkt sozialer Bewegung wirkten diese Bilder nach innen identitätsstiftend, [2] nach außen abgrenzend. Auf diese Weise verfestigten sie jedoch auch eine Form sexualisierter Identität, die dann Gegenstand der Dekonstruktion wurde.
Mit der Dekonstruktion traditioneller Subjektivitätsformen schienen die Möglichkeiten neuer Figurierungen zu schwinden, verstärkt auch dadurch, daß sich zeitweilig das Interesse von dem "patriarchal Symbolischen" ab- und einem "weiblichen Imaginären" zuwandte. Dabei hatten längst neue Figuren die Szene betreten. Eine der interessantesten ist die Figur des Cyborgs. Cyborgs, prothetische Wesen und Hybride erfreuen sich auch im feministischen Kontext ab Ende der 80er Jahre zunehmender Beliebtheit, vor allem im US-amerikanischen Kontext. Was mit diesen Figuren ins Spiel kommt, das sind nicht mehr Aspekte - weiblicher - Natur und Wesenhaftigkeit, sondern Technik und Konstruktion, die im Zeitalter der Hochtechnologien auf unterschiedliche Weise phantasmatisch besetzt werden.
Dekonstruktive Strategien und die Ausbreitung neuer Technologien attackieren beide auf ihre Weise den Gegensatz von Natur und Kultur. Eine solche Erschütterung der Grenzen ruft eine tiefgreifende Unsicherheit hervor:"Melodramen der unsicheren Handlungsmöglichkeit" und Angst vor "Persönlichkeitsschwund" sind Symptome, die bereits für die Jahrhundertwende konstatiert wurden. [3] So stehen auch in postmodernen Zeiten dekonstruktive wie technische Verfahren im Verdacht, nicht nur die idealisierte Form des cartesianischen Subjekts aufzudecken, sondern darüberhinaus jede Form von Subjektivität derart in seine Bestandteile zu zerlegen, daß jegliche Autonomie und Handlungsfähigkeit verloren geht. Mit der Auflösung der klaren Konturen des Subjekt werden so Brüche zwischen Bewußtsein, Körper, Handlungsfähigkeit thematisiert. In die Lücken, die durch die Dissoziation des Subjekts offenbar werden, springt, so die Leitidee dieses Textes, "die Technik" ein. Dies ist kein neues Phänomen, sprach doch Freud schon von einer Selbstermächtigung des menschlichen Subjekts als "Prothesengott". Doch nicht um diese kulturpessimistischen Version von Naturunterwerfung und Entfremdung soll es im folgenden gehen. Ich möchte vielmehr den Blick darauf wenden, wie Bilder des Technischen/technisierte Bilder im Dienste der Selbstbezeichnung verwendet werden. Ihnen wird die Fähigkeit zugesprochen, Verbindungen, die sowohl innerhalb als auch zwischen den Subjekten brüchig erscheinen, auf eine neue Weise zu knüpfen. Technik als Repräsentation wird zur Selbsttechnologie, welches ein prothetisches, relationales Subjekt hervorbringt. Damit finden Verschiebungen der Grenzen zwischen Imaignärem und Symbolischen statt, welche die Grenzen sexueller Differenz verstärkt in den Blickpunkt rücken.
Der Ausgangspunkt dieses Textes ist der Begriff der "Technologie des Selbst", wie Foucault ihn entworfen hat. Die unterschiedlichen Facetten des technisierten Subjekts sollen im folgenden gegeneinandergestellt werden: das "unterworfene" Subjekt, das selbst-gestaltete Subjekt und das noch zu gestaltende "Selbst der Praktiken". Im Anschluß daran möchte ich die Verschiebung im feministischen Kontext zum "vergeschlechtlichten Subjekt" und dem "feministischen Selbst", ausgehend von Teresa de Lauretis, kurz umreissen. Im letzten Teil geht es um Donna Haraways Mythos, um feministische Cyborgs und Hybride und ihren Konsequenzen. Ich möchte damit einige Imaginationsweisen des Selbst und diskursive Praktiken, die auf eine Erweiterung des Symbolsichen zielen, vorstellen unter der Frage: Inwieweit trägt das Konzept der Selbsttechnologie dazu bei, die Hierachie sexueller Differenz zu resignifizieren?

1. Das unterworfene Subjekt und das Selbst der Praktiken

Ich möchte zunächst Foucaults Begriffe der Technologie in Einnerung rufen. Foucault spricht von Technologien in mehrfacher Hinsicht: Den drei Achsen der modernen Episteme - Leben, Arbeit, Sprache - entsprechen drei Technologien: materielle, soziale, diskursive.
In Überwachen und Strafen ist die Technologie an den Begriff der Disziplinarmacht geknüpft. Diese strategische Form der Macht wird als eine spezifische Herrschaftstechnologie entworfen, die auf einer Mikroebene zwischen komplexen staatlichen Funktionseinheiten und dem Einzelnen angesiedelt ist. [4] Unter dem wachsamen Blick des Panopticons - die zentrale Gestalt dieser allgegenwärtigen, politisch-physikalischen Technologie, die nicht den Gesetzen eines Souveräns, sondern denen der Optik, Mechanik und Geometrie, der Beobachtung und Anwendung folgt - werden die Objekte des Wissens und der Macht produziert: überwachte, separierte und hierarchisch eingeordnete "Disziplinarindividuen", die beliebig in die (ökonomischen) Produktionsapparate einsetzbar erscheinen, da sie vollständig in das Netz der Macht verwoben sind. "Wir sind", schreibt Foucault, "eingeschlossen in das Räderwerk der panoptischen Maschine, das wir selber in Gang halten - jeder ein Rädchen." [5] In diesem quasi -mechanistischen Modell von Gesellschaft und ihrem ökonomischen Kalkül findet sich das Subjekt unterworfen von einer doppelten Bewegung der Individualisierung und Totalisierung: zugleich abgesondert und beliebig kombinierbar; als Einzelnes verortet und in der Norm verallgemeinert. Durch den ihm zugewiesenen Raum konstituiert, ist diesem Subjekt keine widerständige Begwegung möglich.
In denTexten um Sexualität und Wahrheit hat Foucault bekanntermaßen dieses eindimensionale Modell modifiziert. In Der Wille zum Wissen , wird der zuvor als Maschine gegenständlich verbildlichte Macht/Wissenskomplex nun strukturell als "Dispositiv" thematisiert. Damit wird nun der produktive und heterogene Charakter der Macht vor dem selektiven, uniformen Mechanismus betont. Der Begriff der Maschine ist hier dem Modell des mechanisierten Körpers vorbehalten. [6] Mit dem Dispositiv, das sich um Sexualität eingerichtet hat, betritt nach dem diziplinierten Subjekt nun das sexualisierte Subjekt die Szene. Diskursive Techniken lokalisieren ein verborgenes Geheimnis im Körperinneren, sie verankern die "Wahrheit" des modernen Subjekts, das Begehren, "im Fleisch". Sex als "einziger Signifikant und universales Signifikat" sichert als "imaginären Punkt" Identität und Selbsterkenntnis, indem es diverse anatomische und biologische Elemente, Verhaltensweisen, Empfindungen und Lüsten zu einer fiktiven Einheit formiert. [7] Selbstechniken, die Foucault in den Folgetexten von anderen Herrschaftstechniken abgrenzt, sind demnach spezielle Machttechniken, die das Subjekt als Verstehens- und Verfügungsformen über sich selber schafft, etwa in Form von "Bewußtsein und Selbsterkenntnis seiner eigenen Identität". [8]
Foucaults Interesse richtet sich hier auf eine spezielle Form der Selbsttechniken, denen er zwar keine Machtfreiheit, aber eine größere Freiheit in Bezug auf die Gestaltung zuspricht. Es sind dies ästhetisch und ethisch verfaßte "Künste der Existenz". In Der Gebrauch der Lüste heißt es dazu:
"Darunter sind gewußte und gewollte Praktiken zu verstehen, mit denen sich die Menschen nicht nur die Regeln ihres Verhaltens festlegen, sondern sich selber zu transformieren, sich in ihrem besonderen Sein zu modifizieren und aus ihrem Leben ein Werk zu machen suchen, das gewisse ästhetische Werte trägt und gewissen Stilkritererien entspricht." (s+w2:18)
Diese Praktiken, die sich bei Foucault nach antikem Vorbild um die "Lüste" organisieren, scheinen potentiell dazu fähig zu sein, das abgeschlossene Innere des Körpersubjekts zu öffnen. Sie zielen auf eine Überschreitung der Trennung zwischen Bewußtsein und Begehren als abgezirkelte Orte der Souveränität und der Wahrheit, indem sie den Anderen in einem Prozeß wechselseitiger Transformation zur unabdingbaren Voraussetzung der Selbstgestaltung machen. [9] Der Begriff der Stilisierung ließe sich, wie Kirsten Hebel es vorgeschlagen hat, als eine ästhetische Formgebung lesen, die im Rahmen lokaler Vorgaben an die Stelle der universalen Norm tritt. Demnach geht es gerade nicht um die Verwirklichung eines präexistenten Selbst unter dem Regime einer normativen, womöglich am Ideal der Herrschaftsfreiheit orientierten Ethik, wie Foucaults "Ästhetik der Existenz" auch rezipiert wurde. Sondern es handelt sich um eine Form Selbst-konstituierender Macht, einer "Selbstherrschaft", die sich nicht gegen Macht- oder Wahrheitsansprüche als solche abgrenzt, sondern sich gegen eine normative und codierte Wahrheit (des Subjekts) wendet.. [10] Damit werden auch die Selbstpraktiken als Techniken lesbar, die wie die Disziplinartechniken einen subjektkonstituierenden Raum bereitstellen - dabei allerdings keine blinde Innen/Außen- bzw. Subjekt/Objekt-Schablone vorgeben, sondern auf die Möglichkeit von Kritik und erfinderischen Selbstbezügen im Sinne einer kritischen Autoformation verweisen.
Diskurstheoretisch betrachtet, erscheinen die Selbstpraktiken der Existenzkünste in den Texten Focuaults als Verweise, als projizierte Möglichkeit und Suche einer Ästhetik der Differenz und dmait Teil der Diskurspraktiken. Techniken oder Praktiken erscheinen in den Texten Foucaults als eher unscharfe Rand- oder sogar Überscheitungsfiguren. Zum einen sind sie Teil der Diskurse, ihre kleinsten und konkretesten Agenten bzw. Produzenten von Macht. Zum anderen bilden sie eine Art Gegenstück, die diese Diskurse zu öffnen in der Lage sind, etwa als Schweigen gegenüber der Sprache; als literarisches Sprechen gegenüber metaphysischem Diskurs, oder eben als Selbstbezug gegenüber normierender Subjektivation. Sie könnten mit den Widerstandspunkten im "Kern der Machtverhältnisse" in Verbindung gebracht werden, [11] die jedoch als solche ungenannt bleiben. Die Rede von Techniken/Praktiken hat deshalb auch die Funktion, wie Petra Gehring formuliert, den Raum eines "prozeßhaften Außen" einzurichten, letzlich "die pure Möglichkeit, 'anders denken' zu können". [12]. Eine solche Schweigetaktik steht zum einen im Dienste des Abbruchs von Wissensformierung und der Lockerung des Zugriffs der Macht durch das Schaffen "dunkler Spielräume". [13] Andererseits fordert noch sie eine Vervielfältigung von Wissen heraus, ruft sie doch selbst das Begehren hervor, das noch Ungedachte zu artikulieren. Dies wäre allerdings eine andere Praktik, wie Foucault zu verstehen gibt, nämlich eine, die mit der Transformation des Denkens, des Verhältnisses zur Wahrheit, auch die Transformation des Selbst, der Verhaltensweisen, praktizierte. Philosophie in diesem Sinne wäre geleitet von Wißbegierde und netzförmigen Praktiken, die nicht nur die Dichotomie von Subjekt und Objekt, sondern auch von Theorie und Praxis unterliefen. [14]
Wendet man den Blick nochmal aus dieser Perspektive auf die Ästhetik der Existenz und ihrem Vorbild, das Foucault in den Praktiken der Antike, situiert zurück, dann erscheinen "die Griechen" weniger als Vorbild, denn als ein Wissen um ein Anderswo. Sie stellen eben jene Andere dar, welche die Formgebung des Selbst ermöglichen, und zwar für die sozialen Bewegungen der Gegenwart, die Foucault mehrfach anspricht. Deren Hauptimpuls - die Rede ist von Bewegungen sozialer Opposition der 70er/80er Jahre - sei der Widerstand gegen die Individualisierungs- und Normalisierungsmacht, die um die Kernfrage "wer sind wir" kreisen. [15]. Diese Verkettung von kritischer Philosophie und sozialem Engagement in der Frage der Subjektgestaltung machte Foucault auch für feministische Kritik attraktiv. [16]
Zusammengefaßt treten Technologien, Techniken bzw. Praktiken in folgenden Konstellationen in Foucaults Diskurs-Welten auf: Auf der Ebene der Macht sind Technologien als allgegenwärtige Herrschaftstechniken konzipiert, welche die moderne Gesellschaft in ihrer instrumentellen Verwertungslogik prägt - die ganze Gesellschaft wie einzelne Bereiche sind als diskursiv-materielle "Maschinen" organisiert. Auf der Ebene des Subjekts sind Techniken oder Praktiken eine Art Vermittlungsinstanz zwischen den Einzelnen und diesen größeren Machtkonfigurationen, die konstitutiv verbunden sind mit der Herstellung von Wahrheit. Sie sind immer produktiv, indem sie die Möglichkeitsbedingungen schaffen, unter denen Subjektivität zur Existenz kommt, sie richten also ein Dispositiv der Existenz ein. Normative Techniken der Diziplin organisieren Identität und Differenz in der Form des separierten und gespaltenen, sexualisierten und bewußten Individualsubjekts. Dagegen grenzt Foucault ethisch-ästhetische Praktiken ab, die schöpferische Selbstbeziehungen gestalten. Auf der Diskursebene setzen Praktiken Schweigetaktiken oder Diskursivierungen in Gang, sie öffnen oder fixieren den Diskurs. Praktiken des Wissens können Verbindungen herstellen, welche die Separierungstendenzen unterlaufen und Vielfältigkeit produzieren, die sich damit gegen Normalisierungen und Totalitarismen wenden - oder aber das Gegenteil bewirken. Indem sie den Spielraum des Denkbaren erweitern oder begrenzen stellen sie die Möglichkeitsbedingungen für Transformationen dar, für ein anderes, noch zu entwerfendes Selbst. So läßt sich eine Doppelstrategie ausmachen, die gegen Individualisierung und Separierung auf die Herstellung von Verbindungen, gegen Normalisierungbestrebungen auf Schweigen oder die Vervielfältigung von Bedeutung setzt.

2. Das vergeschlechtlichte Subjekt und das feministische Selbst

Im feministischen Kontext treten die drei beschriebenen Konfigurationen - das unterworfene Subjekt, das sich selbst-gestaltende und das noch zu entwerfende Selbst - ebenfalls auf. Im Bezug auf Foucault lassen sich einige Unterschiede beobachten, die ich am Ansatz der Film- und Kulturwissenschaftlerin Teresa de Lauretis nun skizzieren werde.
De Lauretis prägte in Analogie zur "Technologie des Sexes" den Begriff der "Technologie des Geschlechts” (t echnology of Gender ), um den vielschichtig konstruierten wie produktiven Charakter der Vergeschlechtlichung zu betonen. Als Repräsentation wie Selbstrepräsentation ist Gender hier sowohl Produkt diverser sozialer Technologien, als auch selbst produktiv. Damit bezieht sie sich einerseits auf die Gesamtheit sozialer Repräsentationsverfahren, die an der Konstruktion von Gender über die Produktion von Gender-Normen beteiligt sind - dies sind bei ihr in erster Linie Techniken der Kulturindustrie, umfaßt aber auch Diskurse der Wissenschaft und des Alltags. Zum anderen versteht sie Gender selbst als eine sozio-kulturelle Technologie: Gender-Repräsentationen fungieren als Klassifikationssystem, das hierarchisch angeordnete, soziale Positionen zuweist, die von den Individuen über die Selbstrepräsentation als männlich oder weiblich angeeignet werden. [17] Der Begriff der Technologie erhält hier eine etwas andere Wendung: Ausgangspunkt und Modell der Subjektivierung ist der filmische Apparat mit seiner konkreten Repräsentationstechnologie - also nicht die naturwissenschaftlich rationalisierte Technik bzw. die Verwissenschaftlichung "des Menschen" mithilfe seiner Apparate im allgemeinen. Mit dem Wechsel vom Panopticon zum Filmapparat kommt der individuelle Prozeß der Subjektkonstituierung mittels Repräsentations- und Visualisierungsverfahren aus einer anderen Warte in den Blick. De Lauretis bedient sich zur Erklärung dieses Prozesses des psychoanalytischen Konzepts der Identifizierung mit dem Ideal-Ich, der Imago als imaginäre Spiegelbeziehung, welches sie als Modell des sozialen Subjekts konzipiert. [18] Die so bestimmten "Subjekte der Phantasie" zeigen die Verbindungstelle zwischen imaginären Selbstbeziehungen des Individuums und dem gesellschaftlich Symbolischen auf, so daß sich sowohl die Bedeutung imaginärer Prozesse für die Selbstkonstituierung als auch deren soziale Verfaßtheit thematisieren lassen. In der Filmtheorie konnte gezeigt werden, daß Subjektivität auf konstitutive Weise mit bildlichen Darstellungen von Ganzheit und körperlicher Kohärenz verknüpft ist, die immer geschlechtlich codiert sind. Umgekehrt weist der Prozeß der Vergeschlechtlichung auf eine sozio-symbolische Ordnung zurück, die sich in Hinblick auf die sexuelle Differenz als grundlegend asymmetrisch strukturiert zeigt. Auch wenn unterschiedliche Modelle kursieren, wie dominante Geschlechterrepräsentationen auf individiueller Ebene wirksam werden, so herrscht doch Einigkeit darüber, daß kulturelle Selbst-Bilder und individuelle Identitätsbildung über Prozesse der Identifizierung aneinander gekoppelt sind. [19] Die Umformung der kulturell geprägten Imago über die Neugestaltung von Selbstbildern bietet sich aus dieser Perspektive als ein Ansatzpunkt der Veränderung an. Dafür ist jedoch eine strategische Erweiterung des Symbolischen notwendig, so daß nun repräsentierbar wird, was zuvor als Nicht-Symbolisierbares ausgeschlossen war (sei es als Imaginäres oder Reales). In diesem Kontext ist es also notwendig, einerseits bestehende Repräsentationen in ihren Grundlagen zu dekonstruieren - dies schließt ein, daß auch Identität als Konstruktionsleistung ausgestellt wird, die über Identifizierungen vonstatten geht. Andererseits gilt es, Selbstrepräsentationen mit der symbolischer Macht zu versehen, zu signifizieren.
Zur Situierung von "widerständigen" Prozessen der De- und Refigurierung nimmt de Lauretis, im Unterschied zu Foucault, ein Anderswo in Anspruch, das sie in den Rissen der dominanten Diskurse lokalisiert. Durch deren Ausschlüsse bilde sich ein Raum, den de Lauretis mit einem Begriff aus der Filmtheorie als space off bezeichnet: "Der Raum, der innerhalb des Einzelbilds nicht sichtbar ist, aber aus dem ableitbar ist, was das Bild zeigt". [20] Dort identifiziert sie feministische, ebenfalls produktive "Gegenpraktiken”:
"Die Bewegung mit und gegen die ideologische Repräsentation des Geschlechts, von der ich behaupte, daß sie das Subjekt des Feminismus charakterisiert, ist eine Bewegung vorwärts und rückwärts zwischen der Repräsentation des Geschlechts (in seinem männlich ausgerichteten Begriffsrahmen) und dem, was diese Repräsentation ausläßt, oder pointierter. was sie unrepräsentierbar macht. Es ist eine Bewegung zwischen dem (repräsentierten) diskursiven Raum der Positionen, die der hegemoniale Diskurs zugänglich macht, und dem space-off, dem Anderswo dieser Diskurse: Diese anderen Räume sind sowohl diskursiv wie sozial." (de Lauretis 1996:89)
In diesen anderen Räumen könnten andere soziale "Subjekte der Phantasie" verfügbar und zur Identifikationsgrundlage lokaler Kollektive gemacht werden.
In der Subjektivierungs- und Machtkonzeption zeigen sich die Unterschiede zu Foucault. Neben der binären Codierung des Subjekts auf Grundlage der sexuellen Differenz selbst, beruht die Vergeschlechtlichung als Selbst- und Fremdrepräsentation nicht einfach auf der Setzung eines "imaginären Punktes", der irgendwie, d.h. zwangsläufig/unter wiederholtem Zwang, internalisiert wird, sondern auf komplexen Identifizierungsprozessen. Um neben den produktiven Machteffekten auch konstante Ausschließungseffekte thematisieren zu können, ist es nützlich, Gender/sexueller Differenz einen symbolischen Gesetzescharakter zuzusprechen. [21] Folgt man der Annahme einer solcherart verankerten Machtwirkung, dann erscheint es umso gebotener, Widerstandsmöglichkeiten zu konzipieren, die gezielt innerhalb des Symbolischen wirksam werden. Nicht um Schweigetaktiken oder Strategien beliebiger Vervielfältigung möglicher Subjektivitäten geht es hier, sondern um Gegen-Diskursivierungen, welche Gegenkulturen als soziale Tatsachen schaffen.
Im Verhältnis zu Diskurs und Subjekt erhält die (Film)Technik selbst keinen eigenen Stellenwert. Als Repräsentationstechnik ist sie einerseits ein Modell, um die Funktionsweise des Symbolischen aufzuzeigen, also eine Art Materialisierung des Symbolischen, oder aber als Instrument der Repräsentation thematisiert, derssen Inhalte und dessen Verfügungsgewalt der Veränderung bedürfen. Inwieweit Subjektivität oder das Symbolische insgesamt technisch-instrumentell verfaßt seien, thematisiert de Lauretis nicht.
Schließlich ergibt sich bei de Lauretis ein Paradox des eigentlich unmöglichen Bruchs im Inneren: zwischen dem Alten, dem traditionell vergeschlechtlichten Subjekt, und dem Neuen, imaginiert als "multiples" Subjekt auf der Grundlage von differenten Identifizierungen, klafft eine Lücke. De Lauretis beschreibt sie als konstitutives Paradox auf theoretischer wie praktischer Ebene, welches die Spannung und den "Antrieb" feministischer Praktiken erzeuge. Aber diese Lücke offenbart auch einen Widerspruch, der mit der Zusammenführung von Gender und dem Foucaultschen Konzept entsteht: Gerade durch die Bestimmung der sexuellen Differenz als Grundkategorie von Identität wie "Gegenidentität" wird genau das, was Foucault als die Funktion des imaginären Punktes "Sex" bestimmt, erneut bestätigt: Auch in der um Geschlecht und andere Kategorien erweiterten Form bleibt es der "Kern" des Subjekts wie Anreiz unersättlicher Diskursivierungen.
Ein Modell, welches sexuelle Differenz thematisiert, sie aber nicht zum zentralen Punkt der Identifizierung macht, soll nun betrachtet werden.

3. Feministische Cyborgs und Hybride

Die Wissenschaftstheoretikerin Donna Haraway entwarf mitte der 80er Jahre mit ihrem "Manifest für Cyborgs" einen "ironischen politischen Mythos". Dieser Mythos fand großen Anklang, und Cyborgs vermehrten sich in unübersehbarer Anzahl nicht nur in Science Fiction, sondern auch in theoretischen Texten, und natürlich in ihrem Biotop (Kybotop?), dem Internet. Mit dieser Figur, die Allegorie gesellschaftlicher Wirklichkeiten, politisches Programm und Mittel seiner Umsetzung in einem ist, wird das Verhältnis von Subjektivität und Technologie auf eine neue Weise thematisiert. Zunächst ein kurzer Blick auf die Genese:
Cyborgs entstammen der militärischen Raumforschung der frühen 60er Jahre. Kybernetischen Organismen sollte die Aufgabe zufallen, außerirdischen Raum auszukundschaften, und zwar ohne daß sie durch ihre biologische Verfaßtheit und eine Unmenge unhandlicher Apparaturen, wie Raumanzügen u.ä., darin gehindert würden. Seine beiden Erzeuger visierten so die Anpassung des irdischen Organismus an extraterrestrische Bedingungen an. Als aktiver "Befreiungsschlag" in der evolutionären Entwicklung sollte er die Menschheit von ihrem "Sklavenstatus" gegenüber der Maschine erlösen. [22] Cyborg bezeichnet hier die kybernetische Koppelung von Organismus und Maschinen, die gleichermaßen als Ensembles von Informationseinheiten und Regelsystemen, und auf dieser Grundlage kombinierbar, betrachtet werden.
Haraway findet nun in dieser technisierten Verkörperung der Cyborgs genau diejenigen Bedingungen wieder, die heute wirksam sind:
"Im späten 20. Jahrhundert, in unserer Zeit, haben wir uns alle in Chimären, theoretisiserte und fabrizierte Hybride aus Maschine und Organismus verwandelt, kurz, wir sind Cyborgs."
schrieb sie provokativ im "Manifest" (S.34) , und macht nicht nur auf geplante, sondern auf bereits realisierte Koppelungen von organischen und maschinellen Elementen aufmerksam, wie sie in Militär und Medizin, in Arbeits- und Freizeitindustrien vorkommen. Mit Cyberspace, Herzschrittmachern sowie transgenen Pflanzen und patentierten Mäusen ist Haraway zufolge das Zeitalters der Technoscience angebrochen. Im Unterschied zu Foucault hat bei Haraway die Technisierung der Gesellschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts eine wirklich neue Qualität angenommen: Die Folgen der Verschmelzung von Naturwissenschaft und Technik unter spätkapitalistischen Bedingungen zeigten sich in der "Implosion" aller relevanten Ordnungskategorien, wie Natur/Kultur, Mensch/Tier/Maschine. Damit verändert sich fundamental, was als Subjekt, Individuum oder Einheit gilt. Haraway konstatiert unter der Macht universaler Codierung eine Verschärfung der Normierungen und gesellschaftlich gültiger Körper. Darüberhinaus erscheinen neue Entitäten, wie das Gen, der Mikrochip, der Cyborg, welche die Kategorien von Subjekt und Objekt von Grund auf in Frage stellen. [23]. Die Konsequenzen äußern sich in einer "schrankenlose Differenz", so die apokalyptische Version, wo "jeder mögliche Widerstand gegen instrumentelle Kontrolle verschwindet und in der jede Heterogenität der Zerlegung und der Neukombination, der Investition und dem Tausch unterworfen werden kann". [24]
Technologien, konkretisiert als Kommunikations- und Bio-Technologien, thematisiert Haraway - analog zu Foucault - als materiell, diskursiv und sozial bestimmte Gebilde. Diese "semiotisch-materiellen Apparate" verknüpfen sich zu einem Netz, das Bedeutungen und Lebensformen hervorbringt, wobei neben dem Konstruktionsgedanken die materielle Kontextgebundenheit im Vordergrund steht. Im Unterschied zu Foucault kann Haraway dieser Techno-Bio-Macht und ihren neuen Verkörperungen auch positive Aspekte abgewinnen. Der Cyborg tritt als materialisierteEinlösung der Foucaultschen Forderung nach Öffnung des Diskurses und des normierenden Begriffs des Lebens auf, indem er faktisch-praktisch Übergänge schafft zwischen einem Bereich des Technisch-Künstlichen und dem des Natürlichen, in dem diese Dichotomie ihre Differenzierungskraft verliert. [25] Diese Gestaltungsmacht von Welt, so Haraways Plädoyer, sollte nicht den vergeistigten Männern in den Weiten des Weltraums vorbehalten bleiben, sondern als Praktiken der Selbstgestaltung genutzt werden: "Die Cyborg ist eine Art zerlegtes und neu zusammengesetztes, postmodernes kollektives und individuelles Selbst. Es ist das Selbst, das Feministinnen kodieren müssen." (Manifest, S.41).
Cyborg-Positionen, wie sie im "Manifest" und in seiner Folge kreiert wurden, sind zwar nicht einheitlich, weisen aber doch einige programmatische Grundmerkmale auf. Es handelt sich um politische Positionen, die auf der Basis von bestimmten Bedingungen konstruiert werden müssen: Zum einen beruhen sie, wie Haraway schreibt, nicht auf freier Wahl: "We are constructed historically in places we don´t choose. Nobody chose to be a cyborg". [26] Eben dies gilt es zum Ausgangspunkt für die Konstruktion eines Standpunktes zu machen, der sowohl Machthierarchien von innen heraus reflektiert, als auch ein mögliches Anderswo anvisiert. Ähnlich wie de Lauretis hält die Cyborg-Standpunkttheorie an der Notwendigkeit eines Standpunktes fest, der jedoch nicht vorausgesetzt, sondern erst konstruiert werden muß. Bei aller Offenheit in Bezug auf traditionell identitätsstiftende Merkmale wie Race/Class/Gender gibt Haraway nichtsdestotrotz eine Vorgabe, nämlich die Position der vom Diskurs der Technoscience marginalisierten. [27]
Zum anderen handelt es sich bei Cyborgs um bestimmte Verkörperungen, die ihren Status als umkämpfte Grenzfiguren zwischen Organisch-Natürlichem und Technisch-Kulturellem sichtbar machen. Im "Manifest" heißt es programmatisch:
"Cyborgs sind Geschöpfe in einer Post-Gender-Welt. Nichts verbindet sie mehr mit Zweigeschlechtlichkeit, präödipaler Symbiose, nichtentfremdeter Arbeit oder anderen Versuchungungen, organische Ganzheit durch die endgültige Unterwerfung der Macht aller Teile unter ein höheres Ganzes zu erreichen." (S.35).
Wo das organische Kohärenzideal aufgehoben ist, da kann auch nicht mehr von einer grundlegende Spaltung die Rede sein, geschweige denn von paradiesischen oder "präödipal-unschuldigen" Zuständen. Stattdessen handelt es sich bei Cyborg-Identitäten um den Effekt vielfältiger Überlagerungen von Differenzen, Brechungen und Grenzverwischungen, womit sie drittens als Hybride bestimmt werden. Hybride können verstanden werden, wie Metaphern, als Wesen einer sowohl-als-auch-Struktur, mit der Unvereinbarem eine Form zugewiesen wird. Als politischer Begriff stammt er aus dem Kontext postkolonialer Theorien.
Cyborg-Figurierungen gewinnen ihre Macht darüber, daß sie als Identifizierungsgrundlage kollektivbildend wirken, also als eine Art Imago fungieren. Ganz im Sinne Judith Butlers formuliert Haraway ein paradoxes weibliches Selbst als zugleich unmögliche Position und möglichen "Ort der Hoffnungen und der streitbaren Anfechtungen". [28] Von sexueller Differenz ist hier nurmehr als eine soziale Formierung unter mehreren die Rede. Dies hindert Haraway jedoch nicht, das Sprechen im Namen von Frauen als rhetorisch-politische Strategie der Selbstbehauptung einzusetzen oder einen gemeinsamen Horizont als "Female Symbolic" zu skizzieren. [29] Dieses Female Symbolic ist von zahlreichen Figuren bevölkert: mehrgeschlechtliche Science-Fiction-Wesen, Korallen, Amöben und Farne propagieren Existenzformen, die nicht binär-heterosexuell codiert sind und keinem Kohärenz- oder traditionellem Subjektideal entsprechen.
Solche Praktiken der Figurierung sind Haraways zentrale "Cyborg-Technologien": Geschichten erzählen, Schreiben, Konversationen betreiben - dies betrachtet Haraway als die probaten Mittel, Verbindungen herzustellen, mit denen der hegemonialen Codierung andere Bedeutungen und neues Wissen gegenübergestellt werden kann. Figurierungspraktiken bezeichnen ganz allgemein die Macht der Schrift, die Welt in Kategorien zu artikulieren, aber auch die Macht technowissenschaftlicher Apparate, Wissen und Lebensformen zu produzieren. Diese materiellen, semiotischen und sozialen Technologien gehen in der Technoscience eine neue Verbindung ein, sie werden zu allgemeinen Kulturpraktiken, durch die Bilder materialisiert werden, sie kreieren auf wortwörtliche Weise Welten. [30] Die neuen Technologien funktionieren bei Haraway damit gleichermaßen als Schreib- wie als Visualisierungstechniken, sowohl auf abstrakter, wie auch konkreter Ebene. Dies bietet zugleich die Voraussetzungen dafür, daß sich die technowissenschaftliche Abstraktion selbst entlarvt: Während hochtechnologisierte Apparate, wie Satelliten oder hochauflösende Minikameras, den objektiven Blick als die bestimmende Zugangsweise zur Welt installieren, stellen sie (über die Distanz zum Auge) umso deutlicher ihren Charakter als konstruierte, aktive Wahrnehmungsapparate zur Schau. Und verweisen umso stärker darauf, daß es sich bei Wahrnehmung, Repräsentation, ebenso wie Identität und Erkenntnis, womöglich immer schon um prothetische Konstruktionen gehandelt hat, die mit einem großartigen Versprechen auf Allwissenheit oder Einheit verbunden waren. Daraus schöpft Haraway die Hoffnung, daß Konstruiertheit nicht mehr als Gegensatz zur Realität verstanden wird, sondern als "Zeichen von Realität überhaupt" nun auch die Produktion von Wissen und Visionen "lebbarerer Welten" erlaubt, d.h. Welten auf der Grundlage der Cyborg-Prinzipien, die ihren politischen Charakter nicht verschweigen. [31]
Eine von Haraways zentralen Visualisierungsformen gelebter und lebbarer Welten ist nicht die Maschine, sondern das Netz, das sich aus den Relationen der beteiligten Akteure im Konstruktionsprozeß von Selbst und Welt bildet. Daran sind die unterschiedlichsten Akteure gleichwertig beteiligt: menschliche wie nicht-menschliche, semiotisch-diskursive wie materielle. Inspiriert ist das Netz durch das Labor, insofern es "eine Zusammenstellung und Konzentration von menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren, Handlungen und Produkten ist, die Bedeutungen und Leben in globalem Maßstab verändern". [32] Handlungsfähigkeit, Erkenntnis und Erfahrung sind hier keine Eigenschaften, die bestimmten Akteuren, etwa menschlichen Subjekten, zugesprochen werden, sondern ist die Fähigkeit, in einem gemeinsamen "Lernprozeß" Verbindungen herzustellen. Für die netzförmige Produktion von Wissen, in der Verbindungsmöglichkeiten und instabile Identitätspositionen gestaltet werden, verwendet Haraway das Bild des Fadenspiels, des Cat´s Cradle : Muster, Figuren aus Fäden werden hier weiter- und zurückgereicht, wobei sie sich jedes Mal verändern. Diese Form der Wissensgenerierung kann nun wörtlich als Handlungsweise verstanden werden, in der Muster gebildet werden, wobei mindestens zwei Hände, zumeist jedoch mehr als zwei gebraucht werden.Diese Verbindungen bewirken Transformationen, idealerweise in Richtung "lebbarerer Welten". Dieser Begriff markiert einen ethischen Horizont, wobei sich die Kriterien dafür an den gesellschaftspolitischen Implikationen der oben beschriebenen Cyborg-Position bemessen: an der Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit, in der zugewiesenen Position existieren zu können bzw. sie zu gestalten. Die Produktion von Wissen wird also direkt zurückgewendet auf mögliche Konsequenzen für das jeweilige Alltagsleben - die auch bloß als Konstruktionen erhältlich sind, wobei Haraways Konstruktionsbegriff die Wirklichkeitseffekte ausdrücklich einschließt. In diesem Sinn ist die Produktion von Wissen über die Welt, insbesondere das (natur)wissenschaftliche Wissen, ein unmittelbar politischer Akt, für den ethische Maßregeln gelten sollten:"Practices for making sciences are practices of making worlds and that is the essence of 'political'. [33]
Haraways Konzept weist damit nicht bloß strukturelle Ähnlichkeiten mit Foucaults ethisch-ästhetischem Ideal auf, sondern ließe sich, etwa aufgrund der expliziten Anbindung an aktuelle gesellschaftliche Konstellationen, auch als dessen Konkretisierung verstehen. Die Bemühungen Foucaults jedoch, eine Distanz zwischen Diskurs und Körper einzurichten, sich gleichsam (über bestimmte Praktiken) den Diskurs vom Leib zu halten, erweisen sich aus Cyborg-Perspektive als illusorisch und wenig wünschenswert. Die hybride Verfaßtheit läßt keine Distanznahme durch Schweigen zu. Stattdessen fordert Haraway eine lautstarke, vehemente Gegen-Diskursivierung, sie spricht von der Notwendigkeit einer "Progaganda" vielfältig lebbarer Lebensformen, welche die "Verwandtschaften" untereinander anerkennt. [34]: Mäuse, Cyborgs und Menschen sind für Haraway nicht bloß unterworfene Objekte, sondern Akteure verschwisterter Arten.

4. Im Technosymbolischen

Haraways Begriff der Technologie als Wirkungsmacht und Bedeutungsinhalt in Bezug auf die drei Aspekte der gesellschaftlichen Macht, der subjektiven und diskursiven Praktiken wirksam: Auf gesellschaftlicher Ebene bezeichnet Technocience die grundlegende Verfaßtheit postmoderner, globalisierter Kultur, die in ihrer Produktionslogik sowohl Differenzen markiert und Identitäten festschreibt, als sie auch verwischt und auflöst. Identität oder Differenz, Vielfältigkeit oder Einheitlichkeit, auch Objektivität und Partikularität sind hier deshalb keine Werte, die in sich schon positiv oder negativ zu bewerten wären, sondern sie sollen als relationale Beziehungen kontextualisiert werden. Technologien, welche diese Unterscheidungen in die Welt setzen, werden bei Haraway ebenfalls nicht in positiv- schöpferische und negativ-instrumentalisierende Anteile unterschieden, also als techne versus poiesis gegeneinander ausgespielt, sondern in ihrer Ambivalenz mit der Forderung nach ethischer Verknüpfung versehen. Das entscheidende Kritierum ist, ob sie Verbindungen im Sinne der Cyborg-Ethik herstellen können oder sie abschneiden. Im Unterschied zum Panoptikon oder Filmapparat wird Technologie in Haraways verwildertem Labor nicht allein als Subjekt von Macht und Bedeutung verstanden, von dem es sich zu distanzieren oder das es zu instrumentalisieren gilt. Sondern sie soll als Akteurin zur Verbündeten gemacht werden.
Auf der Ebene des Subjekts fungieren Bio- und Kommunikationstechnologien als Produzenten von Körpern wie als Konstrukteure von Subjektivität. Das fremd- oder selbst-gestaltete Subjekt gründet nun auf der Implosion - oder zumindest der Verschiebung, traditionell subjektkonstituierender Dichotomien und verliert darüber seine fixierten Grenzen und Eigenschaften. Dabei befragt Haraway nicht allein die die Objektivierung des Subjekts, sondern auch die die mögliche Subjektivierung nicht-menschlicher "Objekte", was den Status des menschlichen Subjekts noch einmal mehr, auf tiefgründigere Weise, in Frage stellt. Im Gegenzug stellt das praktisch-technisch gewonnene Netz Verbindungen und Figurierungsmöglichkeiten her. Auf diese Weise entstehen nicht einerseits abstrakte, vom Einzelnen losgelöste Moralen, wie es bei Foucault anklingt, noch wird die Identität der Einzelnen direkt zur Grundlagen des Politischen. Vielmehr scheint hier die Möglichkeit gegeben, politische Positionen auf der Grundlage gesellschaftlicher Erfahrung zu entwerfen, ohne einzelne Akteure darauf zu fixieren. Dies ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, daß es sich nicht um eine gesellschaftsanalytische Theorie im traditionellen Sinne handelt, sondern ihre mögliche Konstruktion als Echo enthält und in die Zukunft projiziert. [35]
Die Cyborg-Figur kann als konsequente Figurierung feministischer Einsichten über den verkörperten, vergeschlechtlichten, konstruierten Charakter von Subjektivität gelten, die zugleich die Forderung ihrer Analyse und ihrer Vision enthält. Zur Frage der Aufhebung der Geschlechterhierarchie hat sie jedoch keine zufriedenstellende Antwort parat. Wird einerseits eine Post-Gender-Welt proklamiert, so steht ihr unverbunden die Bedingtheit der Cyborgs durch Gender und andere Kategorien gegenüber. Stellt der Cyborg-Hybrid zwar ein Programm dar, das irreduzible Partikularitäten anerkennen, und trotzdem ein normatives Argument für deren gerechte/gleichberechtigte Behandlung postulieren möchte, so verbleibt dies letztlich auch auf der programmatischen Ebene. In der Schleife endloser Konstruktionen bleibt zudem diffus, ob es sich bei der Rede von der Implosion der Dichotomien um eine Wirklichkeitsbeschreibung oder eine programmatische Aussage handelt. Ebenfalls unklar ist, wie in Verbindung mit dem Modell des Netzes damit überhaupt Asymmetrien thematisiert werden können. [36] Dieses Problem stellt sich insbesondere in der Frage nach dem produktiven bzw. repressiven Charakter der mit der Technoscience verbundenen Machtformen. Mit dem Netzmodell lassen sich Asymmetrien, welche die Form symbolischer Gesetze annehmen, nicht thematisieren. Das Problem, daß ganz bestimmte SpielerInnen des Fadenspiels nicht mitspielen dürfen, bleibt in einem dezentralisierten Netz ungelöst.
Zusammenfassend ließe sich Haraways Techno-Symbolisches in Termini postmoderner Identität beschreiben: als ein nicht vollständig vernähtes, widersprüchliches, mehr-dimensionales Patchwork-Gebilde. Darin haben sich die Koordinaten des Symbolischen der Moderne verschoben, und so läßt sich nun nicht allein das Selbst als Kunstwerk imaginieren, sondern es haben sich auch Grenzverwischungen materialisiert von Kunst und Körper, Technischem und Organischem, von Imaginärem und Symbolischem selbst. Denn dort, wo kein grundsätzlicher Unterschied im ontologischen Status als Technisches zwischen Fiktion und Fakten gemacht wird, wo Phantasie, Erkenntnis und Apparatur prinzipiell gleichartig und Verschiebung und Verdichtung Wirklichkeitsbeschreibungen sind, dort weist das TechnoSymbolische bereits selbst Charakteristika des Imaginär-Phantas(ma)tischen auf. Haraways Cyborgs-Textpraktiken entwerfen diese Welt, um in ihr Forderungen nach Sinnstiftung, nach politischen Praktiken sowie Idealen von Emanzipation und Verantwortung zu artikulieren, die ironischerweise gar nicht weit entfernt zu sein scheinen von einem modernen, aufklärerischen Politikverständnis. Statt eines Prothesengottes entstehen dabei prothetische Cyborgs und mit ihnen das Versprechen, Phantasmen der Entkörperung zur Verkörperung von Ideen zu verwenden. Die Unvollkommenheiten, Widersprüchlichkeit, die dabei zum Vorschein kommen, bleiben pragmatischerweise als Lücken - nicht als Mangel - die Konstitutionsbedingungen von Subjektivität und ihren Praktiken. Ob dies ausreicht, Normierungen des vergeschlechtlichten Subjekts mitsamt der dort eingeschriebenen Geschlechterhierarachie aufzulösen, das bleibt jedoch mit Blick auf andere Technophantasien zweifelhaft - haben sie doch schon deutlich gemacht, daß nicht nur Natur, sondern auch die Technik-Konstruktion vorzugsweise "weiblich" allegorisiert wird. Trotz ihrer Attraktivität, welche die Cyborg-Figur bislang produzierte, muß sie ihre Kraft als kollektive Imago - oder als "Propaganda-Trick"? - erst noch unter Beweis stellen.

Literatur:

The Cyborg Handbook ( hg. v . Chris Hables Gray), New York 1995.
Foucault, Michel :
[ü+s]: Überwachen und Strafen, Die Geburt des Gefängnisses (1975), Frankfurt/M. 1977.
[s+w1]: Der Wille zum Wissen, Sexualität und Wahrheit 1 (1976), Frankfurt/M. 1983.
[s+w2]: Der Gebrauch der Lüste, Sexualität und Wahrheit 2 (1984), Frankfurt/M 1989.
[s+e]: Sexualität und Einsamkeit (mit Richard Sennett) (1981). In: Von der Freundschaft; Berlin 1984, S: 25-54.
[s+m] Das Subjekt und die Macht. In: Hubert Dreyfus/Paul Rabinow: Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik (1982); Frankfurt/M. 1987; S. 243-264.
Gehring, Petra: Innen des Außen - Außen des Innen. Foucualt - Derrida - Lyotard; München 1994.
Großmaß, Ruth : Orientierung und Verwirrung - Zur Bedeutung von Bildern im feministischen Diskurs. In: Leitbilder, Vexierbilder und Bildstörungen: über die Orientierungsleistungen von Bildern in der feministischen Geschlechterdebatte ( hg. von Ruth Großmaß und Christiane Schmerl); Frankfurt/M. 1996, S. 19-56.
Haraway, Donna:
[Manifest]: Ein Manifest für Cyborgs. Feminismus im Streit mit den Technowissenschaften (1985). In : dies.: Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen; Frankfurt/M. 1995; S.33-72.
[OncoMouse]: Anspruchsloser_Zeuge@Zweites Jahrtausend. FrauMann_trifft_OncoMouse; in: Vermittelte Weiblichkeit. Feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie (hg. von Elvira Scheich): Hamburg 1996, S. 347-389.
[SR]: Darnovsky, Darcy: Overhauling the Meaning Machines. An interview with Donna Haraway. In : Socialist Revue Vol. 21, No. 2 1991, S. 65-84.
[WWC]: Gary Olson: Writing, Literacy and Technology: Toward a Cyborg Writing. In: Women, Writing, Culture (hg. von Gary Olson, Elizabeth Hirsh); State University N.Y. 1995, S. 45-77.
Hebel, Kirsten : Dezentrierung des Subjekts in der Selbstsorge. Zum ästhetischen Aspekt einer nicht-normativen Ethik bei Focuault. In: Ethik und Ästhetik (hg. von Gerhard Gamm u. Gerd Kimmerle), Tübingen 1990, S.226-241.
de Lauretis, Teresa :
On the Subjects of Fantasy. In: Feminisms in the Cinema (hg. von Laura Pietropaolo und AdaTestaferri), Indiana University 1995; S. 63-85.
Die Technologie des Geschlechts. In: Vermittelte Weiblichkeit: Feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie ( hg. von Elvira Scheich); Hamburg 1996, S. 57-93. .
Saupe, Angelika : Mythos Cyborg - Zur Politik der Dekonstruktion technologischer Rationalität. Erscheint in: Freiburger Frauen Studien. Zeitschrift für interdisziplinäre Frauenforschung 1998.
Weber, Jutta: Feminismus & Konstruktivismus oder Die Verlockungen unendlicher Rekombination. Zur Netzwerktheorie bei Donna Haraway. Erscheint in Das Argument.
Weissberg, Liliane (Hg.): Weiblichkeit als Maskerade, Frankfurt/M. 1994.


[1] Der Text geht auf einen Vortrag zurück, den ich im Rahmen der Vortragsreihe "Erkenntnisprojekt Feminismus", organisiert vom gleichnamigen DoktorandInnenprogramm und der WE Frauenforschung der Universität Bremen im Sommer 1998 gehalten habe.
[2] Vgl. Großmaß.
[3] Seltzer, S. 21.
[4] "Die 'Diziplin' kann weder mit einer Institution, noch mit einem Apparat identifiziert werden. Sie ist ein Typ von Macht; eine Modalität der Ausübung von Gewalt; ein Komplex von Instrumenten, Techniken, Prozeduren, Einsatzebenen, Zielscheiben; sie ist eine 'Physik' oder eine 'Anatomie' der Macht, eine Technologie." (Ü+S, S. 277).
[5] Ü+S, S. 279.
[6] Vgl. S+W1, S.166.
[7] S+W1, S. 185.
[8]"Selbsttechniken: die es Individuen ermöglichen, mit eigenen Mitteln bestimmte Operationen mit ihren eigenen Körpern, mit ihren eigenen Seelen, mit ihrer eigenen Lebensführung zu vollziehen, und zwar so, daß sie sich selber transformieren, sich selber modifizieren und einen Bestimmten Zustand von Vollkommenheit, Glück, Reinheit, übernatürliche Kraft erlangen." (S+E, S. 35f) Zu den Selbsttechniken siehe auch Focuault, S+M, S.252).
[9] "Der Andere in in der Praxis des Selbst unerläßlich, damit die Form, die diese Praxis definiert, tatsächlich ihr Objekt füllt, d.h. mit dem Selbst. Der Andere ist unerläßlich, damit die Praxis des Selbst zu dem von ihr anvisierten Selbst gelangt. Das ist die allgemeine Formel." (Foucault, Hermeneutik des Subjekts, Vorlesung 1982, Nachschrift in: Freiheit und Selbstsorge 1985, S.40). Vgl. zu diesem Punkt Hebel , S.237.
[10] Hebel beschreibt den Unterschied zu einem substantiell gedachten Subjekt folgendermaßen:
"Die Stilisierung hat dort statt, wo es sich um Herstellung eines Selbst und nicht eines Subjekts im traditionellen Sinne handelt. Das Selbst besteht im Unterschied zum Subjekt in einer Kreisbewegung, die der sich um sich Sorgende beschreibt, im Ausgang von sich über ein anderes und der den Ausgangsstatus modifizierenden Rückkehr zu sich. In der Beziehung zu sich wird nicht eine Seelensubstanz (und ebensowenig eine des Körpers) rehabilitiert, sondern 'nur' ein Bogen über eine Leere gespannt, die als solche nichts auszusagen hätte. Indem sie umkreist wird, zieht das Andere, das Medium der Formung eine Krümmung und umschließt die Leerstelle, die das Subjekt immer war. Hier entsteht der Ort eines ständig sich wandelnden Selbstverhältnisses, dem nicht von den Strukturen der Macht- und Wissensformationen seine unwandelbare Gestalt zugewiesen wird." (S.230).
[11] Vgl. S+M, S. 259f.
[12] Gehring, S.80.
[13] S+W1, S.122f.
[14] S+M, S. 22ff, vgl. auch S. 289
[15] S+M, S. 245f, 250.
[16] Beispielsweise für Lois McNay, die auch dafür plädiert, das Konzept der Selbstpraktiken für die feministische Kritik aufzugreifen, wobei sie diese allerdings im Sinne einer Reinstallierung der Subjektautonomie favorisiert.
[17]"Demzufolge ist das sex-gender-System sowohl ein soziokulturelles Konstrukt, wie ein semiotischer Apparat, ein Repräsentationssystem, das den Individuen innerhalb einer Gesellschaft Bedeutung (Identität, Wert ...etc.) zuweist. Wenn Geschlechterrepräsentationen soziale Positionen sind, die Bedeutungsunterschiede transportieren, dann liegt in der Darstellung oder Selbstdarstellung als männlich oder weiblich die Aneignung des gesamten Komplexes dieser Bedeutungswirkungen. (...). Die Konstruktion des Geschlechts ist sowohl Produkt als auch Prozeß seiner Repräsentation." (de Lauretis 1996, S.63)
[18] De Lauretis 1995.
[19] Einen kleinen Überblick bietet Weissbergs "Weiblichkeit als Maskerade"; die psychoanalytische Grundlage des "Subjekts der Phantasie" bildet das Suture-Konzept Lacans, welches von unterschiedlichen Theoretikerinnen aufgenommen wurde.
[20] de Lauretis 1996, S.88.
[21] Im Extrem hat Judith Butler dies in ihren ersten Büchern vorgenommen in ihrem Projekt, die Foucaultsche Produktivität von Macht mit dem Lacanschen symbolischen Gesetz zu verknüpfen, dabei sind zugleich auch die (logischen) Grenzen eines solchen Unternehmens deutlich geworden. Allerdings bleibt weiterhin unklar, wie konstante Machteffekte anders thematisiert werden können.
[22] Indem er selbst einen "aktiven Part in seiner eigenen biologischen Evolution übernimmt" (Clynes/Kline 1961). Der erste kreierte Cyborg in diesem Forschungsprogarmm war eine Ratte, der eine Pumpe unter die Haut genäht war, welche eine kontinuierliche Zufuhr von Chemikalien erlaubte. Auf diese Weise sollte dann ein Gleichgewichtszustand des Organismus' automatisch aufrechterhalten werden können.
[23] OncoMouse, S.349.
[24] Manifest, S. 51f.
[25] Der Cyborg kann, wie Angelika Saupe gezeigt hat, damit auch als autopoietische Maschine verstanden werden, in der sich Organisches und Maschinelles tatsächlich zu einer neuen Konfiguration verbinden. Die Konsequenz: "nicht das Mechanizistische als Technik okkupiert totalitär die lebendige Welt, sondern es ist ebenso sehr eine 'Verlebendigung' der Technik eingetreten, die neue 'Welten' ermöglicht" (S.4).
[26] SR, S.68.
[27] Cyborg bezeichnet "das Verhältnis zwischen standardisierten Technologien und lokaler Erfahrung, bei dem man zwischen die Kategorien fällt, aber dennoch in Beziehung zu ihnen bleibt" (OncoMouse, S.364). Siehe auch den Aufsatz "Situiertes Wissen" in: Die Neuerfindung der Natur.
[28]"She - this she who is not yet, and maybe was never - becomes the site of hopes and contestations." (SR, S. 67f)
[29] WWC, S.56ff.
[30] WWC, S.50f; OncoMouse S.384f.
[31] OncoMouse, S.385.
[32] OncoMouse, S.375.
[33] WWC, S.71.
[34] WWC, S.70.
[35] Die marxistischen Wurzeln sind, insbesondere im "Manifest", unverkennbar. Haraways Cyborg-Mythos kann auch, im Sinne Barthes, als Ideologiekritik gelesen werden. Dabei geht aus auch darum, traditionelle gesellschaftstheoretische Kategorien unter postmodernem Vorzeichen neu verfügbar zu machen.
[36] Vgl. zu dem Problem, daß bestehende Hierarchien in Haraways Netzwerkmodell verdeckt werden, Weber 1997.
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