An der Zeitenwende zu postmodernen Internationalen Beziehungen?
Die Südpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union im Vergleich
Sven Schröder
Westfälische Wilhelms-Universität Münster Institut für Politikwissenschaft E-mail: sschrod@uni-muenster.de
präsentiert im Rahmen der Ersten Erlanger Graduiertenkonferenz PostModerne Diskurse zwischen Sprache und Macht 20. bis 22. November 1998 FAU Erlangen-Nürnberg
Vorläufige Version, bitte nicht ohne Rücksprache zitieren. Anmerkungen sind sehr willkommen.
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Frage: Was ist denn nun die Postmoderne?
Lyotard: Ich bemühe mich zwar, sie zu verstehen, aber ich weiß es nicht. Die Diskussion darüber fängt ja auch gerade erst an. Es ist wie mit der ‘Aufklärung’. Die Diskussion wird aufhören, ohne abgeschlossen zu sein.[1]
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Abstract
Die
Auflösung des Ost-West-Konflikts als bestimmendem Strukturmerkmal in der
Internationalen Politik nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat ein bisher
unübersichtliches Bild der Internationalen Beziehungen entstehen lassen.
Während einige Apologeten schnell „the End of History”
[2]
prognostizierten oder später den „Clash of Civilizations”
[3]
heraufbeschworen, ist allgemein eine „neue
Unübersichtlichkeit”, wie sie von Habermas pointiert prognostiziert
wurde, zu verzeichnen. Gegenläufige Trends lassen eine schematische
Kategorisierung von Verflechtungen zwischen Staaten und nichtstaatlichen
Organisationen unmöglich erscheinen.
Zwei
von diesen Trends und ihren Ambiguitäten besonders betroffene Regionen
befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft der industriell am stärksten
entwickelten Staaten bzw. Staatenblöcke der Erde. In der Zeit des Kalten
Krieges als „lost continents” verstanden, haben Nordafrika und der
Nahe Osten einerseits sowie Zentralamerika andererseits in der Perzeption der
politischen Akteure des Nordens nach 1989/92 eine gewandelte Bedeutung
erhalten. Zudem wird das politische Potential dieser Regionen heute unter
anderen Gesichtspunkten als noch in den Achtziger Jahren beurteilt,
beispielsweise in militärisch-strategischen Fragen und im Zusammenhang der
Entwicklungskooperation. Indiz für diese qualitative Veränderung ist
auf europäischer Seite die Ausrufung der Euro-Mediterranen Partnerschaft
im November.
Die
USA, die seit der Monroe-Doktrin den lateinamerikanischen Raum als „back
yard” verstanden und ihrer „Hemisphärenpolitik” zum Teil
erhebliche Bedeutung beigemessen haben, unternehmen offenbar seit Beginn der
zweiten Präsidentschaft Clintons den Versuch einer Reorientierung und
stärkeren Strukturierung ihrer Politik gegenüber der Region im Rahmen
der neuen Hemisphären-Politik. Der Ansatz beider Akteursgruppen - der EU
und ihrer Mitgliedsstaaten und der USA - ist bezüglich ihrer
Südpolitik signifikant unterschiedlich.
Im
Vergleich der Außenpolitik der USA und der EU (GASP und
Außenpolitik der Mitgliedsstaaten) lassen sich zwei tendenziell
antagonistische Formen illustrieren: Während die EU sich in einiger
Hinsicht in die Richtung bewegt, postmoderne internationale Beziehungen zu
etablieren, die den Staat als dominierende Größe und den durch in
ausgeübte Macht tendenziell in den Hintergrund treten läßt, ist
dies im Falle der USA nicht zu beobachten, sie setzen vielmehr weiterhin auf
das Paradigma der Moderne.
Der
vorliegende Beitrag geht auf die Wandlungen in den
„Südbeziehungen” beider Staatenblöcke ein und versucht,
sie aus der Sicht postmoderner Internationaler Beziehungen zu verstehen und zu
erklären. Er bezieht sich dabei auf den der Postmoderne-Diskussion
zugrunde liegenden Disput zwischen Jean-François Lyotard und Jürgen
Habermas und bezieht einige neuere Überlegungen zur Theorie der
Internationalen Beziehungen ein.
Die
Dekontruktion von Macht, in zahlreichen (modernen) Theorien internationaler
Beziehungen von zentraler Bedeutung, spielt dabei eine wichtige Rolle. Anhand
empirischer Befunde soll der These nachgegangen werden, die Mittelmeerpolitik
der EU eröffne den Blick auf postmoderne Beziehungen zwischen den
beteiligten Akteuren. Zudem soll anhand verschiedener Beispiele gezeigt werden,
daß diese Entwicklung nicht eine inhärente Entwicklung zum Guten
impliziert, sondern durchaus zu - aus Sicht eines positivistischen
Demokratisierungsverständnisses - problematischen Situationen führen
kann.
Einführung
Nicht
nur die Herrschafteliten auf der Bühne der Internationalen Politik wurden
vom schnellen Zerfall des Warschauer Pakts überrascht, auch denen, die
sich mit Theorien und Konzepten beschäftigen, zerfielen ihre
Erklärungsansätze zwischen den Fingern. Wie sich schnell zeigte,
wandelten sich die Internationalen Beziehungen nachhaltig - und bis heute
fällt es schwer, das Geschehene und Geschehende wissenschaftlich fundiert
zu erklären.
Dominierende
Theorien der Internationalen Beziehungen, vor allem die Realistische und
Neo-Realistische Schule, die von den USA aus in den vergangenen Jahrzehnten die
Universitäten in der gesamten westlichen Welt eroberten, haben in der
politikwissenschaftlichen Zunft nicht deutlich an Einfluß verloren,
allerdings für wachsende Unzufriedenheit gesorgt. Dieser Beitrag versucht,
aus der Kritik der Realistischen Schule einen theoretischen Neuanfang zu wagen.
Dieser Neuanfang fällt in einigen seiner Grundgedanken in das Feld der
Postmoderne.
Die
Hauptthese ist, daß die „Realität” sich den
holzschittartigen Erklärungen der Realisten nach dem Zerfall
militärischer Blöcke und der gleichzeitigen Abwertung des
Militärischen in weiten Bereichen der Internationalen Beziehungen immer
stärker entzieht. Für zahlreiche Phänomene, die heute auf der
politischen Agenda stehen, und für ihre politische Behandlung bietet der
moderne Ansatz des Realismus keine angemessenen Lösungsansätze.
Migration, ökologische Bedrohungen, an Genozid grenzende Bürgerkriege
und internationaler Terrorismus sind Phänomene, die zu erklären
dieser Ansatz nicht in der Lage ist, und die trotzdem eine bedeutende
Komponente von Außenpolitik werden, wie die vergangenen Jahre
eindrücklich zeigten
[4].
Neben der Fragwürdigkeit der explikativen Funktion schlägt -
konsequent - auch die Problematisierung der politikberatenden Funktion, also
quasi der praktische Lackmustest, fehl.
Während
die Vereinigten Staaten im Verständnis zahlreicher Politikwissenschaftler
- in den USA
[5]
wie natürlich auch in der Bundesrepublik
[6]
- nach dem Ende des Kalten Krieges die Rolle des Hegemons
[7]
einnehmen und sich politisch entsprechend verhalten, stellt sich der Fall
für die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten entgegengesetzt
dar. Hier scheint - und dies ist das Gegenstück zur Hauptthese dieses
Beitrags - eher die von Jürgen Habermas als solche bezeichnete „neue
Unübersichtlichkeit”
[8]
Raum zu greifen und den Weg zu einer postmodernen Internationalen Politik zu
eröffnen. Diese These soll im folgenden exemplarisch anhand der
„Südpolitik” beider politischer Akteure untersucht werden,
wobei dies nur kursorisch erfolgen kann
[9].
Realismus
als „moderne” Theorie Internationaler Beziehungen
Etwa
seit Beginn der Neunziger Jahre ist auch in Europa die Verbreitung von
postmodernen Ansätzen in der Lehre von den Internationalen Beziehungen zu
beobachten, nachdem sie zunächst in den USA und unter dem Einfluß
französischer Philosophen entwickelt worden waren. Dabei haben sich
zahlreiche verschiedene „Denkrichtungen” entwickelt, wobei
mittlerweile zumindest in Grundfragen unter den meisten Beteiligten Konsens
herrscht; so beispielsweise darüber, daß Ansätze aus dem
Bereich der Postmoderne keinen kohärenten Ansatz darstellen und sich
vielmehr als Korrektiv „moderner” Deutungsmuster Internationaler
Beziehungen verstehen
[10].
In diesem Papier wird insbesondere auf die philosophischen Wurzeln der
Postmoderne bei Jean-François Lyotard gedanklich Bezug genommen, dessen
programmatische Schrift „La condition postmoderne”
[11]
den akademischen Streit mit den Protagonisten der Moderne, allen voran
Jürgen Habermas, auslöste
[12]. Im
Bereich der Internationalen Beziehungen können als moderne Position
besonders die von Realismus sowie des Neo-Realismus verstanden werden. Mit
ihren zentralen Kategorien von Macht und Interesse
in
einer von Nationalstaaten dominierten Welt übertragen sie
Ordnungsvorstellungen der Moderne in den Bereich des Politischen im engeren
Sinne. Aus der Definition der bestimmenden Größen wird auch eine
Perzeption von Wirklichkeit deutlich, in der es primär um den
Interessengegensatz von Staaten geht
[13].
Robert Gilpin, einer der Väter der realistischen Theorie, formuliert die
Situation von Staaten griffig: „The powerful do what they can, the weak
suffer what they must”
[14].
Staaten geht es demnach um die Maximierung von Macht und Einfluß, und
dies geschieht automatisch auf Kosten anderer Akteure, es handelt sich also um
ein klassisches Nullsummenspiel. Macht wird in diesem Zusammenhang in Anlehnung
an die klassische Definition von Morgenthau folgendermaßen verstanden:
„Macht
kann alles umfassen, was die Beherrschung von Menschen durch Menschen bewirkt
und erhält. Unter dem Begriff der Macht gehören alle
gesellschaftlichen Beziehungen, die diesem Ziel dienen, von der physischen
Gewaltanwendung bis zu den feinsten psychologischen Bindungen, durch die ein
geistiger Wille einen anderen beherrschen kann.”
[15]
Einige
deutliche Schwächen der Realistischen Theorie, die hier nicht näher
erläutert werden können, sollten durch die sogenannte
Neo-Realistische Strömung getilgt werden. So führte beispielsweise
Joseph S. Nye die Vorstellung von „soft powers”
[16]
in die Debatte ein, deren Wirksamkeit und gar Existenz allerdings von Realisten
weiterhin bestritten wird.
Mit
dem Ende der bipolaren Welt, die durch die jeweiligen militärischen
Blöcke und ihre Führungsmächte, die USA und die UdSSR,
geprägt war, haben sich neue Fragen an die Politikwissenschaft im Bereich
der Internationalen Beziehungen ergeben, auf die mit dem klassischen Repertoire
der Realistischen Schule nur mehr unzureichende Antworten zu finden sind.
Neben
prinzipiellen Aspekten, die sich gegen eine allzu unbesorgte Argumentation mit
Macht und Interesse einwenden lassen, wie die fundamentale Frage nach den sie
konstituierenden Bedingungen, scheint auch das Aufkommen völlig neuer
Probleme der Realistischen Theorie den Garaus zu machen. Ökologische
Gefährdungen, Migrationsströme sowie internationaler, nicht staatlich
gebundener Terrorismus und deren Einfluß auf die Außenpolitik von
Staaten in bi- wie multilateraler Prägung sind Felder, deren
„realistische” Erklärung nicht ohne gewisse Verrenkungen
möglich ist. Und dennoch, so stellen die Anschläge auf US-Botschaften
im Sommer diesen Jahres einmal mehr unter Beweis, handelt es sich dabei um
Probleme, die in den Bereich auswärtiger Politik fallen.
Mit
dem konstatierten Verlust umfassender Erklärungs- und
Lösungsansätze, wie diese durch die Moderne beansprucht werden,
drängt sich die Parallele zur Philosophie Jean-François Lyotards
auf, wie er sie in „La condition postmoderne” zu Beginn der
Achtziger Jahre artikulierte. Das Ende der „Meta-Narratives” und
ihr subsequenter Zerfall in Sprachspiele sowie der damit einhergehende Verlust
an Legitimation spiegeln eine paradigmatische Wende auch in der Theoriebildung
Internationaler Beziehungen. Zur Verdeutlichung dieser These sollen im
folgenden die verschiedenen Profile der „Südpolitik” der USA
und der Europäischen Union herausgearbeitet werden.
Euro-Mediterrane
Partnerschaft statt Mittelmeerpolitik der EU
Die
Europäische Union, seit dem Vertrag von Maastricht mit einer Gemeinsamen
Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) ausgestattet, hat sich in der
postkolonialen Ära bis vor kurzem im Mittelmeerraum politisch kaum
ernstzunehmend engagiert - eine deutliche Ausnahme bildet hier die
Außenwirtschaftspolitik. Erst die politischen Umbrüche in der
vormals durch Bipolarität geprägten Welt Ende der Achtziger Jahre und
verschiedene politiktheoretische Diskussionen - beispielsweise das „Clash
of Civilizations”-Paradigma
[17]
- haben in diesem Politikbereich zu ersten konkreten Schritten geführt;
vorläufiger Höhepunkt war die Ausrufung der Euro-Mediterranen
Partnerschaft während der Mittelmeer-Konferenz am 27. und 28. November 1995
[18]
in Barcelona.
An
der Konferenz selber nahmen im November 1995 neben den 15 EU-Staaten 12
Mittelmeer-Drittländer, die sich selber als MED 12 bezeichnen, teil
[19].
Zunächst war lediglich an die Schaffung eines gemeinsamen
Wirtschaftsraumes durch die Anrainerstaaten des Mittelmeers
[20]
gedacht als ein erster Schritt zu einer Partnerschaft neuer Qualität, die
in Form einer „angemessenen institutionellen Struktur”
[21]
Gestalt annehmen soll. Anknüpfend an die Integrationsschritte der
Europäischen Gemeinschaften, soll entsprechend der Barcelona-Deklaration
eine politische Zusammenarbeit auf verschiedenen Sektoren erfolgen, deren Ziel
schließlich eine umfassende Vernetzung der Vertragsparteien ist
[22]. Die
Auffassung, daß eine grundsätzliche Reorganisation der
Mittelmeerpolitik vorangetrieben werden mußte, setzte sich auch vor dem
Hintergrund einer damals noch in der Diskussion befindlichen Osterweiterung der
Union und das Zurückweichen der beiden Supermächte aus der Region durch
[23]. Eingeleitet
hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs die neue Politik mit
ihrer Erklärung anläßlich des Essener Gipfels im Dezember 1994
[24],
in der der Mittelmeerraum als für die Union „vorrangiges Gebiet von
strategischer Bedeutung”
[25]
identifiziert wurde. Der Rat empfahl der Kommission eine sektorale
Zusammenarbeit, die an bereits vorhandene Strukturen anknüpfen und diese
weiterentwickeln sollte.
Der
politische Dialog, so heißt es in dem grundlegenden Papier bereits, soll
sich auf „die Wahrung demokratischer Grundsätze, verantwortungsvolle
Staatsführung und die Achtung der Menschenrechte stützen”; dies
unterstreicht das Bemühen, zu einer neuen Qualität in den
europäisch-mediterranen Beziehungen zu kommen
[26].
Entsprechend wird als geeignetes Mittel der Aufbau einer Freihandelszone
vorgeschlagen, wobei vor allem die regionale Zusammenarbeit finanziell durch
die Union gefördert werden soll
[27].
Als für eine vertiefte Zusammenarbeit prädestinierte Politikfelder
werden die „industrielle und die Entwicklungszusammenarbeit, die soziale
und kulturelle Zusammenarbeit, die Bereiche Energie, Umwelt, Informations- und
Kommunikationstechnologie, Dienstleistungen, Kaptialverkehr, Wissenschaft und
Technik, Drogenhandel, illegale Einwanderung, Fremdenverkehr sowie
Verkehrswesen und Infrastrukturnetze”
[28]
vorgeschlagen. Auch Fragen der Proliferation bleiben, was konkrete
Vereinbarungen angeht, in dem Exposé zunächst ausgeklammert. Ein
„ständiger und geregelter Dialog” mit den Mittelmeer-Anrainern
wird zudem angestrebt
[29]. Eine
hohe Bedeutung hat jener Korb der Euro-Mediterranen Partnerschaft und des
Arbeitsprogramms, in dem die gesellschaftliche Kooperation thematisiert wird.
Hier wird deutlich, daß Fragen des gegenseitigen Verstehens und
Kennenlernens eine eminente Bedeutung für den Euro-Mediterranen
Prozeß haben; die Signatarstaaten folgen insoweit der politischen
Kybernetik Karl Deutschs
[30],
deren Kernelement Kommunikation und entsprechend das Verständnis zwischen
den Teilnehmern einer wie auch immer gearteten Allianz ist. Deutschs Theorie,
in den Sechziger Jahren entwickelt, ist mittlerweile in alle
höherentwickelten integrativen politischen Erklärungsversuche
integriert.
Entsprechend
dieser Vorgaben arbeitete die Kommission Vorschläge für die weitere
„Entwicklung der Partnerschaft Europa-Mittelmeer”
[31]
aus, zudem wurde die Haushaltslinie MEDA
[32]
eingerichtet
[33],
deren Hauptziel die „Sicherung von Frieden und Stabilität in der
Region” ist
[34].
Dabei mißt die EU der Förderung der Umgestaltung der Wirtschaft,
eines ausgewogenen wirtschaftlichen und sozialen Gleichgewichts sowie der
regionalen Integration höchste Priorität bei
[35].
Die MEDA-Linie hat eine Laufzeit von 1995 bis 1999 und soll schrittweise alle
anderen Maßnahmen im Rahmen der finanziellen Kooperation mit den
betroffenen Drittländern ersetzen
[36];
sie hat ein Volumen von 5,16 Milliarden ECU
[37],
bereits in Juni 1995, also vor der Euro-Mediterranen Konferenz in Barcelona,
wurde dieses Paket in ausgearbeitet
[38].
Zusätzlich wurde beschlossen, zinsgünstige Kredite der
Europäischen Investitionsbank „in gleicher Höhe” in die
Region fließen zu lassen
[39],
wobei die bestehenden bilateralen Finanzkooperationen nicht angetastet werden
sollen
[40]. Das
Ziel dieser wirtschaftlichen Hilfen ist, angesichts der ökonomischen Krise
der südlichen und östlichen Nachbarn und einer Renaissance nicht- und
antidemokratischer Ideologien, die Stabilisierung der Region
[41];
einerseits sollen damit, wie dies immer wieder in den Dokumenten anklingt,
innerregionale Konflikte vermieden bzw. zu ihrer Entschärfung beigetragen
werden
[42],
andererseits beabsichtigen die Staaten Europas, direkte Auswirkungen auf die
Union, beispielsweise durch Migrationsströme, oder militärische
Verwicklungen (wie beispielsweise im ehemaligen Jugoslawien) und terroristische
Aktionen
[43]
von ihrem Territorium abzuwenden
[44]
- und verhalten sich so, ähnlich den USA in Zentralamerika, durchaus
modern im Sinne der obigen Definitionen.
Es
verwundert nicht, daß die Hauptphase der Vorbereitungen für die
Konferenz von Barcelona in die Ratspräsidentschaft Frankreichs und
Spaniens fielen
[45],
nachdem Italiens damaliger Außenminister Gianni De Michelis bereits
Anfang der Neunziger Jahre
[46]
zu den wesentlichen Initiatoren einer neuen Mittelmeer-Politik der Union
gehörte
[47].
In
der konkreten Vorbereitung unmittelbar vor der Konferenz ergaben sich
verschiedene Fragen, die die EU-Staatschefs während ihrer Tagung auf
Mallorca im Sommer 1995 debattierten.
Innerhalb
der Europäischen Union, die allein in ihrer Gesamtheit einen
handlungsfähigen und glaubwürdigen politischen Akteur darstellen
kann, ist (oder war zumindest bis in die jüngste Vergangenheit) ein
höchst unterschiedliches Problembewußtsein in Zusammenhang mit der
Politik im Mittelmeerraum feststellbar. Außerdem behindern andere, nicht
minder wichtige politische Notwendigkeiten - als Beispiel seien hier nur die
Heranführung der osteuropäischen Staaten an die Union und den
Gemeinsamen Markt sowie die institutionellen Reformen der Union genannt - den
Bund der 15; insbesondere die zweifellos erforderliche finanzielle Schlagkraft
und Ausdauer, die in der Mittelmeer-Kooperation seitens Europas angezeigt sind,
werden so nach Meinung von Kritikern erheblich eingeschränkt.
Eine
Politik der kleinen Schritte, wie sie eventuell zu praktizieren wäre und
wie es die Europäische Gemeinschaft über Jahrzehnte Zuge
präferentieller Handelsabkommen zunächst getan hat, ist nicht mehr
möglich. Dagegen sprechen die Prognosen zur Zukunft der Region Mittelmeer.
Ein nicht absehbares Ende der Bevölkerungsexplosion und damit ein sich
kontinuierlich erhöhender Migrationsdruck auf die Grenzen Europas
[48],
Proliferation in der Region, eine dramatische Verschmutzung der Umwelt,
regionale Konflikte um die Rohstoff-Verteilung und die Gefahr - so wird es von
zahlreichen europäischen Kommentatoren und auch in Teilen der
Öffentlichkeit empfunden - einer islamischen Radikalisierung Nordafrikas
und des Nahen Ostens
[49]
lassen keine Zeit für eine Politik des Abwartens.
Der
aus Sicht der EU-Staaten einzig erfolgversprechende Weg ist die Implementierung
regionaler Gemeinschaftsorganisationen, die zu dauerhaften Interdependenzen
zwischen den heute noch einander zumindest kritisch gegenüberstehenden
Staaten und ihren Gesellschaften der Region führen. Dabei kann die
Europäische Union nicht nur als großzügiger Financier auftreten
und mittels Scheckbuchdiplomatie die Süd- und Ostflanke der Union
politisch ruhigstellen, sondern muß, und die Konferenz von Barcelona
scheint dazu ein vielversprechender Beginn, eine aktive und gleichberechtige
Rolle im Konzert mit den Staaten der MED12 spielen.
Parallel
dazu muß eine Stärkung der Zivilgesellschaften in den Nachbarstaaten
dringend erfolgen, um eine allmähliche Liberalisierung nicht nur der
Wirtschaft, wie diese von fast allen Beteiligten für notwendig erachtet
wird, sondern vor allem auch im gesamtgesellschaftichen Kontext zu erreichen.
Daher wird bei der Vergabe von Finanzhilfen darauf Wert gelegt, die Arbeit von
Nichtregierungs-Organisationen nachdrücklich zu fördern.
Ausfluß dieses Bemühens ist die konsequente Einbeziehung von NGOs
bereits in den Konsultationsprozeß zur Vorbereitung der
Barcelona-Konferenz. Außerdem muß die Europäische Union, wenn
es ihr mit dem Bestreben nach einem politischen Dialog und der Durchsetzung von
Freiheit, Frieden und Menschenrechten ernst ist, die Gewährung von
Finanzhilfen an klare Konditionen knüpfen und deren Nichtbeachtung
entsprechend sanktionieren. Dies ist allerdings nur im Zuge einer deutlichen
Effizienzsteigerung der auswärtigen Beziehungen der EU bezüglich
interner Abstimmungsverfahren und ihrer zügigen Umsetzung unvermeidlich
[50],
wie die Algerien-Krise sowie andere Anlässe deutlich unter Beweis gestellt
haben.
Die
Euro-Mediterrane Konferenz von Barcelona kann verstanden werden als Versuch
einer Wende in der EG/EU-Mittelmeerpolitik hin zu einer Partnerschaft neuen
Typs mit den Ländern des Mittelmeer-Raumes. Sie eröffnet die Chance
zum Dialog, wie jener in den vergangenen vierzig Jahren nicht möglich war.
Das Ende des bipolaren Weltsystems und die Überwindung der
Block-Konfrontation auch im Nahen Osten und Nordafrika sollen dabei genutzt
werden, ein erneutes Aufbrechen zentrifugaler Tendenzen zu verhindern und eine
faire, belast- und berechenbare Politik im Bereich des Mittelmeeres aufzubauen.
Daß dabei bisherige Grenzen immer stärker aufweichen und ihre
bisherige Bedeutung verlieren werden, ist ein bedeutender Aspekt des
Übergangs zur Politik der Postmoderne in dieser Region.
[51] Dabei
ist anzunehmen, daß diese Aufgabe sich als Bewährungsprobe sowohl
für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Union als auch
für sie als politische Einheit und Glaubwürdigkeit an sich erweisen
wird.
„Our
Own Backyard”
[52]
- Die Politik der USA in Zentralamerika
Traditionell
ist die Politik der USA gegenüber der südlichen Nachbarregion durch
ihre starke „national interest”-Orientierung deutlichen
Schwankungen unterworfen
[53],
da strategische Überlegungen klar im Vordergrund der Politik des Nordens
standen
[54].
Bestes Beispiel für diese Art der Politik sind die beiden Administrationen
Ronald Reagans in der Zeit von 1981 bis 1989. Präsident Reagan hatte sich
ein Zurückdrängen des sich vermeintlich auf dem Vormarsch
befindlichen Kommunismus zum Ziel gesetzt und entsprechende politische
Maßnahmen eingeleitet
[55].
So wurde unter seiner Ägide (zivile) Entwicklungshilfe deutlich reduziert
und der sicherheitspolitischen Kooperation in Form militärischer Hilfe der
Vorrang gegeben. Neben der totalen Blockade der Volksrepublik Kuba, die bereits
seit 1960 besteht
[56],
engagierten sich die USA bevorzugt in bilateraler Zusammenarbeit, mit der
befreundete Regierungen, zum Teil auch autoritären Charakters,
stabilisiert und so langsam zur Demokratie geführt werden sollten. Gelang
dies nicht und stand die jeweilige nationale Regierung der in Washington
ideologisch konträr gegenüber, intervenierten die Vereinigten Staaten
gar auf der Seite von Guerilla-Bewegungen, um eine Ablösung der jeweiligen
Regierung zu fördern. Das am kontroversesten debattierte Beispiel
dafür ist die sogenannte Iran-Contra-Affäre, in deren Rahmen die
Reagan-Administration trotz fehlender Unterstützung durch den
amerikanischen Kongreß, Aufständische materiell und ideell
unterstützte.
[57]
Dies führte, wie Dittgen anhand von Umfragedaten eindeutig belegen kann,
zudem zu einem massiven Vertrauens- und Unterstützungsverlust für
Reagans Regierung
[58]. Mit
dem Ende des Kalten Krieges zu Beginn der Neunziger Jahre stand die
Zentralamerika-Politik der USA, die sich bis dahin mit Verhinderung
extra-hemisphärischer Einflußnahme als übergeordnetem Ziel
verschrieben hatte, vor einer deutlichen Wende. Nach dem Zerfall der
Sowjetunion und ihrem Untergang als Supermacht blieb kein die USA in ihrer
Existenz gefährdende militärische Macht mit nennenswertem
Einfluß in der Region. Es oblag dementsprechend der Administration George
Bushs, eine Neuorientierung zu beginnen. Daß die neue Politik deutlich
pragmatischer und eher mainstream-orientiert sein würde als die des
Amtsvorgängers Reagan, kristallisierte sich schnell heraus
[59].
Bush entschied sich für eine nachhaltige Stärkung der
ökonomischen Bindungen zwischen den Staaten der Region und der
US-amerikanischen Wirtschaft, die zu einem einschneidenden prozentualen
Rückgang des europäischen und japanischen Handelsvolumens mit
Lateinamerika führte
[60]. Gleichzeitig,
und mit expliziter Ausnahme der US-geführten Intervention auf Haiti 1994
(mit UN-Mandat), haben sich die Vereinigten Staaten verstärkt einer
multinational orientierten Politik in dieser Weltregion zugewandt, wobei
entsprechende Organisationen häufig unter ihrer deutlichen informellen
Dominanz in Entscheidungsprozessen stehen. Angesichts der global entspannten
politischen Situation sollte diese Trendwende daher nicht als prinzipielle
Abkehr vom Prinzip der Hegemonie und historisch gewachsenen paternalistischen
Entscheidungsstrukturen, sondern als eine Form der Friedensdividende gedeutet
werden. Die Fortführung einer durch Reagan geprägten national
interest-Politik durch Bush und Clinton wäre ein deutlicher Anachronismus
gewesen und hätte innenpolitische Friktionen zur Folge gehabt.
Die
Rhetorik Präsident William J. Clintons nach dessen Amtseinführung
1994 deutete eine weitere (vermeintlich uneigennützige) Stärkung von
Demokratiebewegungen sowie die Festigung bereits bestehender demokratisch
legitimierter Systeme an. Bis heute sind in diesem Bereich allerdings keine
neuen Initiativen erfolgt, während eine Stärkung der von Bush neu
aufgelegten ökonomischen Komponente mit Nachdruck vorangetrieben wurde
[61].
Besonders die Bewältigung der Peso-Krise in Mexiko 1994 sowie die
erklärte Ausweitung der North American Free-Trade Association (NAFTA) von
Alaska bis nach Feuerland sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert
[62].
Allerdings tun sich in der Frage der NAFTA-Ausdehnung deutliche
Interessenkonflikte zwischen den USA und vor allem Brasilien
[63]
und Argentinien auf, die ein Abflachen ihres wirtschaftlichen Booms durch
Restriktionen aus dem Norden befürchten. Zudem scheint manchem
südamerikanischen Beobachter das neue Gebilde eine unerwünschte
Konkurrenz zum Mercado Común del Sur (MERCOSUR), dem zur Zeit am
schnellsten wachsenden Wirtschaftsblock der Erde
[64].
Ein sich verschärfender Gegensatz zwischen der Supermacht und den Nachbarn
in der Region, der immer deutlicher artikuliert wird, besteht auch
bezüglich der Kuba-Politik der USA
[65]. Während
der beiden Amtszeiten Präsident Clintons ist Lateinamerika aus
verschiedenen Gründen von der Agenda der Außenpolitik in weiten
Bereichen verschwunden. Der Trend, der bereits von Bush aufgrund der als
solcher eingeschätzten „no-win Situation”
[66]
eingeleitet wurde und sich in Clintons erster Amtszeit fortsetzte, ist
vorwiegend der Konzentration auf innenpolitische Aktionsfelder geschuldet, zu
nennen sind in diesem Zusammenhang die von Clinton angestrebte Reform des
Gesundheits- und Bildungssystems. Für beide Amtszeiten gilt, daß ein
besonderes Augenmerk anderen Regionen der Erde galt, so dem Bürgerkrieg in
Ruanda und der Entwicklung im ehemaligen Jugoslawien sowie dem
Friedensprozeß im Nahen Osten, dessen - zunächst - greifbar
erscheinender Erfolg Clinton weitaus mehr außenpolitisches Prestige
gebracht hätte als die erwartbaren kleinen Fortschritte in Zentralamerika.
Moderne
und Postmoderne - der theoretische Entwurf
Trotz
aller Zugeständnisse, die die USA seit 1990 in Richtung multilateraler
Konfliktregelung gemacht haben, scheint es weiterhin berechtigt, von einer
Außenpolitik Realistischer Prägung zu sprechen, und zwar insofern, als
„its
[the United States’ politics] actions are still designed to preserve U.S.
predominance and to shape a postwar order that advances American
interests.”
[67]
Die
Vorstellung der Euro-Mediterranen Partnerschaft und der Zentralamerika-Politik
der USA im Vergleich macht, trotz der gebotenen Kürze, deutlich, daß
die EU und ihre Mitgliedsstaaten eine andere Qualität von politischer
Partnerschaft anstreben und dadurch, offenbar unbewußt, eine Dispersion
von Macht fördern. Diesem Aspekt wird zentrale Bedeutung eingeräumt,
wobei davon ausgegangen wird, daß vor allem durch die Einbeziehung von
nichtstaatlichen Akteuren und supranationalen Organisationen in den
Prozeß des policy-making andere als die traditionellen Gruppen an der
Ausübung von Macht notwendigerweise beteiligt werden. Insofern
unterscheidet sich der hier vorgeschlagene theoretische Entwurf deutlich von
Integrationstheorien, die sich im wesentlichen mit Fragen der Um- und
Neuverteilung von Macht auf bereits bestehenden und institutionalisierten
Ebenen beschäftigen, so daß verschiedene Aspekte der
Integrationsforschung durchaus erkenntnisfördernd und daher inden
zukünftigen Neukonzeptionen stärker zu berücksichtigen sind.
Der
potentielle „Erfolg” der in Form der EMP eingeschlagenen
postmodernen Politik, der als das Erreichen von intendierten Veränderungen
und Inhalten verstanden werden soll, ist mangels Erfahrung schwierig
vorherzusagen. In Falle der Euro-Mediterranen Partnerschaft haben
schwerwiegende finanzielle Beschränkungen und Vorwürfe von Korruption
und Verschwendung zu erheblichen Verunsicherungen und zeitweise auch zu
Einschränkungen der MEDA-Programme geführt
[68].
Dementsprechend müssen die weiteren Schritte auf dem Weg zur Partnerschaft
Europa-Mittelmeer genau beobachtet werden, wobei prinzipiell von
Instabilitäten ausgegangen werden muß. Daß es in den MED
12-Staaten (auch weiterhin) eines funktionierenden Staatsapparats mit
entsprechendem Gewaltmonopol bedarf und es durch das Erstarken der
Zivilgesellschaften zu aus Sicht der Demokratisierung negativen Entwicklungen
kommen kann, unterstreicht die Ambivalenz des Projekts.
[69] Einen
ersten positiven Aspekt konnte die EMP in Zusammenhang mit den
bürgerkriegsartigen Zuständen in Algerien verbuchen. Nach
längeren Verhandlungen gestattete die algerische Regierung einer
Delegation des Europäischen Parlaments den Zutritt zu den Krisengebieten,
um Möglichkeiten für eine mögliche friedvolle Beilegung des
Konflikts zu sondieren.
[70]
Daß es trotz des Besuchs der Delegation nicht zu einer Beendigung der
Morde an Zivilisten kam, ist gleichwohl zynischer Beweis für die
Transformationsprobleme im Übergang von moderner zu postmoderner Politik.
Minimalvoraussetzung
für einen Übergang von modernen zu postmodernen Verhältnissen in
Zentralamerika und der Karibik, wenn man ihn denn anstrebt (woran im Falle der
USA berechtigter Zweifel besteht) wäre eine Einbindung der Vereinigten
Staaten in ein gleichberechtigtes System kollektiver Sicherheit. Allerdings ist
mehr als fraglich, ob Staaten mit derart unterschiedlichen Potentialen an Macht
überhaupt eine solche Kooperation eingehen können. Die USA als
einzige Supermacht mit einem enormen Vorrat an physischer und abstrakter
[71]
Macht wird schon durch entsprechende Images bei den potentiellen Partnern kaum
als gleichberechtigt, sondern immer als primus inter pares betrachtet werden.
Es
ist evident, daß der Europäischen Union in ihrer besonderen
Konstruktionsweise hier ganz andere Möglichkeiten zum Ausgleich, aber auch
Risiken bezüglich einer effizienten Ausübung von Macht, gegeben sind.
Bleibt
zu betonen, daß zwar Elemente von postmodernen Internationalen
Beziehungen in der Vergangenheit oft mit Vorstellungen von demokratischen
Innen- und Außenverhältnissen von Staaten sowie mit „good
governance” verbunden waren. Hier ist insbesondere die Stärkung von
Zivilgesellschaften in vormals autokratischen oder diktatorischen Staaten zu
nennen, die nach dem Ende der Konfrontation zwischen Ost und West erhebliche
Attraktivität in Kreisen der Wissenschaft entfaltete.
[72] Allerdings,
und das haben Entwicklungen beispielsweise in Nordafrika nach 1990 unter Beweis
gestellt, ist die durchweg positive Konnotation des Konzepts civil society, die
zeitweise euphorische Ausmaße annahm, nicht gerechtfertigt. Vielmehr
muß von einer ambivalenten Entwicklung ausgegangen werden, die von
äußeren Faktoren nur schwer beeinflußbar ist - ein
Prozeß also, wie ihn die Moderne in ihrer Konzeption nicht vorsieht.
[73] Desiderata
der Forschung
In
künftigen Untersuchen werden, neben einer deutlichen Vertiefung der hier
nur angerissenen Fragen und Problemkreise, elementare Fragen auf theoretischer
wie auch auf empirischer Seite zu klären sein. Neben einer Konzentration
auf definitorische Schärfe bei den Schlüsselkonzepten der Moderne
bzw. der Postmoderne - Macht, Interesse, Dekonstruktion von Macht - sollte ein
wesentliches Augenmerk auf der Einordnung des vorgeschlagenen Ansatzes in
Beziehung zu klassischen Theorien der Internationalen Beziehungen liegen. Wie
verhalten sich beispielsweise Integrations- und Regimetheorien zum Ansatz der
Postmoderne? Daß es Überschneidungen gibt, wird angesichts des
vorliegenden Papiers deutlich, allerdings sind diese Gemeinsamkeiten und
Unterschiede zu systematisieren und gegebenenfalls gegeneinander abzugrenzen.
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[1]
Lyotard, Jean-François mit anderen: Immaterialität und Postmoderne.
Berlin 1983, S. 74.
[2]
Fukuyama, Francis: The End of History? In: The National Interest, Nr. 16
(1989), Seite 3-18.
[3]
Huntington, Samuel P.: The Clash of Civilizations and the Remaking of World
Order, New York 1996, zuerst Huntington, Samuel P.: The Clash of Civilizations?
In: Foreign Affairs, 72: 3 (Summer 1993), Seite 22-49.
[4]
Vgl. hierzu im Fall der USA beispielsweise zur Frage des Terrorismus Olson, Wm.
J.: Small Wars, in: The Annals of the American Academy of Political and Social
Science, Vol. 541, September 1995.
[5]
Siehe beispielsweise Nye, Joseph S. Jr.: Bound to Lead. The Changing Nature of
American Power, New York 1990.
[6]
Vgl. als ein Beispiel Hacke, Christian: Zur Weltmacht verdammt. Die
amerikanische Außenpolitik von Kennedy bis Clinton, Berlin 1997.
[7]
Zur Problematisierung von Begriff und Konzept siehe Layne, Christopher:
Rethinking American Grand Strategy. Hegemony or Balance of Power in the
Twenty-First Century? In: World Policy Journal, Vol. 15, Nr. 2 (Summer 1998),
Seite 8-28.
[8]
Habermas Jürgen: Die Neue Unübersichtlichkeit, Kleine Politische
Schriften V, Frankfurt am Main 1996 (Sonderausgabe).
[9]
Für Details zur Zentralamerika-Politik der USA vgl. die gerade erschienene
Monographie von Leogrande, William M.: Our own Backyard. The United States in
Central America, 1977-1992, Chapel Hill, London 1998 und analog zur
Euro-Mediterranen Partnerschaft Gillespie, Richard (Hrsg.): The
Euro-Mediterranean Partnership. Political and Economic Perspectives. London,
Portland 1997 sowie Schröder, Sven: The Euro-Mediterranean Partnership and
Civil Society - Patterns of Rising Importance at the Southern Periphery of the
European Union, in: Costa, Len; Fromhart, Stephen (Hrsg.): East Meets West: The
Challenge of Enlarging the European Union, New York 1998.
[10]
Vgl. den einführenden Text von Albert, Mathias: „Postmoderne”
und Theorie der internationalen Beziehungen, in: Zeitschrift für
Internationale Beziehungen, 1. Jg. (1994), Nr.1, Seite 45-63.
[11]
Englische Übersetzung Lyotard, Jean-François: The postmodern
Condition. A Report on Knowledge, Minneapolis 1983.
[12]
Vgl. beispielsweise dessen berühmten Text Habermas, Jürgen: Die
Moderne - ein unvollendetes Projekt. In: Welsch, Wolfgang (Hrsg.). Wege aus der
Moderne. Schlüsseltexte der Postmoderne-Diskussion. Weinheim 1988, Seite
177-192.
[13]
Ein entscheidender Einwand gegen den Realismus, der bereits frühzeitig
nach Konstituierung der Theorie gemacht wurde, ist das Verständnis von
Staaten als „black boxes”, deren innere Entscheidungsabläufe
keine Berücksichtigung finden.
[14]
Während eines Vortrags im Rahmen des Treffens der American Political
Science Association, Boston, 4. September 1998.
[15]
Morgenthau, Hans J.: Krieg und Frieden - Grundlegung einer Theorie der
internationalen Politik, Gütersloh 1963, Seite 55.
[16]
Nye, Joseph S. Jr.: Soft Powers, in: Foreign Affairs, Nr. 80, 1990, Seite
153-171.
[17]
vgl. Huntington, Samuel P.: The Clash of Civilizations?, in: Foreign Affairs,
Vol. 72, No. 3 (Summer 1993), Seite 22-49.
[18]
EU und Mittelmeer-Anrainer beraten über Kooperation, in: Süddeutsche
Zeitung, Nr. 274, 28.11.1995, Seite 2.
[19]
ebenda, Seite 212, als Gäste waren der Außenminister Mauretaniens
und die Generalsekretäre der Arabischen Liga und der Arabischen
Maghreb-Union vertreten.
[20]
Die Handelsschranken im Süden Europas fallen, in: Handelsblatt, Nr. 231,
29.11.1995, Seite 11
[21]
EU-Bulletin, zitiert nach Mattes, Hanspeter: Die Europa-Mittelmeer-Konferenz in
Barcelona (27.11.-28.11.1995), in: Koszinowski, Thomas; Mattes, Hanspeter
(Hrsg.): Nahost-Jahrbuch 1995. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in
Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten, Opladen 1996, Seite 209-214, hier
212.
[22]
Text of Barcelona Declaration Euro-Mediterranean Conference, Barcelona
(28.-29.11.1995), in: Koszinowski, Thomas; Mattes, Hanspeter (Hrsg.):
Nahost-Jahrbuch 1995. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Nordafrika und
dem Nahen und Mittleren Osten, Opladen 1996, Seite 226-230.
[23]
SCHMID vertritt die These, die EU suche ein „Gegengewicht” zu
Osterweiterung der EU, vgl. Schmid, Klaus-Peter: Schwenk zum Mittelmeer, in:
Die Zeit, Nr. 48, 24.11.1995, Seite 19. RHEIN betont, daß die „1990
einsetzende Schwerpunktverlagerung der EU-Außenbeziehungen nach Osten ein
wesentlichen Grund für die Neubelebung der
EU-Mittelmeer-Beziehungen” gewesen sei, vgl. Rhein, Eberhard: Mit Geduld
und Ausdauer zum Erfolg, in: Internationale Politik, Nr. 2, Februar 1996, Seite
15-20.
[24]
Auszüge aus den Schlußfolgerungen des Europäischen Rates von
Essen, in: Europäische Kommission (Hrsg.): Stärkung der
Mittelmeerpolitik der Europäischen Union: Entwicklung einer Partnerschaft
Europa-Mittelmeer, Luxembourg, Brüssel 1995, Seite 29-32.
[26]
zum Aspekt der Konditionalität, die im Gegensatz zur von den USA
praktizierten Politik in der Region steht, vgl. Mattes, Hanspeter: Die
Europa-Mittelmeer-Konferenz in Barcelona (27.11.-28.11.1995), in: Koszinowski,
Thomas; Mattes, Hanspeter (Hrsg.): Nahost-Jahrbuch 1995. Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft in Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten, Opladen 1996,
Seite 209-214, hier 210.
[27]
Schlußfolgerungen des Europäischen Rates von Essen, in:
Europäische Kommission (Hrsg.): Stärkung der Mittelmeerpolitik der
Europäischen Union: Entwicklung einer Partnerschaft Europa-Mittelmeer,
Luxembourg, Brüssel 1995, Seite 30.
[30]
Siehe in erster Linie die Werke Deutsch, Karl W.: Nationalism and Social
Communication. An Inquiry into the Foundations of Nationality, New York 1953;
Deutsch, Karl W. et al.: Political Community and the North Atlantic Area.
International Organization in the Light of Historical Experience, Princeton
1957; Deutsch, Karl W.: The Nerves of Government. Models of Political
Communication and Control, New York 1963 und Deutsch, Karl W.: Tides among
Nations, New York 1979.
[31]
Verstärkung der Mittelmeerpolitik der Europäischen Union:
Vorschläge für die Entwicklung einer Partnerschaft Europa-Mittelmeer,
in: Europäische Kommission (Hrsg.): Stärkung der Mittelmeerpolitik
der Europäischen Union: Entwicklung einer Partnerschaft Europa-Mittelmeer,
Luxembourg, Brüssel 1995, Seite 33-46, hier 31.
[32]
Haushaltslinie B7-410.
[33]
KOM (95) 204 endg.: Verordnung (EG) des Rates über finanzielle und
technische Hilfe bei der Reform der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen
der Drittländer und der Gebiete im Mittelmeerraum, Brüssel, 07.06.1995.
[34]
Verstärkung der Mittelmeerpolitik der Europäischen Union:
Vorschläge für die Entwicklung einer Partnerschaft Europa-Mittelmeer,
in: Europäische Kommission (Hrsg.): Stärkung der Mittelmeerpolitik
der Europäischen Union: Entwicklung einer Partnerschaft Europa-Mittelmeer,
Luxembourg, Brüssel 1995, Seite 33-46, hier 13.
[36]
KOM (95) 204, Seite 13.
[37]
Zudem läßt der Beschluß unter bestimmten Umständen
Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 3,899 Mrd. ECU zu. Ebenda,
Seite 15.
[38]
Mattes, Hanspeter: Die Europa-Mittelmeer-Konferenz in Barcelona
(27.11.-28.11.1995), in: Koszinowski, Thomas; Mattes, Hanspeter (Hrsg.):
Nahost-Jahrbuch 1995. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Nordafrika und
dem Nahen und Mittleren Osten, Opladen 1996, Seite 209-214, hier 210, innerhalb
der EU hatte es um Höhe der Finanzhilfe zwischen den süd- und den
zentraleuropäischen Mitgliedern zunächst Auseinandersetzungen
gegeben, vgl. Jungwirth, Michael: EU wendet sich dem Mittelmeerraum zu, in:
Oberösterreichische Nachrichten, 27.11.1995, Seite 3.
[39]
Mattes, Hanspeter: Die Europa-Mittelmeer-Konferenz in Barcelona
(27.11.-28.11.1995), in: Koszinowski, Thomas; Mattes, Hanspeter (Hrsg.):
Nahost-Jahrbuch 1995. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Nordafrika und
dem Nahen und Mittleren Osten, Opladen 1996, Seite 209-214, hier 211.
[40]
Vgl. Europa schnürt ein Paket von 20 Milliarden DM, in: Frankfurter
Allgemeine, Nr. 277, 28.11.1995, Seite 17, zur Entwicklung der reformierten
Finanzhilfe vgl. Augmentation de l’aide financière
européenne vers les pays méditerranéens, in: La Presse de
Tunisie, 31.01.1996.
[41]
Frieden, Wohlstand und Menschenrechte rund ums Mittelmeer, in: Frankfurter
Allgemeine, Nr. 278, 29.11.1995, Seite 1.
[42]
Zu den politischen Beziehungen zwischen dem Nahen Osten und Nordafrika vgl.
Chazan, Naomi; Levine, Victor T.: Africa and the Middle East: Patterns of
Convergence and Divergence, in: Harbeson, John W.; Rothchild, Donald: Africa in
World Politics, Boulder et al. 1991.
[43]
EU und Mittelmeer-Anrainer beraten über Kooperation, in: Süddeutsche
Zeitung, Nr. 274, 28.11.1995, Seite 2.
[44]
Das Primat sicherheitspolitischer Ziele betont Mattes, Mattes, Hanspeter: Die
Europa-Mittelmeer-Konferenz in Barcelona (27.11.-28.11.1995), in: Koszinowski,
Thomas; Mattes, Hanspeter (Hrsg.): Nahost-Jahrbuch 1995. Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft in Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten, Opladen 1996,
Seite 209-214, hier 209.
[45]
Beide Staaten räumten der Mittelmeer-Region in ihrer Arbeit hohe
Priorität ein, vgl. ebenda, Seite 210. Zur besonderen Notwendigkeit einer
neuen Mittelmeerpolitik für die Staaten der Iberischen Halbinsel vgl.
Gsteiger, Fredy; Wernicke, Christian: Der große Graben, in: Die Zeit, Nr.
48, 24.11.1995, Seite 17-20 und, für den Spezialfall des Drogenhandels,
Veiel, Axel: Immer Ärger mit dem Kif vom Rif, in: Frankfurter Rundschau,
Nr. 179, 05.08.1998, Seite 3.
[46]
Bereits 1991 plädierte De Michelis für eine Konferenz für
Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittelmeer-Raum, vgl. Sensible
Mittelmeerregion, in: Europa, 42. Jahrgang, Nr. 4, April 1991, Seite 6f.
[47]
Vgl. den Beitrag von De Michelis in: Weidenfeld, Werner (Hrsg.):
Herausforderung Mittelmeer: Aufgaben, Ziele und Strategien europäischer
Politik, Gütersloh 1992, Seite 129-137.
[48]
Als Beispiel sei hier der aktuelle Flüchtlingsstrom nach Italien und
Spanien gemeint, vgl. etwa Kassebeer, Friedrich: Tote treiben an der
Sonnenküste, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 183, 11.08.1998, Seite 6
oder Italienische Polizei verhindert Flucht illegaler Einwanderer, in:
Süddeutsche Zeitung, Nr. 171, 26.07.1998, Seite 6.
[49]
Zur Gefahr für Europa durch den islamischen Fundamentalismus
stellvertretend Rovan, Joseph: Der fundamentalistische Islam bedroht Europa,
in: Internationale Politik, Nr. 2, Februar 1995, Seite 47-52.
[50]
Entgegen der hier geäußerten Ansicht vertritt RHEIN die Auffassung,
daß die EU-Außenpolitik „besser als ihr Ruf” sei, vgl.
Rhein, Eberhard: Besser als ihr Ruf: die EU-Außenpolitik, in:
Internationale Beziehungen, Nr. 3, März 1996, Seite 55-58, hier 55.
[51]
Vgl. Albert, Mathias; Brock, Lothar: Entgrenzung der Staatenwelt. Zur Analyse
weltgesellschaftlicher Entwicklungstendenzen, in: Zeitschrift für
Internationale Beziehungen, 2:2 (1995), Seite 259-285 und aus Sicht der Moderne
Habermas, Jürgen: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen
Theorie, Frankfurt am Main 1996.
[52]
Vgl. die Darstellung von LeoGrande, William M.: Our Own Backyard. The United
States in Central America, 1977-1992, Chapel Hill, London 1998.
[53]
Dies ist um so erstaunlicher durch das hohe Maß an Kontinuität in
den Beziehungen Amerikas zu den Alliierten in Europa und Teilen Asiens.
[54]
Atkins weist in diesem Zusammenhang auf den Zusammenhang von räumlicher
Nähe und strategischer Bedeutung der jeweiligen Region in Bezug auf die
USA hin, die das Argument unterstreichen. So fand in der Geschichte der
Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und allen Nationen südlich
des Rio Grande in der Hemisphäre militärische Interventionen
ausnahmslos in der Karibik und Zentralamerika, nicht jedoch auf dem
südamerikanischen Kontinent statt. Vgl. Atkins, G. Pope: Latin America in
the International Political System. 3. Auflage, Boulder et al. 1995, Seite
107-112.
[55]
Das Argument ist hier aufgrund des begrenzten Platzes ist zugespitzt. Wie
Wiarda herausstellt, läßt sich die Regierungszeit Ronald Reagans in
vier Phasen unterscheiden, in denen sich der Stellenwert und auch die Politik
gegenüber Zentralamerika zum Teil deutlich änderte, je nach
Einfluß verschiedener Gruppen innerhalb der Regierung. Vgl. Wiarda,
Howard J.: American Foreign Policy Toward Latin America in the 80s and 90s.
Issues and Controversies from Reagan to Bush, New York, London 1992,
insbesondere Seite 17-33.
[56]
Domínguez, Jorge I.: The Powers, The Priates, and International Norms
and Institutions in the American Mediterranean. In: Desch, Michael C.;
Domínguez, Jorge I.; Serbin, Andrés (Hrsg.): From Pirates to Drug
Lords. The Post-Cold War Caribbean Security Environment. Albany 1998, Seite
79-96, hier 91.
[57]
Eingehend behandelt bei Smith, Peter H.: Talons of the Eagle. Dynamics of
U.S.-Latin American Relations, New York, Oxford 1986, Seite 82-187.
[58]
Dittgen, Herbert: Amerikanische Demokratie und Weltpolitik. Außenpolitik
in den Vereinigten Staaten, Paderborn 1998, Seite 187/188.
[59]
Für Details vgl. Wiarda, Howard J.: American Foreign Policy Toward Latin
America in the 80s and 90s. Issues and Controversies from Reagan to Bush, New
York, London 1992, Seite 34-42.
[60]
Domínguez, Jorge I.: The Americas: Found, and Then Lost Again, in:
Foreign Policy, Nr. 112 (Fall 1998), Seite 125-137. Mit einigem Recht kann
behauptet werden, daß der Rückgang des Handelsvolumens Europas und
Japans am Gesamtaufkommen seit Beginn der Neunziger Jahre auch ein Resultat der
Agrar- und Zollpolitiken der jeweiligen Partner ist.
[61]
In diesem Sinne vgl. die Darstellung bei Feinberg, Richard E.: Summitry in the
Americas. A Progress Report, Washington, D.C. 1997, insbesondere Seite 42-84.
[62]
Die Gespräche wurden im vergangenen April begonnen und sollen bis zum Jahr
2005 abgeschlossen sein. Karnofsky, Eva: Gespräche über Freihandel
von Alaska bis Feuerland, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 91, 21.04.1998,
Seite 7.
[63]
Zu den Spannungen zwischen den USA und Brasilien und ihre Ursachen siehe
Schirm, Stefan A.: Macht und Wandel: Die Beziehungen der USA zu Mexiko und
Brasilien: Außenpolitik, Wirtschaft und Sicherheit 1979-1992, Opladen
1994, insbesondere Teil D. Aktuell dazu Karnofsky, Eva: Kampf gegen die
Vormachtstellung der USA, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 89, 18./19.04.1998,
Seite 2.
[64]
Das Wachstum des Handelsvolumens machte zwischen 1990 und 1997 400 Prozent aus,
vgl. ebenda, Seite 128.
[65]
Karnofsky, Eva: Wenig Verständnis für Cuba-Politik der USA, in:
Süddeutsche Zeitung, Nr. 91, 21.04.1998, Seite 7.
[66]
Wiarda, Howard J.: American Foreign Policy Toward Latin America in the 80s and
90s. Issues and Controversies from Reagan to Bush, New York, London 1992, Seite
36.
[67]
Walt, Stephen M.: International Relations: One World, Many Theories, in:
Foreign Affairs, Nr. 111 (Spring 1998), Seite 29-46, hier 36/37.
[68]
Vgl. den entsprechenden Bericht von Jünemann, Annette: Die
Euro-Mediterrane Partnerschaft vor der Zerreißprobe? Eine Bilanz der
zweiten Mittelmeerkonferenz von Malta, in: Orient, 28: 3 (1997), Seite 465-475.
[69]
Vgl. die zu diesem Punkt zusammenfassende Darstellung von Schedler, Andreas:
Die zivile Gesellschaft und der wilde Staat - Versuch einer Zwischenbilanz, in:
Kolland, Franz et al. (Hrsg.): Staat und zivile Gesellschaft. Beiträge zur
Entwicklungspolitik in Afrika, Asien und Lateinamerika, Frankfurt am Main 1996,
Seite 235-247.
[70]
Siehe beispielsweise den kritischen Kommentar von Chimelli, Rudolf: Antreten
zum Minister-Appell in Algier, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 12,
16.01.1998, Seite 4. In diesem Zusammenhang ist allerdings festzuhalten,
daß sich die französische Regierung - vor allem wohl wegen
historischer Verquickungen - nicht in Algerien aktiv eingreifen wollte, vgl.
Chimelli, Rudolf: Paris lehnt Intervention in Algerien ab, in: Süddeutsche
Zeitung, Nr. 9, 13.01.1998, Seite 6.
[71]
Als abstrakte Macht verstehe ich solche, die sich nicht durch physische Mittel
wie militärische Zwangsmaßnahmen manifestiert, sondern auf der Ebene
politischer Diskurse Raum greift.
[72]
Vgl. die vergleichende Studie mit theoretischer Grundlegung Kößler,
Reinhart; Melber, Henning: Chancen internationaler Zivilgesellschaft. Frankfurt
am Main 1993.
[73]
Durchaus negative Einschätzungen was konkret die Gemeinsame Außen-
und Sicherheitspolitik und ihre Kodifizierung im Vertrag von Amsterdam angeht,
nimmt Algieri vor, vgl. Algieri, Franco: Die Reform der GASP - Anleitung zu
begrenztem gemeinsamem Handeln, in: Weidenfeld, Werner (Hrsg.): Amsterdam in
der Analyse. Strategien für Europa, Gütersloh 1998, Seite 89-120.
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