Postmoderne, Politische Philosophie und die Frage nach dem Höhlenausgang: Zur Möglichkeit einer Antwort auf die Krise der Moderne bei Leo Strauss und Allan BloomTill Kinzel [Einleitende Bemerkung: Der folgende Aufsatz möchte einigen Aspekten der Frage nachgehen, inwiefern die Politische Philosophie im Sinne Leo Strauss’ sowie seines Schülers Allan Bloom eine Möglichkeit eröffnet, konstruktiv der Kritik der Moderne zu begegnen, die als Folge der Krise der Moderne im Kontext des sogenannten postmodernen Diskurses geübt wird. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei die Frage nach der Möglichkeit der Philosophie im Rahmen einer philosophischen Politik der Freundschaft sowie nach der Bedeutung des Naturrechts für die Begründung freiheitlicher Politik.] 1. Die Krise der Moderne und der NihilismusDie
Politische Philosophie steht unter den Bedingungen der Krise der Moderne, die
sich uns insbesondere als Krise der liberalen Demokratie zu erkennen gibt.
Politische Philosophie steht als jene geistige Tendenz in Rede, welche sich
explizit oder implizit als Antwort auf das durch jene Krise unausweichlich
scheinende Entweder-Oder von Fundamentalismus und Nihilismus versteht. Die
Krise der liberalen Demokratie ist zu einem der beherrschenden Probleme in
vielen Teilen der Welt geworden. Der Optimismus in bezug auf ein „Ende
der Geschichte” im Sinne eines endgültigen Triumphes der
freiheitlichen Demokratie und des Liberalismus über alle anderen denkbaren
Alternativen ist kaum noch zu spüren; selbst Francis Fukuyama bietet bei
genauerer Betrachtung mitnichten eine oberflächliche Philosophie des
demokratischen Optimismus, sondern endet - in Rückbezug auf Platon,
Nietzsche und „Hegel-Kojève” - vielmehr mit ernsthaften
Zweifeln bezüglich der Fähigkeit der Demokratie, die thymotischen
Begierden des Menschen dauerhaft angemessen befriedigen zu können.
[1]
Ebenso wie Fukuyama sehen aber auch manche Kritiker eine Gefahr für die
liberalen Demokratie in dem, was Nietzsche die „letzten Menschen”
genannt hat. Sind wir möglicherweise bereits in die Epoche der
„letzten Menschen” eingetreten, die vom Nihilismus beherrscht wird?
[2]
Was, so Nietzsche, ist der Nihilismus, wenn nicht die Tatsache, daß wir
des Menschen müde sind?
[3]
Nietzsche sah für die Zukunft die Möglichkeit voraus, daß der
„letzte Mensch” auftreten könnte, eine dekadente Form des
Menschen, die für Nietzsche das denkbar Verächtlichste darstellte.
[4]
Der politische Philosoph Leo Strauss nahm diese Befürchtungen Nietzsches
sehr ernst. Nihilismus bedeutet nach Nietzsche, daß die obersten Werte
sich entwerten, es fehlt das Ziel, die Antwort auf das „Warum?”
(Wille zur Macht 2). Alle Werte werden schließlich als gleich-gültig
angesehen, „wenn die übersinnliche Welt der Ideen ihre verbindliche
und vor allem ihre erweckende und bauende Kraft eingebüßt
hat”, wie es bei Heidegger heißt.
[5]
Werte sind dabei keineswegs der Gegenbegriff zum Nihilismus, sondern „die
Hochkonjunktur der Werte ist nur die gegenbildliche Spiegelung des Nihilismus
selbst”, wie Rohrmoser angesichts einer dem „Werte”-Diskurs
verfallenen Öffentlichkeit zu Recht betont.
[6]
Die nihilistischen Züge des Zeitgeistes werden von vielen Seiten
bestätigt. Angesichts der nicht mehr zu übersehenden großen
ethisch-politischen Probleme unserer Zeit spricht z. B. Papst Johannes Paul II.
von einer tiefen Kulturkrise, welche „Skepsis selbst an den Fundamenten
des Wissens und der Ethik hervorruft und es immer schwieriger macht, den Sinn
des Menschen, seiner Rechte und Pflichten klar zu erfassen.” Der Ernst
der Lage weltweit zeigt sich aus der Sicht des Papstes in der teils
projektierten, teils bereits erfolgten Legalisierung von Abtreibung und
Euthanasie, wodurch die Würde jeder menschlichen Person nicht mehr
anerkannt und geschützt und damit das demokratische Ideal „
in
seinen Grundlagen selbst verraten
”
wird.
[7]
Ein
politischer
Philosoph wie Günter Rohrmoser sieht angesichts der durch viele
Detailbeobachtungen belegten „Krise unserer liberalen Republik”
bereits den „Ernstfall” als reales politisches Problem in nicht
allzu weiter Ferne drohen. Rohrmoser sieht dabei die entscheidende Krise
ähnlich wie der Papst in einer tieferliegenden „Krise der liberalen
Kultur”, die uns vor die Alternative „Emanzipation oder
Freiheit” stelle.
[8]
Im Angesicht dieser Krise scheint die liberale Demokratie in ernsthaften
Schwierigkeiten zu sein, wenn es nicht gelingt, eine philosophische
Verteidigung der liberalen Demokratie vorzubringen, welche die mit den Namen
Nietzsche und Heidegger verbundene Kritik an der traditionellen Philosophie und
Metaphysik in Rechnung stellt. Da die Demokratie mehr als jedes andere
Regierungssystem auf „Vernunft” im Sinne der Möglichkeit eines
rationalen Diskurses im Hinblick auf das
bonum
commune
basiert,
kann die Krise der Vernunft nicht ohne Rückwirkungen auf die
Möglichkeit rationaler Problemlösungen im demokratischen Rahmen
bleiben. Die postmoderne Vernunftkritik muß daher auch und gerade in
Erkenntnis des Zusammenhangs von liberaler Demokratie und rationalem Diskurs
aus politikphilosophischer Perspektive sehr ernst genommen werden.
[9]
Nietzsches
Diagnose
des Nihilismus ist für Strauss wie für seine Schüler ein
zentraler Bezugspunkt für ihre Auseinandersetzung mit der Krise der
liberalen Demokratie, mit der Krise der Vernunft und damit mit der Krise der
Moderne überhaupt.
[10] Die
Politische Philosophie sieht sich als diejenige Erscheinungsform der
Philosophie, die sich den jeweils aktuellen Herausforderungen an die
Möglichkeit einer gerechten politischen Ordnung stellt, indem sie in einem
sowohl die Notwendigkeit des Politischwerdens der Philosophie wie die
Notwendigkeit und Möglichkeit der Philosophie als Sachwalter kritischer
Rationalität und radikaler Reflexion verteidigt. Die Politische
Philosophie tritt somit im Kontext postmoderner Diskursformationen in der
politisch-literarischen Form der Apologie auf. Diese Apologie hat sowohl
elenktischen wie protreptischen Charakter: Elenktischen, insofern sie auf eine
„Kultur”-Kritik, protreptischen, insofern sie auf eine
philosophische Politik der Freundschaft zielt.
2. PostmoderneDie
Krise der Moderne tritt seit nunmehr geraumer Zeit als sogenannte Postmoderne
in Erscheinung. So vielschichtig und vielgestaltig die mit diesem Begriff
gemeinten Phänomene auch sind, so sind ihnen doch in der Regel eine Reihe
von Vorstellungen gemeinsam, die im allgemeinen als mehr oder weniger
selbst-verständlich vorausgesetzt werden. Dazu gehören Behauptungen
und Voraussetzungen folgender Art: die „großen
Erzählungen” hätten abgewirtschaftet, Metaphysik werde nurmehr
von philosophisch Ewiggestrigen betrieben oder gar verteidigt, sogenannte
Letztbegründungen, d. h. aber jegliches Philosophieren aus
unveränderlichen Grundlagen heraus, werden als überholt und
irrelevant abgetan, , infolge der Dekonstruktion bzw. Destruktion allgemeiner
Kategorien wie z. B. derjenigen der Natur sei jegliche Berufung auf ein
Naturrechtsdenken Ausdruck der Anhänglichkeit an überkommene
Positionen längst überwundener Ordnungsvorstellungen, usw.
Charakteristisch für das postmoderne Denken ist eine ausgeprägte
Metaphysikfeindlichkeit, die sich insbesondere gegen den metaphysischen
Realismus wendet, der in der Regel dem Verdikt des „naiven
Realismus” verfallen dürfte. Mehr oder weniger scharfe Kritik an
Grundlagen traditionellen Philosophierens wird dabei auch von jenen geübt
bzw. geteilt, die wie z. B. Hilary Putnam in expliziter Auseinandersetzung mit
der Dekonstruktion und dem postmodernen Denken gegen das von manchen behauptete
Ende der Philosophie argumentieren, indem sie gewissermaßen im Gefolge
John Deweys entschieden für eine „Erneuerung der Philosophie”
plädieren.
[11]
Diese Philosophen können sich bestenfalls zu einem sogenannten
„internen Realismus” (Putnam) durchringen, da sie im Realismus
einen vergeblichen Versuch, „die Welt aus dem nirgendwo zu sehen”
erblicken; statt des verfemten und philosophisch nicht mehr
gesellschaftsfähigen metaphysischen Realismus soll es nun, mit Putnam
gesprochen, um die Entwicklung eines „Realismus mit menschlichem
Antlitz” gehen, so als ob der metaphysische Realismus ebenso
selbst-verständlich unmenschlich wäre wie der Sozialismus, dem man ja
auch einmal einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz”
entgegenstellen zu können meinte, und nicht im Gegenteil seinerseits durch
seine Grundlegung des Naturrechts die entscheidende Voraussetzung
freiheitlich-humaner Politik lieferte.
[12]
Eine weitergehende und m. E. vielversprechendere Variante der Verteidigung des
Realismus wie dementsprechend auch der Abendländischen Rationalistischen
Tradition wird z. Zt. eher von Philosophen wie John Searle unternommen, worin
denn auch der beste Anknüpfungspunkt für eine Wiedergewinnung des
Realismus der abendländischen Philosophie im Rahmen der analytischen
Tradition - schließlich aber darüber hinaus - zu liegen scheint.
[13]
Angesichts der notwendigen Angewiesenheit der Naturrechtsidee auf eine
realistische Metaphysik
[14]
besteht nicht nur eine philosophische, sondern auch eine politische
Notwendigkeit, das vorphilosophische, natürliche Bewußtsein als
Grundlage jeden Philosophierens mit seiner Kenntnis „vom Vorrang des
Realen überhaupt vor der Erkenntnis” gegen die postphilosophischen
Konzeptionen der Postmoderne zu verteidigen.
Die
Problematik der intellektuellen Konsistenz bzw. Inkonsistenz der postmodernen
Positionen
[15]
scheint auf in Behauptungen wie derjenigen J. Derridas, ein bestimmter Begriff
von Gerechtigkeit lasse sich nicht dekonstruieren, eine Behauptung, von der
Derrida offenbar erwartet, daß seine Leser sie einfach, d. h. ohne
jegliche Argumentation, für gegeben nehmen. Das Problem scheint aber zudem
darin zu bestehen, daß dieser Verweis auf etwas undekonstruierbar Letztes
auf so etwas wie Naturrecht zu verweisen scheint, also auf etwas, für das
es im Rahmen der Derridaschen Philosophiekonzeption kaum einen Platz geben
dürfte. Dementsprechend enttäuschend fällt denn auch aus, was
Derrida an politisch-philosophischer Analyse bzw. an
obiter
dicta
etwa in „Marx’ Gespenster” zu bieten hat.
[16] In
anderer und doch verwandter, jedenfalls aber erheblicher zugänglicherer
Weise versucht Richard Rorty seine politische Affirmation der Menschenrechte
über ihre philosophische Dekonstruktion hinaus zu retten und so einen
ironischen Liberalismus zu entwickeln, der sich praktisch an die
Traditionslinie des amerikanischen linken bzw. sozialdemokratischen Denkens
anschließt. Rortys traditionell linkes Liberalismusverständnis ist
sicherlich wegen seiner politischen Einseitigkeit, die lediglich auf der Linken
positive politische Leistungen anzuerkennen bereit ist, problematisch.
[17]
Entscheidender und interessanter für eine Auseinandersetzung aus der
Perspektive der Politischen Philosophie ist jedoch die philosophische Position,
die sich in Rorty Äußerungen zu erkennen gibt.
Der
heutige Liberalismus ist die politische Philosophie während der von
Friedrich Nietzsche eingeleiteten „dritten Welle der Moderne”
(third wave of modernity), wie es Leo Strauss nennt.
[18]
Es handelt sich dabei um einen Liberalismus, der sich von allen
„absoluten” Voraussetzungen, allem wie auch immer verstandenen
„foundationalism” oder „Fundamentalismus” trennen und
somit relativistische Philosophie der Politik sein will. Diese Tendenz setzt
sich im postmodernen politischen Denken fort. Exemplarisch für eine
postmoderne Demokratiephilosophie als Ausdruck der Krise der philosophischen
Vernunft mag etwa Richard Rortys „begründungsloser
Pragmatismus” stehen, der sich außerstande sieht, die liberale
Demokratie rational zu rechtfertigen und in ihr lediglich gewissermaßen
ethnozentrisch eine „für uns gute Sache” zu sehen vermag.
Rorty ist ein unzweideutiger Verfechter der liberalen Demokratie, doch
hält er eine philosophische Rechtfertigung der Demokratie für sowohl
unnötig als auch unmöglich.
[19]
Rorty vertritt einen „postmodernen Liberalismus”, der durch eine
„ironische” und antimetaphysische Haltung gekennzeichnet ist, die
keinen Raum hat für naturrechtlich begründete Menschenrechte als
Fundament einer humanen Politik. Humanität, die sich für Rorty in dem
Glaubenssatz ausdrückt, Grausamkeit sei das Schlimmste, lasse sich nicht
begründen. Es gibt für Rorty keine Antwort auf die Frage, warum man
nicht grausam sein solle.
[20]
Für die Demokratie sprechen in diesem Verständnis lediglich
Zufälligkeiten der historischen Entwicklung und nichts weiter. Rorty
verabschiedet sich offenbar leichten Herzens und mit einem Achselzucken von der
Vorstellung, alle Menschen seien „von ihrem Schöpfer mit bestimmten
unveräußerlichen Rechten ausgestattet, zu denen das Leben, die
Freiheit und das Streben nach Glück gehören.”
[21]
Rorty wendet sich gegen die Annahme einer ahistorischen Natur des Menschen als
Grundlage für ein Naturrecht. Das Naturrecht wird von Rorty als
diskreditiert verworfen, mit der empiristischen „Begründung”,
wir Menschen seien durch und durch historisch; da es keine menschliche Natur
gibt, gibt es folglich auch kein Naturrecht.
[22]
Da es für Rorty „wahrscheinlich” keine Natur des Menschen
gibt, kann es auch keine an und für sich höhere Form des Menschseins
geben, die sich von anderen Formen wertend abheben ließe und deren
Verwirklichung als erstrebenswert gelten kann, weil sie in besonderer Weise der
menschlichen Natur entsprechen würde. Rorty geht dabei so weit, in einer
Art invertiertem Nietzscheanismus (und auch wohl mit einem Schuß Ironie)
die „letzten Menschen” Nietzsches als das höchste Ziel der
Demokratie hinzustellen.
[23]
Die Schlußfolgerung Steven J. Kautz’ trifft daher zu, daß der
postmoderne Liberalismus unter einer Unfähigkeit leidet, gute Gründe
für liberale Prinzipien und Praktiken zu bieten.
[24]
Man kann kaum behaupten, daß Rorty mit seiner scheinbar unbesorgten und
fröhlichen Verherrlichung dieses Zustandes kritische Bedenken beruhigen,
geschweige denn zurückweisen kann. Mit seiner Empfehlung, auf eine
Kultivierung der liberal-ironischen Einstellung im öffentlichen Raum zu
verzichten und diese ironische Kultur auf den Privatraum zu beschränken,
ignoriert Rorty die auf einem anthropologischen Grund ruhende philosophische
Notwendigkeit der Rechtfertigung, die der Mensch für sein Tun beibringen
muß. Rortys postmodern-ironische Empfehlung einer postmodernen Politik
überzeugt nicht, weil gemäß seiner eigenen Konzeption (von
Theorie läßt sich hier wohl nicht mehr sprechen) keinerlei Grund
dafür vorhanden ist, sich ihm anzuschließen, außer eben der
etwaigen Tatsache, daß ich aus irgend einem geheimnisvollen Grunde eine
persönliche Präferenz dafür habe.
Rorty
relativiert und subjektiviert die Universalität der Menschenrechte in
typisch kulturrelativistischer Manier. Von einer rein pragmatistischen
Philosophiekonzeption aus erscheinen die Menschenrechte für Rorty
lediglich als ein vergleichsweise gut funktionierendes politisches Konstrukt.
Dieses Konstrukt der Menschenrechte ist deshalb zu vertreten und zu
verteidigen, weil es „für uns stimmt”, eine Position, von
deren Sinn „uns” Rorty weniger überzeugen als vielmehr
überreden will. Rorty muß, auch wenn er praktisch an den
Menschenrechten (zumindest und nur für „uns”?) festhalten
will, zu einer Ablehnung des Naturrechts in jeder Form gelangen, und sei es
selbst in der Form eines kritischen Regulativs
[25],
insofern er die Frage nach der Existenz objektiver Fakten bezüglich des
moralisch Richtigen oder Falschen als irrelevant abtut. Zwar anerkennt Rorty
die Möglichkeit, daß Gesellschaften sich auf eine Weise wandeln
können, die als „Fortschritt” verstanden werden kann, doch wie
Rorty diesen Fortschritt mißt, bleibt offen. Der Verdacht läßt
sich nicht ganz von der Hand weisen, daß der rhetorische Gebrauch des
„wir” durch Rorty, der eingestandenermaßen nicht mehr als ein
„kollektives” Werturteil zum Ausdruck bringen kann,
„uns” dazu bringen soll, auf kritische Nachfragen zu verzichten und
stattdessen seine im Letzten antiphilosophische Position als politische (und
philosophische?) Methode der Wahl zu akzeptieren.
Rortys
Leugnung dessen, was die amerikanische Unabhängigkeitserklärung als
„self-evident truths” voraussetzt, die in sich bereits eine
komplexe politisch-philosophische Anthropologie enthalten, macht ihn
unfähig zu erkennen, daß in der Tat diejenigen europäischen
Staaten des 19. Jahrhunderts einen moralischen und politischen Fortschritt
darstellten über die athenische Polis,
weil
sie den Anforderungen dessen mehr entsprachen, was Rorty abschätzig als
„Morality” (mit großem M) bezeichnet. Die Abschaffung der
Sklaverei wird von Rorty rein kulturrelativistisch und soziologisch
subjektivistisch interpretiert, wobei er außerdem die Meinung zu
vertreten scheint, die Gründerväter der USA wie z. B. Thomas
Jefferson hätten selbst nicht die moralisch-politischen Konsequenzen aus
den von ihnen vertretenen Prinzipien bzw. aus der von ihnen formulierten
Anthropologie und Theologie der Unabhängigkeitserklärung erkannt.
[26]
„If one says”, so Rorty, „that later societies made progress
in recognizing the existence of human rights (...) one should only mean that
they conformed more closely to the way we wealthy, secure, educated inhabitants
of the First World think people should treat one another.”(TP, p.7) Rorty
lehnt die Vorstellung ab, Menschenrechte könnten Naturrecht sein bzw. eine
naturrechtliche Grundlage haben und dementsprechend rational verteidigt werden.
Philosophischer Fortschritt kann daher nur als „becoming more
imaginative” im Gegensatz zu „becoming more rigorous”
verstanden werden (TP, p.8). Philosophie soll nicht Episteme sein, sondern
Dichtung. Diejenigen, die die naturrechtliche Fundierung der Menschenrechte aus
der Perspektive der Politischen Philosophie verteidigen, werden von Rorty als
Quasi-Platonisten bezeichnet, die einen (verzweifelten?) Versuch unternehmen,
endgültig über ihre Gegner zu triumphieren (TP, p.170). Die
„anthropologische” Position Rortys, die er „Deweyan”
nennt, beinhaltet die Zurückweisung oder Leugnung der von der Tradition
als solchen erkannten
mala
in se
[27]:
„the enslavement of one human tribe or race by another or of human
females by human males, is not an intrinsic evil.” (TP, p.207) Harry V.
Jaffa hat zu Recht auf folgenden Zusammenhang verwiesen: Wenn Sklaverei erlaubt
ist, dann ist alles erlaubt, dann gibt es keine natürliche Gerechtigkeit,
dann gibt es nichts, das dem Menschen als Menschen geschuldet wird. Sklaverei
basiert auf der Leugnung der „self-evident truths” der
Unabhängigkeitserklärung, d. h. auf der Negierung der Tatsache,
daß alle Menschen gleich erschaffen sind, insofern sie als Menschen
geschaffen sind und nicht als Tiere oder als göttliche Wesen.
[28]
Ungerechtigkeiten können für den Pragmatisten eigentlich gar nicht
erkannt werden, zumindest könnten diese nicht interpretiert werden
„as so many instances of a general failure to treat equals
equally.” (TP, p.211)
Die
postmodernen Denkströmungen entwuchsen allesamt der von Strauss als
Historismus oder historische Betrachtungsweise bezeichneten philosophischen
Position der Ersetzung der Philosophie durch Geschichte
[29],
deren Radikalisierungen bei Nietzsche und Heidegger schließlich in den
Hyperhistorismen Derridas oder Rortys gipfelten, wobei insbesondere Rorty sich
gern und oft selbst als „historicist” bezeichnet (cf. TP passim).
Der Mensch, den die Tradition überwiegend als
animal
rationale
(oder doch mit Swift als
animal
rationis capax
)
erkannte, wird in der postmodernen (Nicht-?)Anthropologie zum „flexible,
protean, self-shaping anima” (TP, p.170), das ohne jede weitere
Argumentation als ein in einem atheistischen Kontext hinreichend verstehbares
Wesen verstanden wird. Das postmoderne Denken beginnt und endet mit der
sophistischen Position, daß der Mensch das Maß aller Dinge ist,
nicht Gott: „Once God and his view goes, there is just us and our
view.” (TP, p.54, cf. p.48f.; cf. Platon, Nomoi IV, 716c4). Die der
modernen liberalen Demokratie westlichen Typs zugrundeliegende
Naturrechtsanthropologie (und -theologie) mit ihrer selbst-verständlichen
(self-evident) Unterscheidung des Menschen vom Tier wie von Gott wird als
historisch rein kontingentes Konstrukt gewertet, dem keine Tatsachen
bezüglich der menschlichen Natur korrespondieren: „nothing relevant
to moral choice separates human beings from animals except historically
contingent facts of the world, cultural facts.” (TP, p.170) Der Mensch,
so muß man annehmen, hat seine Natur darin, daß er keine Natur hat,
schon gar keine Natur, die in sich irgendeine moralische Bedeutung trüge.
Der Mensch ist offenbar das wesentlich kulturelle und historische Wesen, doch
kann
keinerlei
historisch-kulturelle Prägung des Menschen in irgendeiner Weise an
transhistorischen Normen des guten Menschseins gemessen werden; es gibt nichts,
was dem Menschen als Menschen geschuldet wird. Die Frage nach der Gerechtigkeit
als Fundamentalfrage des menschlichen Zusammenlebens hängt in der Luft.
Rorty sieht die Aufgabe der Philosophie nicht darin, irgendwelche vorgeblichen
Eigenheiten
des
Menschen zu erkennen und in diesen Attributen die Grundlage für moralische
Normen herauszuarbeiten, die der Natur des Menschen entsprechen. Gegen den
Anspruch der philosophischen Tradition Einsichten in bleibende Wahrheiten zu
erlangen schraubt Rorty die Philosophie auf das Anliegen herunter,
„kohärent” zu sein (TP, p.171). Kohärent aber kann auch
eine Ideologie sein, das Kriterium der Unterscheidung von Philosophie und
Sophistik geht so verloren. Unter Anlegen eines pragmatisch-utilitaristischen
Wahrheitskriteriums schlußfolgert Rorty in einem bemerkenswerten
Fehlschluß „that since no useful work seems to be done by insisting
on a purportedly ahistorical nature, there probably is no such nature
(...)” (TP, p.172) In bedenklicher Weise versucht Rorty, das
Erkenntnisvermögen des Menschen herabzuspielen zugunsten „the
capacities for friendship and intermarriage” (TP, p.183), so als ob
Freundschaft dem Menschen möglich wäre ohne einen die Freunde
verbindenden Logos.
[30]
Rorty
ist nur einer der prominentesten Vertreter eines „Liberalismus ohne
Naturrechte”, der, wie der Strauss-Schüler Allan Bloom bemerkt, den
naturrechtlichen Liberalismus des 18. Jahrhunderts abgelöst hat. Die
„Offenheit” als neue politisch-moralische Übertugend hat den
Sieg über das Naturrecht davongetragen, damit aber auch Grundprinzipien
und die ihnen entsprechenden moralischen Tugenden verdrängt (cf. Closing,
p.29f.). Als liberal gilt, wer allem gegenüber offen ist und sich keinem
Fortschritt, wohin auch immer, verschließt. Es sind jedoch ernste Zweifel
angebracht, ob es ratsam ist, angesichts der Herausforderungen, denen sich
unsere Demokratien an der Jahrtausendwende zu stellen haben, auf
vernünftige, d.h. aber philosophische Begründungen für
freiheitliche Politik zu verzichten.
[31]
Die gegenwärtigen Diskussionen um Abtreibung, Euthanasie und
Drogenlegalisierung sowie um das Verhältnis von Meinungsfreiheit und
Ehren- oder Persönlichkeitsschutz zeigen deutlich, daß bei
Abwesenheit eines vernünftigen Menschenrechtsbegriff auf naturrechtlicher
Grundlage noch die absurdesten und menschenunwürdigsten Vorhaben und
Maßnahmen „akzeptabel” gemacht werden sollen und unter dem
Etikett der Humanität als „Menschenrecht” deklariert werden.
Die Inflationierung und Verwässerung des Rechte-Begriffs ist Ausdruck
dieser Verabschiedung von der naturrechtlichen Fundierung der freiheitlichen
Demokratie. Gibt es eine Möglichkeit, eine philosophisch begründete
politische Antwort auf diese Krisenphänomene zu finden und zu einer
erneuten naturrechtlichen Fundierung der liberalen Demokratie zu gelangen?
3. Politische Philosophie, Kulturkritik und die Frage nach dem HöhlenausgangSowohl
eine Politik der Freundschaft wie eine philosophische Politik im Sinne der
Politischen Philosophie, die dem im Rahmen des postmodernen Diskurses
sträflich unterschätzten Problem des Staatsmannes bzw. der
Staatskunst den gebührenden Platz einräumt
[32]
und das Naturrechtsproblem nicht nonchalant aus dem Weg geht, bieten m. E. eine
bessere Grundlage für eine humane Politik als die anhand Rortys
exemplarisch dargestellte postmoderne Grundposition. Um wenigstens
andeutungsweise deutlich zu machen, in welcher Richtung eine Antwort auf die
Krise der Moderne zu suchen ist, soll im folgenden anhand von Leo Strauss und
Allan Bloom entwickelt werden, worin wesentliche Elemente der Antwort der
Politischen Philosophie auf die Krise der Moderne liegen.
Allan
Blooms Bestseller
The
Closing of the American Mind
von
1987 ist in mehrfacher Hinsicht ein bemerkenswertes Buch, nicht zuletzt
deshalb, weil es sich dabei um ein Werk handelt, das zwar scheinbar vorrangig
bildungsphilosophischen Fragen gewidmet ist, sich aber ausdrücklich in die
Tradition der Politischen Philosophie als „the bastion of the reaction
against value-free social science and the new social science as a whole”
stellt (Closing 366). Die Politische Philosophie - und unter den heutigen
Bedingungen fast sie allein - „provides at least a reminiscence of those
old questions about good and evil and the resources for examining the hidden
suppositions of modern political science and political life.” (Closing
366)
Strauss’
Deutung der Gegenwart als „Krise des Abendlandes”, die ihn zu
seinen weitreichenden philosophisch-philologischen Untersuchungen motivierte,
findet sich ebenso wie zahlreiche weitere Denkfiguren als zentraler Topos auch
bei Bloom in seiner Verknüpfung der Krise der Universität und der
Vernunft mit der Krise der liberalen Demokratie wieder. Es ist daher nur
konsequent, in Blooms quasi postmodern-idiosynkratischem Buch in gewissem Sinn
kulturkritische Erweiterungen und Ausarbeitungen der Von Strauss in
Naturrecht
und Geschichte
entwickelten Grundthesen zu sehen.
[33]
Die kritischen Analysen von Strauss und Bloom zum heute gebräuchlichen
weiten Kulturbegriff (der es z. B. erlaubt von einer "Kultur der Jugendbanden"
zu sprechen
[34])
stellen eine ernste Herausforderung für das postmoderne Kultur-Paradigma
dar. Gemäß diesem Paradigma kann letztlich
alles
als Kultur verstanden werden, so daß Philosophie in einem präzisen
Sinne unmöglich wird, da es im Grunde nichts Außerkulturelles gibt
bzw. im Sinne einer
petitio
principii
des postmodernen Diskurses auch nicht geben kann und darf. „Sociologists
and the disseminators of their views, the journalists of all descriptions, call
everything a culture--the drug culture, the rock culture, the street-gang
culture, and so on endlessly and without discrminination. Failure of culture is
now a culture.” (Closing, p.184) Der Sinn und die Möglichkeit der
Philosophie besteht aber nach Strauss’ klassisch orientiertem
Philosophieverständnis im Aufstieg aus der Höhle der Meinungen und
Konventionen, d. h. der "Kultur", zur Einsicht in bleibende Wahrheiten und zur
überkulturellen Weisheit. Aus dieser Platonischen Sicht verbleiben die
heute so beliebten
cultural
studies
gleichsam in der Höhle, wo sie sich mit den Bewegungen der Schatten an der
Höhlenwand bzw. mit der „Beschreibung der Innendekoration der
jeweiligen Höhle” (Strauss) beschäftigen, einer Höhle,
die, wie Bloom kulturkitisch bemerkt, inzwischen von MTV übernommen worden
sei (Closing, p.74). Diese Problematik einer philosophisch grundlegenden Kritik
des „Kultur”-Begriffs, zu deren Bewußtmachung Strauss und
Bloom einen zentralen Beitrag leisteten, weist auf eine Frage, die im Kontext
gegenwärtiger Debatten um Definition und Rolle einer normativen Hochkultur
von fundamentaler Bedeutung ist: Gibt es einen Aufstieg aus der Höhle, und
hat die Höhle einen Ausgang?
Das
Höhlenproblem, wie man verkürzt das Problem der Möglichkeit und
Notwendigkeit der Philosophie nennen kann, ist bereits im Frühwerk
Straussens klar als das fundamentale Problem der Gegenwartskultur und
-philosophie erkannt und geht einher mit dem ebenfalls bereits in den
dreißiger Jahren entwickelten Projekt einer tiefgehenden Kritik des
„Kultur”-Begriffs, die - so Strauss 1935 in einem seiner
bedeutendsten Bücher - in der Form eines politisch-theologischen Traktates
erfolgen müßte, wobei dieser Traktat jedoch die genau
entgegengesetzte Tendenz haben müßte wie jene
theologisch-politischen Traktate des 17. Jahrhunderts (Hobbes, Spinoza).
Heinrich Meier hat darauf hingewiesen, daß sämtliche Werke
Straussens als solche theologisch-politischen Traktate zu verstehen sind, die
auch erst als solche gelesen den Blick für die philosophische Intention
freigeben, die Strauss mit der Wiederbelebung der Politischen Philosophie
verfolgte.
[35] Leo
Strauss erkannte die Dominanz der historistischen Philosopheme im Denken des 20
Jahrhunderts, welche Dominanz die Widergewinnung des vorphilosophischen
Bewußtseins, der notwendige Ausgangspunkt jeden Philosophierens,
weitgehend verunmöglichte. Um diese Dominanz zu brechen (und zwar auf die
dem Philosophiegelehrten allein mögliche sanfte und subtile Weise)
entwickelte Strauss seine spezifische Kunst des Lesens als hermeneutischer
Hilfestellung zum Verlassen der sog. zweiten Höhle und zur
Wiederherstellung des natürlichen Bewußtseins, einem philosophischen
Projekt, dem sich auch Bloom verbunden sah (cf. Closing 121). Blooms naiv
erscheinende Aufforderung, die (großen) Bücher einfach zu lesen wie
sie ein naiver Leser lesen würde, ist in diesem Kontext zu verstehen.
Strauss’ Kunst des Lesens war für Bloom quasi der insgeheime Mittler
zu einer scheinbar oder tatsächlich unmittelbaren und „naiven”
Lektüre der Klassiker, die für uns Durchschnittsmenschen den Blick
frei machen soll für die natürliche Welt, wie sie sich dem
vorphilosophischen Bewußtsein und dem Bewußtsein der Dichter und
Philosophen präsentiert, für die Welt der Phänomene. Eine so
verstandene Phänomenologie versucht, im Konkreten zum Allgemeinen
vorzudringen, ohne das Bewußtsein des Konkreten zu verlieren. Indem Bloom
Strauss als exemplarisch „naiven” Leser präsentiert
[36],
weist er den Weg über den historistisch verbildeten Zustand der zweiten
Höhle hinaus zur Politischen Philosophie als prima philosophia.
Es
ist bekannt, daß Platon zur Verdeutlichung der Frage nach der
menschlichen Bildung und ihrer Abwesenheit im siebten Buch der Politeia das
Bild der Höhle wählt, wenn auch die Deutungen, die von dem sog.
Höhlengleichnis gegeben werden, sehr divergieren können.
[37]
Kurz gesagt, besteht der Sinn dieses Bildes darin, den Weg der Bildung des
Menschen, genauer gesagt des philosophisch begabten Menschen zu
veranschaulichen. Dies beinhaltet zugleich den Hinweis auf die
Gefährdungen und Versuchungen, die jeden philosophischen
Bildungsprozeß notwendigerweise begleiten. Denn wennauch nach den
Darlegungen in der Politeia klar scheint, daß die Philosophen bzw. die
potentiellen Philosophen unersättlich beim Lernen sind (cf. 475e; 474d)
und diese ihren besonderen Lerneifer auf die Idee des Guten als das
megiston
mathema
(505a) richten, so muß doch stets die Notwendigkeit bedacht werden, die
(wahre) Philosophie von den Scheinbildern ihrer sophistischen Nachahmer zu
unterscheiden.
[38]
Wie Howland erläutert, bietet das Höhlengleichnis einen zwingenden
Grund für die populäre Verwechslung von Philosophie und Sophisterei
bzw. Sophistik: „educationally, sophistry is arrested or truncated
philosophy.” (139) Ohne dies hier vertiefen zu können sei der
Hinweis erlaubt, daß nach dieser Deutung der Unterschied von
philsophischer und sophistischer Seele sich darin zeigt, daß beide in
unterschiedlicher, ja entgegengsetzter Weise auf die Erkenntnis reagieren,
daß die Schatten auf der Höhlenwand von Menschen produziert werden,
also konventionell sind.
Der
Mensch befindet sich natürlicherweise in einer Höhle, die Höhle
steht mit ihren Schattenbildern, Lauten und Echos für die vom
natürlichen oder vorphilosophischen Bewußtsein des Menschen
wahrnehmbare Welt, die Welt der Phänomene und Konventionen, die den
Menschen umgebende soziale und politische Gemeinschaft, die Polis.
Philosophieren bedeutet das Aufsteigen von der Welt der Phänomene und
Meinungen (doxai) zur Erkenntnis der wahren Wirklichkeit und letztlich der Idee
des Guten, die sich jenseits des Seienden befindet. Diese Erkenntnis ist als
Vernunfterkenntnis Erkenntnis des Allgemeinen und daher nicht bloß
historisch. Nach Strauss hat aber die Dominanz des sog. geschichtlichen
Bewußtseins dazu geführt, daß die Möglichkeit der
Philosophie bereits im Ansatz geleugnet wurde. Dies führte zu der
paradoxen Situation, so Strauss, daß uns vorerst nur historische
Untersuchungen zur Überwindung des „historischen
Bewußtseins” führen können, indem sie das entschieden
nicht-historische Philosophieverständnis der Klassiker rekonstruiert und
ernst nimmt.
[39] Allan
Blooms
Closing
kann m. E. als ein Versuch der Antwort auf die postmoderne Herausforderung an
die Möglichkeit der Philosophie gelesen werden, die allerdings in mancher
Hinsicht problematisch ist, so daß der Erfolg von Blooms philosophischer
Postmodernismuskritik möglicherweise zweifelhaft erscheint. Dieser letzte
Punkt soll hier aber nicht weiter erörtert werden, da dies nur durch eine
Detailanalyse geschehen könnte. Blooms Ansatz verspricht jedoch insofern
und in dem Maße einen Erfolg, als er sich bewußt in die Tradition
Leo Strauss’ stellt und sich somit einreiht in jene eminent politischen
Bestrebungen, die auf eine „Restauration des Philosophierens”
(Voegelin) abzielen. Blooms Werk wäre dann ebenso wie das Strauss’
als Ausdruck und Mittel einer „philosophischen Politik” zu
verstehen, die sich unter der gegenwärtigen Vorherrschaft des postmodernen
Paradigmas bzw. postmoderner Paradigmen in manchen Bereichen der
Geisteswissenschaften vielleicht mehr denn je als notwendig erweist.
Insofern
es Strauss’ Verdienst ist, wie Jaffa meint, durch seine Restauration der
Politischen Philosophie eine bzw. die Antwort auf die Krise der Moderne als
Krise der Vernunft zu geben, wie es im Werk von Nietzsche, Heidegger und
Kojéve zum Ausdruck kommt, bietet Strauss eine Grundlage dafür,
nach dem Zusammenbruch des modernen Rationalismus nicht die Vernunft
überhaupt über Bord zu werfen, sondern im Rückgriff auf das
klassische Denken erneut zu konstiutieren. D. h., die Möglichkeit der
Deutung Strauss’ als eines postmodernen Denkers, wie es z. B. Stanley
Rosen, Shadia Drury, Peter Levine und Catherine Zuckert mit durchaus
unterschiedlicher Tendenz sehen
[40],
steht und fällt mit der These, daß es Strauss eben nicht gelungen
ist, wie etwa Rosen meint, eine Antwort auf Nietzsche zu geben. Indem aber
Strauss durch sein philosophisches Programm die Zerstörung der
Zerstörung des natürlichen Bewußtseins bewerkstelligte, eine
Destruktion der Destruktion, schaffte er tatsächlich grundlegende
Voraussetzung dafür, den Hyperhistorimus und Relativismus des postmodernen
Denkens in Frage zu stellen.
[41] Bloom
vertrat bereits in den sechziger Jahren die Auffassung, daß durch Leo
Strauss allein das ernsthafte Studium des antiken politischen Denkens
wiederbelebt wurde, und zwar nicht als ein rein antiquarisches Unternehmen,
sondern im Interesse unserer wichtigsten Gegenwartsinteressen.
[42]
Strauss’ Wiederbelebung der Politischen Philosophie schloß sich
dabei in einer entscheidenden Hinsicht an Heideggers Destruktion der Tradition
an, insofern auch Strauss die Bedeutung dieser philosophischen Strategie der
Destruktion anerkannte
[43],
wobei Destruktion hier nicht, wie Heidegger erläutert, Zerstören
bedeutet, „sondern Abbau, Abtragen und Auf-die-Seite-stellen -
nämlich der nur historischen Aussagen über die Geschichte der
Philosophie.” Die Überwindung bzw. Destruktion der Metaphysik, die
„weder eine Zerstörung noch eine Verleugnung der Metaphysik”
darstellt, soll den Grund der Metaphysik freilegen, der selbst nicht
metaphysisch sein kann.
[44]
Strauss hatte klar erkannt, daß sein eigenes Projekt einer
philosophischen Politik im Sinne der Politischen Philosophie durch die
Heideggersche Destruktion der Tradition und Metaphysik ermöglicht wurde.
Erst durch Heidegger wurde die Wiederbelebung der Politischen Philosophie
überhaupt denkbar, da Heidegger den Weg der Destruktion als den Weg des
radikalen Rückgangs auf die griechischen Denker als durchführbar
erwies. Was auch immer von Heideggers Kritik der Tradition zu halten sein mag
-- allein die Tatsache, daß er durch diese Kritik mit seiner
nicht-politischen Philosophie (trotz ihrer politischen Implikationen
[45])
den Weg eröffnete, den Leo Strauss mit großer Konsequenz
schließlich gegangen ist, rechtfertigt die Würdigung Heideggers als
epochalen Denker. Man kann behaupten, daß der Weg Heideggers zu den
Vorsokratikern durch den Weg Straussens zu den Sokratikern und vor allem zu
Sokrates selbst erst zu einem logischen Ende geführt wurde. Indem Strauss
das Problem des Sokrates anders als Heidegger in das Zentrum seiner
philosophischen Reflexion rückte, ging er einen, den, entscheidenden
Schritt über Heidegger und dessen sonstige Schüler hinaus.
Strauss’
Lehre aus den politischen Fatalitäten des vergangenen Jahrhunderts wie aus
dem politischen Versagen Heideggers war vor allem die Wiederherstellung der
Dimension der Klugheit, der phronesis, für das politische Handeln, vor
allem für das Handeln des Staatsmannes. Politisch dürfen Weisheit und
sophrosyne (Zucht und Maß, Besonnenheit) nicht mehr getrennt werden. In
der Betonung des politisch Maßvollen (bei gleichzeitiger Anerkenntnis des
„verrückten” Charakters der Philosophie) liegt ein erkennbar
konservatives Element der Politischen Philosophie, so daß man durchaus zu
Recht behaupten kann, daß die Politische Philosophie im Sinne von Leo
Strauss zugleich die philosophische Antwort auf die Krise der Moderne wie auch
eine politisch(-pädagogische) Antwort auf die Krise der liberalen
Demokratie bedeutet. Strauss’ Politische Philosophie ist also, soweit sie
eine kritische Überwindung des philosophischen Historismus darstellt,
„ein konservativer Abschied von der Geschichte”, wie es Germana
Paraboschi nennt.
[46]
Dieser Konservatismus bleibt jedoch trotz seiner hohen Wertschätzung des
klassischen vormodernen Denkens eine moderner und liberaler Konservatismus, der
sich dem „government by consent” sowie einer konstitutionellen
Regierung verpflichtet fühlt
[47],
weshalb es grundsätzlich verfehlt erscheint, Strauss als Theoretiker des
Antiliberalismus
[48]
oder als reaktionären Philosophen zu deuten, dessen Ziel die „Suche
nach einer post-liberalen Ordnung” gewesen sei.
[49]
Indem Strauss den „Historismus” (historicism) bzw. die historische
Betrachtungsweise radikal, d. h. an der Wurzel, überwindet, bietet Strauss
den konsequentesten Ansatz für eine Philosophie, die sich offenhält
für den Anspruch der klassischen politischen Philosophie, zur Erkenntnis
bleibender Wahrheiten vorzustoßen.
[50]
Das Verständnis der Philosophie als Erkenntnis der fundamentalen Probleme
bzw. der möglichen Antworten auf diese Probleme läßt zwar
philosophischen Fortschritt zu, doch erscheint die Vorstellung zumindest
problematisch, es gebe in der Philosophie sozusagen einen „state of the
art” analog den Einzelwissenschaften.
[51]
Der Konflikt der Philosophie mit dem postmodernen Denken dreht sich auch hier
um die Frage, ob es tatsächlich, wie Strauss mit der Tradition meint,
zeitüberdauernde sog. permanente Probleme gibt, deren Erkenntnis als
solche permanenten Probleme die Aufgabe der Philosophie wäre, oder ob es
keine permanenten Probleme gibt.
[52]
Die Wiedergewinnuung des Bewußtseins der permanenten Probleme ist das
vielleicht vielversprechendste Programm, vom postmodernen Diskurs zur
Politischen Philosophie aufzusteigen. Indem Strauss und Bloom mit ihren in sich
verschiedenen Werken die Möglichkeit eröffnen, diesen Weg zu gehen,
bieten sie den wohl ernsthaftesten Zugang zu der für das Schicksal der
Philosophie alles entscheidenden Frage, ob die Höhle einen Ausgang hat.
[1]
Cf. Francis Fukuyama, The End of History And The Last Man, New York 1992, p.339.
[2]
Cf. Reinhart Maurer, „Nietzsche und das Ende der Geschichte”, in:
Thomas Nipperdey/ Anselm Doering-Manteuffel/ Hans-Ulrich Thamer (Hg.),
Weltbürgerkrieg der Ideologien. Antworten an Ernst Nolte, Berlin 1993,
p.421-439.
[3]
Cf. Nietzsche, Zur Genealogie der Moral, Erste Abhandlung 12 (KSA 5),
München 1988, p.278.
[4]
Cf. Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Vorrede 5; Stanley Rosen, The Mask of
Enlightenment. Nietzsche’s Zarathustra, Cambridge 1995, p.54 ff.
[5]
Martin Heidegger, „Nietzsches Wort ‘Gott ist tot’” ,
in: derselbe, Holzwege, Frankfurt/ M. ²1952, p.200.
[6]
Günter Rohrmoser, Der Ernstfall. Die Krise unserer liberalen Republik,
Berlin 1994, p.273.
[7]
Papst Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium Vitae, Stein am Rhein 1995,
Abschnitt 11, p.18; Abschnitt 20, p.28.
[8]
Cf. Günter Rohrmoser, Der Ernstfall, p.132. Siehe Günter Rohrmoser,
Emanzipation oder Freiheit. Das christliche Erbe der Neuzeit, Berlin 1995.
[9]
Cf. Richard J. Bernstein, The New Constellation: The Ethical-Political Horizons
of Modernity/Postmodernity, Cambridge, Mass. 1992, p.282 und Horst Seidl,
Philosophiegeschichte und bleibende Wahrheit: Erörterungen am Paradigma
der Antiken Philosophie, Weilheim-Bierbronnen 1995, p.244-255.
[10]
Allan Bloom, Closing, p.197: „Nietzsche is the profoundest, clearest,
most powerful diagnostician of the disease.”
[11]
Siehe Hilary Putnam, Zur Erneuerung der Philosophie, Stuttgart 1998. Putnam
argumentiert hier, die Dekonstruktivisten hätten recht mit ihrer These,
eine bestimmte philosophische Tradition habe abgewirtschaftet, fügt aber
hinzu, daß Dekonstruktion ohne Rekonstruktion Verantwortungslosigkeit sei
(p.160, 171). Cf. auch Hilary Putnam, Vernunft, Wahrheit und Geschichte,
Frankfurt 1990.
[12]
Siehe Hilary Putnam, „Realismus mit menschlichem Antlitz”, in:
derselbe, Von einem realistischen Standpunkt. Schriften zu Sprache und
Wirklichkeit, Reinbek 1993, p.249. Nach der Metaphysik könne es, so Putnam
im Anschluß an Cavell, nur noch die Suche nach besseren oder schlechteren
Meinungen geben (p.240). Die Rede vom Realismus mit menschlichem Antlitz
bezieht sich vor allem darauf, daß es keine Perspektive Gottes mehr geben
könne. Cf. Rorty, Truth and Progress, p.68.
[13]
Siehe John R. Searle, Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zur
Ontologie sozialer Tatsachen, Reinbek 1997, insbesondere p.159-234; derselbe,
„Rationalität und Realismus oder Was auf dem Spiel steht”,
Merkur 542 (5/1994), 377-391.
[14]
Dies erläutert Heinrich Rommen, Die ewige Wiederkehr des Naturrechts,
Leipzig 1936, p.163-195.
[15]
Siehe Bernstein, New Constellation, p.191, 288.
[16]
Jacques Derrida, Marx’ Gespenster. Der verschuldete Staat, die
Trauerarbeit und die neue Internationale, Frankfurt/ M. 1995.
[17]
Cf. dazu u.a. Richard Rorty, Achieving Our Country: Leftist Thought in
Twentieth-Century America, Cambridge, Mass. 1998 und meine demnächst in
der Zeitschrift für Politik erscheinende Rezension.
[18]
Cf. Leo Strauss, What is Political Philosophy? and other essays, Chicago 1989,
p.54. Cf. Leo Strauss, „Three Waves of Modernity”, in: An
Introduction to Political Philosophy. Ten Essays by Leo Strauss, hg. von Hilail
Gildin, Detroit ³1996, p.94 ff.
[19]
Richard Rorty, „Der Vorrang der Demokratie vor der Philosophie”,
in: Solidarität oder Objektivität? Drei philosophische Essays,
Stuttgart 1988, p.87. Cf. Eugene Goodheart, „The Postmodern Liberalism of
Richard Rorty”, Partisan Review 2/96, p.223-235.
[20]
Rortys Position erinnert an die bekannte Äußerung Max Horkheimers
und Theodor W. Adornos, Dialektik der Aufklärung. Philosophische
Fragmente, Leipzig 1989, p.138, es sei nicht möglich, aus der Vernunft ein
Argument gegen den Mord zu entwickeln.
[21]
Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776, zit. nach Heinz
Förster (Hg.), Was ist ein Amerikaner? Zeugnisse aus dem Zeitalter der
amerikanischen Revolution, Leipzig und Weimar 1987, p.42.
[22]
Cf. Steven Kautz, Liberalism and Community, Ithaca 1995, p.77-106, 175 f.
[23]
Cf. Kautz, Liberalism, p.50, 81; cf. Rorty, Der Vorrang der Demokratie, p.103.
[24]
Kautz, p.49
[25]
Siehe Robert Spaemann, „Die Aktualität des Naturrechts”, in:
derselbe, Philosophische Essays. Erweiterte Ausgabe, Stuttgart 1994, p.78.
[26]
Cf. z. B. Richard Rorty, Truth and Progress: Philosophical Papers, Volume 3,
Cambridge 1998, p.167f.,170,7,8 (im weiteren im Text abgekürzt mit der
Sigle TP zitiert) mit Harry V. Jaffa, The American Founding as the Best Regime:
The Bonding of Civil and Religious Liberty, Claremont 1990; Hary V. Jaffa (with
Bruce Ledewitz, Robert L. Stone, George Anastaplo), Original Intent and the
Framers of the Constitution: A Disputed Question, Washington 1994 sowie Thomas
G. West, Vindicating the Founders: Race, Sex, Class, and Justice in the Origins
of America, Lanham 1997. Jefferson selbst hätte wohl kaum im Zusammenhang
mit der Sklavenfrage geschrieben „I tremble for my country when I reflect
that God is just; that his justice cannot sleep forever”, wenn ihm die
Implikationen der maßgeblich von ihm formulierten
Unabhängigkeitserklärung unklar geblieben wären. Siehe Thomas
Jefferson, „Notes on Virginia”, XVIII, in: The Life and Selected
Writings of Thomas Jefferson, hg. von Adrienne Koch und William Peden, New York
1993, p.258.
[27]
Siehe z. B. Aristoteles, Nikomachische Ethik, Buch II, 1107a8-27.
[28]
Siehe Harry V. Jaffa, Homosexuality and Natural Law, Claremont 1990, p.28-31.
[29]
Cf. Leo Strauss, Naturrecht und Geschichte, Stuttgart 1956, Kap.1. und Leo
Strauss, „On Collingwood’s Philosophy of History”, Review of
Metaphysics 5/4 (Juni 1952), p.559-586.
[30]
Cf. Allan Bloom, The Closing of the American Mind. How higher education has
failed democracy and impoverished the souls of today”s students, New York
1987, p.75. (Im folgenden zitiert im Text als Closing.)
[31]
Cf. Alexander Schwan, „Die philosophische Begründbarkeit
freiheitlicher Politik”, in: derselbe, Ethos der Demokratie. Normative
Grundlagen des freiheitlichen Pluralismus, Paderborn 1992, p.59 ff.
[32]
Cf. Bloom, Closing, p.56 mit Jaffa, Original Intent, p.317.
[33]
Cf. Benjamin R. Barber, An Aristocracy of Everyone: The Politics of Education
and the Future of America, New York 1992, p.169.
[34]
Siehe Strauss, Liberalism Ancient and Modern, Chicago 1995, p.4. Eine
schöne Aufstellung dessen, was gegenwärtig als Kultur bezeichnet
wird, findet sich in der Süddeutschen Zeitung vom 18./19.7.98 unter der
Überschrift „Sommer ‘98. So viel Kultur war noch nie”.
[35]
Siehe Heinrich Meier, Carl Schmitt, Leo Strauss und „Der Begriff des
Politischen”. Zu einem Dialog unter Abwesenden, erweiterte Neuausgabe,
Stuttgart 1998, p.182-190, 187.
[36]
Allan Bloom, Giants and Dwarfs: Essays 1960-1990, New York 1990, p.248, 238.
[37]
Cf. z. B. Zdravko Planinc, Plato’s Political Philosophy: Prudence in the
Republic
and the
Laws,
London 1991; Seth Benardete, Socrates’ Second Sailing: On Plato’s
Republic, Chicago 1989; Jacob Howland, The Republic: The Odyssey of Philosophy,
New York 1993; Horst Seidl, Sittengesetz und Freiheit: Erörterungen zur
Allgemeinen Ethik, Weilheim-Bierbronnen 1992, p.20; Andreas Schubert, Platon:
‘Der Staat’. Ein einführender Kommentar, Paderborn 1995, p.105.
[38]
Siehe Howland 120,; cf. 487b ff.; Allan Bloom, „Interpretive
Essay”, in: The Republic of Plato, New York 1991, p.400.
[39]
Strauss, Naturrecht und Geschichte, p.7.
[40]
Cf. Stanley Rosen, Hermeneutics as Politics, Oxford 1987, p.107-140; Shadia B.
Drury, The Political Ideas of Leo Strauss, Basingstoke 1988, p.xv, 170-181;
Peter Levine, Nietzsche and the Modern Crisis of the Humanities, Albany 1995,
p.xviii, 152ff., 185; Catherin Zuckert, Postmodern Platos: Nietzsche,
Heidegger, Gadamer, Strauss, Derrida, Chicago 1996, p.1ff.
[41]Cf.
Harry V. Jaffa, Original Intent, p.317 mit Stephen B. Smith, „
Destruktion
or Recovery? Leo Strauss’s Critique of Heidegger”, Review of
Metaphysics 51/2, Nr. 202 (Dezember 1997), p.345-377.
[42]Allan
Bloom, „Foreword”, in: Leo Strauss, On Tyranny (revised and
enlarged), Ithaca 1968, p.V. Cf. Closing, p.309, wo Bloom bemerkt, daß es
Heidegger war, „practically alone, for whom the study of Greek philosophy
became truly central, a pressing concern for his meditation of being.”
[43]
Siehe Strauss, „A Giving of Accounts. Jacob Klein and Leo Strauss”,
in: derselbe, Jewish Philosophy and the Criris of Modernity: Essays and
Lectures, hg. von Kenneth Hart Green, Albany: SUNY Press, 1997, p.462.
[44]
Siehe hierzu Emil Kettering, Nähe. Das Denken Martin Heideggers,
Pfullingen: Neske, 1987, p.135f., 99.
[45]
Cf. exemplarisch Tom Rockmore, On Heidegger’s Nazism and Philosophy,
Berkeley 1997.
[46]
Germana Paraboschi, Leo Strauss e la destra americana, Rom 1993, p.49-101.
[47]
Cf. Leo Strauss, Liberalism Ancient and Modern, Chicago 1995, p.24.
[48]
So aber bei Stephen Holmes, Die Anatomie des Antiliberalismus, Hamburg 1995,
Kap.3, p.115-159.
[49]
So bei Ted V. McAllister, Revolt Against Modernity: Leo Strauss, Eric Voegelin,
and the Search for a Postliberal Order, Lawrence 1995, p.262 und passim.
[50]
Cf. zur Problematik der „bleibenden Wahrheit” grundlegend Seidl,
Philosophiegeschichte und bleibende Wahrheit.
[51]
Cf. Anthony Kenny, Aquinas on Mind, London 1993, p.2.
[52]
Cf. Richard Rorty, Philosophy and the Mirror of Nature, Princeton 1979, p.3ff.
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